Wegbegleiter im Sterben

Eine Kooperation der Ökumenischen Hans-Voshage-Hospizstiftung und der Akademie des Bistums Mainz, Erbacher Hof

Ein Großteil aller Menschen stirbt im Krankenhaus oder im Altenheim - auch wenn gerade dies, wird er danach gefragt, wie er sich sein Sterben vorstellt, kaum einer wünscht. Daheim, im Hospiz oder auf einer Palliativstation zu sterben, bedeutet für viele, „schön" zu sterben.

Damit ist aber genau der Konflikt formuliert, mit dem sich Pflegefachkräfte in Krankenhäusern konfrontiert sehen: Es ist keine Frage des Können oder Wollens der einzelnen Pflegekraft, sondern primär eine Frage der Rahmenbedingungen, der zur Verfügung stehenden Kosten und des Stellenschlüssels.

Dieser Konflikt steht am Anfang und im Zentrum des Projektes, das die Ökumenische Hans-Voshage-Hospizstiftung und die Akademie des Bistums Mainz in Unterstützung durch die Mainzer Hospizgesellschaft durchführen.
Schirmherr des Projektes ist Karl Kardinal Lehmann, Bischof zu Mainz.

In einer langen Vorbereitungsphase, einem Studientag für Schülerinnen und Schüler aus Mainzer Gesundheits- und Altenpflegeschulen, in einer öffentlichen Veranstaltung zur gesellschaftlichen Relevanz der Tätigkeit der Pflegefachkräfte in den verschiedenen Einrichtungen und einer Wanderausstellung mit Bildern von Werner Feldmann, Bodenheim, leistet die Veranstaltung:

 

  1. eine Würdigung der Pflegefachkräfte
  2. eine öffentliche Diskussion der Relevanz bestens ausgebildeter Pflegefachkräfte in einer alternden Gesellschaftsowie über die Verantwortung der Gesellschaft für die Pflegefachkräfte
  3. ein Angebot, sich individuell mit Sterben und Tod über eindrückliche Bilder und Texte auseinander zu setzen.

 

Die einzelnen Bausteine des Projektes:

 

Die Vorbereitungsphase:

Die Veranstalter haben in Mainz die anwesenden Gesundheits- und Altenpflegeschulen zu dem Projekt Wegbegleiter eingeladen.
Angenommen haben diese Einladung die Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Katholischen Klinikum Mainz, die Sophie-Scholl-Schule Mainz sowie die Fachschule für Altenpflege St. Bilhildis Mainz.
Die Schülerinnen und Schüler des zweiten Ausbildungsjahrgangs (insgesamt 100 Personen) wurden eingeladen, ihre Rolle als Pflegefachkräfte in Bild, Ton und Wort zu benennen und darzulegen, welche Bedeutung diese Rolle für sie hat und was es für sie heißt, Menschen im Sterben, seien es die Sterbenden selbst oder ihre Angehörigen, in einer menschenwürdigen Art zu begleiten. Resultat dieses Prozesses sind berührende Texte, die in ihrer Anschaulichkeit und mit ihrem fachlichen Wissen beeindrucken. Es sind bildliche Darstellungen, die das Netz an begleitenden und begleiteten Personen als tragfähig zeigen.
Verwendet werden diese Ergebnisse als inhaltliche Basis für den Studientag aller Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Lehrkräfte. Verwendet wurden einige auch für die offizielle Wanderausstellung sowie den Ausstellungskatalog.

Der Studientag „Wegbegleiter im Sterben":

Am 31.3.2011 wird ein Studientag mit den beteiligten Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften durchgeführt. Inhalte des Studientages sind die interkulturellen Unterschiede in der Wahrnehmung von Sterben, Tod und Trauer in Christentum und Islam; Rituale in der Begleitung von trauernden Angehörigen; eine Reflexion des Berufsethos von Fachkräften in der Gesundheits- und Altenpflege.
Anliegen ist es, die Berufstätigen der Gesundheits- und Altenpflege in einen bereichsübergreifenden Austausch zu bringen, ihnen eine Fortbildung durch Experten aus der Praxis zukommen zu lassen

Die Veranstaltung „Verantwortungsvoll. Pflege-Kraft und Pflege-Ohnmacht"

In einem Podiumsgespräch zwischen Kirche, Politik, Universitätsmedizin, Palliativmedizin und Altenpflegeschule wird die gesellschaftliche Relevanz der Pflegefachkräfte im Zentrum stehen. An dem Podium beteiligt sind:
Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz
Bernhard Scholten, Leiter der Abteilung für Familie am Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, Mainz
Thomas Dollmann, Pflegerischer Abteilungsleiter der Hämatologie, Universitätsklinik Mainz
Prof. Dr. Martin Weber, Interdisziplinäre Einrichtung für Palliativmedizin, Universitätsmedizin Mainz
Manuela Weisenstein, Schülerin der Fachschule für Altenpflege St. Bilhildis
Moderation: Pfrin. Annette Bassler, Mainz, Beauftragte der Evangelischen Kirchen für Rheinland-Pfalz am SWR

Die Wanderausstellung „Wegbegleiter im Sterben":

Die Ausstellung „Wegbegleiter im Sterben" entstand durch den Fotografen Werner Feldmann, Bodenheim, in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern von Mainzer Kranken- und Altenpflegeschulen sowie Mitarbeitern des Christophorus-Hospizes in Mainz-Drais und der Palliativmedizin an der Universitätsmedizin Mainz. In eindrücklichen Fotografien und Texten stellt die Ausstellung dem Betrachter das Netz der Wegbegleiter vor und nimmt ihn einfühlsam mit auf den Weg des Sterbens.
Zu sehen ist die Ausstellung vom 2. April bis zum 1. Mai 2011 im Dom St. Martin zu Mainz.

 

Unterstützt wird die Ausstellung von zahlreichen Förderern, besonders durch die Pax-Bank, Mainz, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG sowie die Commerzbank, Mainz.

 

 

 

 

Ansprechpartner

  • Eberhard Hüser, Vorsitzender der Ökumenischen Hans-Voshage-Hopsizstiftung
  • E-Mail: eberhard.hueser@ eberhard.hueserbistum-mainz.de
  • Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke
    Studienleiterin an der Akademie des Bistums Mainz
    Erbacher Hof
    Grebenstraße 24-26
    55116 Mainz
    Telefon 06131 - 257 522.
  • E-Mail: bernadette.schwarz-boenneke@bistum-mainz.de

Anschrift

  • Ökumenische Hans-Voshage-Hospizstiftung; c/o Bischöfliches Ordinariat Mainz
    Ordinariatsdirektor Eberhard Hüser
    Postfach 1560
    55005 Mainz
    Tel 06131/253-162
  • www.hospiz-mainz.de