Almost Heaven

Eine Pilgerfahrt ins Heilige Land 

20. Januar 2011. 07.30 Uhr   „Alles Gute zum Geburtstag…“ schallt es durch die Abflughalle B des Frankfurter Flughafens. Nicht eben alltäglich, aber was hier heute beginnt ist auch nicht alltäglich. Eine muntere Schar von 48 Gläubigen aus den Pfarrgemeinden Burgholzhausen, Ober-Erlenbach und Harheim ist auf dem Weg ins Heilige Land und lässt zunächst mal den Kameraden Edgar hochleben, der heute sein Wiegenfest begeht. Ein guter Start! Nach einem angenehmen Flug und einer „gefühlt“ längeren Busfahrt sind wir im Kibbuz Ginosar am Ufer des See Genezareth angekommen und können den herrlichen Vollmond, der grüßend zu uns herunter lächelt, andächtig bewundern. Noch mehr Andacht erfasst uns aber, als wir am folgenden Tag den Berg der Seligpreisungen, Tabgha und Kapernaum besuchen. Gerade hier hat Jesus intensiv gewirkt und – man kann dies noch spüren…  Zum Abschluss fahren wir noch im hölzernen Boot über den See und als wir wieder anlegen geht die Sonne gerade unter. Es ist Freitag – Shabbat Shalom! 

Am nächsten Tag geht es nach Nazareth, hier steht alles im Zeichen der Gottesmutter. Das Haus Marias zu sehen ist ein besonderes Gefühl. Diakon Diethard Fries hält eine Andacht in der Josefskirche und wir besuchen noch den Brunnen, wo Maria zum ersten Mal die Stimme des Erzengels Gabriel vernahm. Über die großartigen Ruinen von Bet Shean geht es nach Jericho, der ältesten Stadt der Welt, die noch dazu ca 250m unter N.N. liegt. Ein weiterer Rekord. 

Shalom Jerusalem! Wir erreichen die heiligste Stätte der Christenheit bei Sonnenuntergang, sehen im letzten Licht des Tages den Felsendom zum Gruß herüberleuchten. In den nächsten 3 Tagen kommt ein Höhepunkt nach dem anderen. Das Grab König Davids, der Abendmahlsaal, die Klagemauer und der Felsendom, Via Dolorosa und Grabeskirche, Golgotha und der Garten Getsemane. Glaube zum Anfassen. Betlehem ist anders. Im Palästinensergebiet der Westbank gehen die Uhren aber auch anders. Der Konflikt dieses Landes wird hier offenbar. Eine grausame Mauer zwischen Häusern und Menschen. Traurig, aber wahr. Die Geburtsgrotte aber ist ein besonderer Ort. In tausend und abertausend Varianten zur Weihnachtszeit dargestellt und in Wahrheit doch so anders. Aber hier ist es geschehen. Gelobt sei Gott.

Yad Vashem, das Mahnmal des Holocaust, lässt keinen unberührt. Unglaublich, unfassbar. Der Schmerz ist körperlich zu spüren. Es dreht sich nicht um Schuld und Sühne, aber darum, niemals zu vergessen und auf der Hut sein! Weitere Highlights reihen sich aneinander.

Qumran, wo die ältesten Schriftrollen gefunden wurden, Masada, die beeindruckende Judäische Wüste und das Tote Meer, in das sich einige der Unsrigen wagemutig stürzen. Von Elat am Roten Meer geht es dann zu einer 2-Tages-Tour nach Ägypten in den Sinai. Hier stehen das Katharinenkloster und der Moses-Berg auf dem Programm. Die Besteigung des letzteren aber nicht für alle, da der Aufstieg auf ca. 2.500 m keine Kleinigkeit darstellt und im Zweifelsfall kein Risiko eingegangen werden soll. Anstrengend – aber gut! Ein einzigartiges Erlebnis, nach ca. 3 ½ Std. den Gipfel zu erreichen. Das ist auch eine Andacht, die Diethard gerne hält, wert. Das Gleiche machen wir am folgenden Tag mitten in der Wüste und hier wird die Kraft der Stille offenbar. Sehr eindrucksvoll, dem kann sich selbst die uns plötzlich begleitende Beduinenfamilie samt ihrer Kamele nicht entziehen. Durch die landschaftlich wahrhaft berauschende Negev-Wüste geht es zurück nach Jaffa und Tel Aviv, wo wir uns erstaunt fragten: Waren das wirklich nur 10 Tage? Wir hatten unglaublich viel gesehen und bis wir das alles wirklich verarbeitet haben, wird noch etwas Zeit ins Land gehen.Tja, und dann waren wir alle wieder zu Hause, gesund, munter und ziemlich glücklich. Gott sei Dank! In jeder Hinsicht.

Matthias Milczewsky

Bilder zur Israelreise können Sie sich anschauen, wenn Sie diesen Link benutzen

Pilgerfahrt nach Israel