Sanatio in radice - was ist das?

Seit Anfang der 70-er Jahre ist eine sogenannte ökumenische Trauung möglich, d.h. ein/e Katholik/in heiratet einen/eine Protestanten/in in der katholischen oder evangelischen Kirche vor beiden Pfarrern (katholisch und evangelisch); somit wird die Eheschließung von beiden Kirchen anerkannt und als gültig erklärt.

Wurde vor den 70-er Jahren nur in der evangelischen Kirche vor dem evangelischen Pfarrer geheiratet, so wurde diese Ehe in der katholischen Kirche wegen der Formpflicht, die nicht eingehalten war, als nicht gültig angesehen. Das bedeutete: Der/die katholische Partner/in lebte in einer nicht gültigen Ehe. Er/sie durfte keine Sakramente  empfangen, durfte z.B. keine Heilige Kommunion empfangen.

Für diese Personengruppe existiert die Möglichkeit der SANATIO IN RADICE (die Heilung in der Wurzel /des Ehewillens/), d.h. solange der Ehewille des Paares vorhanden ist, kann diese Ehe rückwirkend vom Moment der Eheschließung saniert werden, geheilt werden, als gültig erklärt werden.

Was ist zu tun?

Ein Paar, das seine Ehe vor den 70-er Jahren oder kürzlich (er -kath./sie -ev. oder er -ev. - sie kath) nur vor dem/der evangelischen Pfarrer/in in der evangelischen Kirche geschlossen hat, möge sich bitte bei mir melden. Dann werden wir gemeinsam alles in die Wege leiten, den Antrag im Bischöflichen Ordinariat zu Mainz stellen, damit Ihre Ehe auch in der katholischen Kirche anerkannt wird.

Es kostet ein bisschen Zeit, ein Formular gemeinsam auszufüllen, geduldig eine Weile auf den Bescheid zu warten, (Sie haben keine finanziellen Ausgaben) und dann kommt eine große Freude, denn Ihre Ehe wird rückwirkend d.h. vom Zeitpunkt der Eheschließung an, anerkannt.

Nur Mut, kommen Sie auf mich zu! Wir werden gemeinsam das Problem lösen.

Ihr J. Hildebrand, Pfarrer