Pater Wolfgang Drews OFMCap. – St. Martin feierte Goldenes Priesterjubiläum 

Ein Jubiläum ist in aller Regel willkommener Anlass zur Freude, zum Rückblick verbunden mit dem Austausch von Erinnerungen und natürlich zur Dankbarkeit für die erlebte Zeit. Der Jubilar wählte dafür Worte aus dem Psalm 35, in dem es heißt: 'Ich will dir danken, Herr, in großer Gemeinde vor zahlreichem Volk dich preisen'.

50 Jahre sind vergangen seit Pater Wolfgang zum Priester geweiht wurde und in seiner Heimat-gemeinde St. Martin Ober-Erlenbach am 06.08.1961 Primiz  feierte. Im Rahmen seiner priesterlichen Tätigkeit wirkte er an zahlreichen Orten und in sehr unterschiedlichen Funktionen. So arbeitete er u. a. lange Zeit auch im Liebfrauenkloster, einem sozialen Brennpunkt in der Frankfurter Innenstadt. Trotz seiner vielfältigen und zeitintensiven Aufgaben hat er all die Jahre erfreulicherweise den Kontakt zu seiner Heimatpfarrei nicht abreißen lassen. Es war daher selbstverständlich, das Goldene Priesterjubiläum in der ersten Augustwoche in Bad Homburg-Ober-Erlenbach zu feiern.  

Den Auftakt eines Triduums bildete am 01.08.2011 eine Eucharistiefeier mit anschließendem Vortrag von Pater Harald Weber OFMCap. Unter dem Titel ‚Zum Zeugnis, zum Dienst, zum Leben… - Wozu und wie Gott die Menschen beruft’  ging er auf das Thema Berufung ein. Anhand einer Tonbildschau stellte er dar, wie Menschen zu unterschiedlichen Aufgaben berufen werden. Eindrucksvoll beschrieb er den Weg, wie er persönlich nach abgeschlossenem Studium und mehrjähriger selbständiger Berufstätigkeit zu den Kapuzinern fand. 

Am 02.08.2011 informierte Pater Wolfgang im Rahmen eines Seniorennachmittags zunächst über seinen Orden. Die Kapuziner (Ordo Fratum Minorum Capucinorum, OFMCap.) sind einer der drei eigenständigen Zweige des Franziskanerordens. Nach Maßgabe der von Franziskus von Assisi aufgestellten Ordensregel praktizieren die Kapuziner ein volksnahes Apostolat. Dabei engagieren sie sich insbesondere für Arme, Notleidende, Obdachlose und Kranke. In seinem Referat ‚Heiterkeit im Alter’ warb er mit Blick auf die Lebenserfahrung sowie die im Laufe der Zeit erworbene Weisheit und Gelassenheit im fortgeschrittenen Alter nicht nur über Krankheiten und Beschwerden zu klagen, sondern sich unter Berücksichtigung der jeweils gegebenen Möglichkeiten aktiv auch anderen Dingen des Lebens zuzuwenden. 

Am 04.08.2011 zelebrierte Bruder Paulus Terwitte, OFMCap. eine heilige Messe. In der Predigt und dem sich an den Gottesdienst anschließenden Vortrag  ‚Christ bin ich. Ich bin so frei. Wie der katholische Glaube Lust auf Leben macht’  rief er in sehr lebendiger und beeindruckender Weise dazu auf, sich stets der Anwesenheit Gottes und des Wirkens des Heiligen Geistes bewusst zu sein. Er verwies  u. a. auf den bekannten Pfarrer von Ars, dem Heiligen des Tages. Bruder Paulus  illustrierte seine interessanten Ausführungen mit Beispielen und Gegebenheiten aus dem Zeitgeschehen, bezog dabei gekonnt mit schauspielerischem Talent seine Zuhörerinnen und Zuhörer in den Vortrag mit ein und beantwortete schließlich Fragen zur aktuellen Situation der Kirche. 

 
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Höhepunkt der Festwoche war der feierliche Gottesdienst am 07.08.2011 in der St. Martinskirche. Pater Wolfgang zelebrierte gemeinsam mit seinem Ordensbruder Pater Berthold, den aus Ober-Erlenbach stammenden Priestern Christoph Werner und Pater Andreas Petith sowie Pfarrer Hermann Fuchs und Diakon Diethard Fries die Eucharistiefeier. Der Gottesdienst wurde musikalisch von der Sängervereinigung Liederkranz-Germania mitgestaltet. In seiner sehr persönlich gehaltenen Predigt beschrieb Pater Wolfgang unter den Stichworten ‚Komm – geh – bleib’  seinen Lebensweg und seine Tätigkeit als Priester und Ordensmann. Er schilderte ausführlich Erlebnisse aus seiner Kindheit und Jugend in der Kriegs- und Nachkriegszeit, skizzierte wie er den Ruf Gottes wahrnahm und schließlich dieser Berufung folgte. Nach der Priesterweihe ließ er sich  in die Pflicht nehmen und ging an allen Stationen seines Wirkens auf die Menschen zu. Aus seiner Arbeit sprach bzw. spricht stets die Liebe zu allen Menschen. Die erforderliche Kraft schöpfte er im Gebet, aus der Verbindung zu Gott. Darüber hinaus fühlte er sich immer im Kreis der Ordensgemeinschaft geborgen. Auf dieser Basis ist auch das Stichwort ‚bleib’ zu verstehen.  Bei allen tief greifenden Veränderungen und Turbulenzen der vergangenen fünf Jahrzehnte in Kirche und Gesellschaft waren unerschütterlicher Glaube, tiefes Gottvertrauen und ausgeprägtes Pflichtbewusstsein sichere Leitplanken, die ihn befähigten, auf dem eingeschlagenen Weg zu bleiben und übertragene Aufgaben bestmöglichst zu erfüllen. 

Nach der Eucharistiefeier konnte Pater Wolfgang zahlreiche, auch die Zukunft einschließende Glück- und Segenswünsche sowie Dankesworte für seinen vorbildlichen  priesterlichen Dienst entgegen-nehmen. Während des schmackhaften Mittagessens und später bei Kaffee und leckerem Kuchen bestand ausreichend Gelegenheit zu Gesprächen und Kontakten. Erinnerungen an frühere Zeiten weckte zudem eine Bilderschau, die als Kontrast auch Bilder aus dem Festgottesdienst beinhaltete. Alles in allem herrschte die angenehme Atmosphäre eines frohen gelungenen Pfarrfestes. 

Die Jubiläumsfeier endete mit einer festlichen Vesper in der Kirche. Musikalisch wurde dieser besondere Gottesdienst vom Chor ‚Cantate Jubilate’, den Kantoren der Pfarrgemeinde, Frau Ursula Püllen und den Eheleuten Dorothee und Dr. Thomas Wetter mitgestaltet. Die Festwoche als Geschenk an Pater Wolfgang wird ihm, allen Mitwirkenden, den vielen fleißigen Helfern sowie letztendlich allen Teilnehmern an den Gottesdiensten und Veranstaltungen sicherlich in guter Erinnerung bleiben.                                                                                                                                                                             -hm-