Weltladen in Seligenstadt eröffnet

Ehrenamtliche verkaufen fair gehandelte Produkte aus den Entwicklungsländern

Ein jahrelanger Traum ging für einige Menschen am 30. September 2006 in Erfüllung: An diesem sonnigen Samstag wurde in der Aschaffenburger Straße 43 in Seligenstadt ein Weltladen eröffnet, in dem fair gehandelte Produkte wie Lebensmittel und Handwerksartikel aus Entwicklungslän-dern verkauft werden.

Die Initiatoren kommen aus den katholischen Pfarreien Seligenstadt und der Evangelischen Gemeinde Seligenstadt-Mainhausen. Von der Pfarrei St. Marcellinus und Petrus war es Eckhard Musch, der aktiv an die Verwirkli-chung des Projekts heran ging. Als Mitglied des Missionsauschusses hatte er über viele Jahre mit Gleichgesinnten bei kirchlichen und städtischen Veranstaltungen Waren aus der sogenannten Dritten Welt verkauft. Die Idee kam auf, zu den üblichen Ladenöffnungszeiten fairgehandelte Produk-te zu verkaufen. Die Eine-Welt-Aktiven hörten sich in ihren Gemeinden um und erzeugten damit eine Gründerstimmung, die immer mehr Menschen erfasste. Die Anzahl der ehrenamtlichen Helfer schien ausreichend zu sein, um einen Laden führen zu können. Allein aus der Basilika und St. Cyriakus sagten 20 Gemeindemitglieder ihre Mitarbeit zu.

Ein großes Hindernis galt es noch zu überwinden: Es wurde Geld für die notwendigen Investitionen und die Ladenführung in der Anlaufphase benö-tigt. Der Wille war wohl groß genug, denn es fand sich schnell ein Weg. Eine Kirchengemeinde nach der anderen sagte zu, bei der Umsetzung der Ladenidee finanzielle Beiträge zu leisten, seien es Darlehen, Schenkungen oder Bürgschaften.

In schnellen Schritten wurde aus der Idee ein wahrhaft ökumenisches Pro-jekt. Im Mai wurde der Verein Weltladen Seligenstadt als Träger des La-dens gegründet. Im Juni war der Verein bereits als e.V. im Vereinsregister eingetragen. Der Mietvertrag wurde im Juli unterzeichnet, nachdem man auf das Objekt durch einen Hinweis aus der Basilika-Pfarrgemeinde auf-merksam wurde. Im September wurde der Laden eingerichtet, unterstützt durch großzügige Sachspenden und die Tatkraft und handwerklichen Fä-higkeiten einiger Vereinsmitglieder. Die Eröffnung des „Fachgeschäftes für fairen Handel“, wie der Laden richtig heißt, sollte noch vor der Weih-nachtssaison erfolgen.

„Anders als andere“, unter diesem Motto steht nicht nur die Weltladen-Bewegung. In diesem Sinne verlief auch der Eröffnungstag des Weltladen Seligenstadt. Als Gast und potentielle Kundin ergriff Bürgermeisterin Dag-mar B. Nonn-Adams das Wort. Den Gedanken, dass Seligenstadt ein Welt-laden gut täte, griff sie gern auf. In ihrer freien Rede würdigte sie die Arbeit der Ehrenamtlichen und hob hervor, dass das Engagement der Seligenstäd-ter einmalig wäre. Der Weltladen Seligenstadt zeige dies wiederum. Die Vereinsmitglieder täten nicht nur etwas zu ihrer eigenen Freude, sondern auch zum Wohlergehen von Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Auch der Laden wäre etwas Besonderes mit seinem Angebot und der Art, wie er geführt würde. Unter Beifall beendete Dagmar B. Nonn-Adams ihre Rede mit den Worten: „Hiermit beantrage ich die Aufnahme in den Verein.“

Der offizielle Teil der Eröffnung wurde abgeschlossen mit einer ökumeni-schen Andacht. In abwechselnder Rede sprachen Pfarrerin Regina West-phal von der Ev. Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen und Pfar-rer Holger Allmenröder von der Kath. Kirchengemeinde Sankt Marien. Gemeinsam sprachen Pfarrerin Westphal und Pfarrer Allmenröder Se-gensworte.

Beim Kassensturz gab es nochmals freudige Gesichter, brachte doch der Eröffnungstag Umsatz und Spenden in unerwarteter Höhe. Erfolg fördert Erfolg und so stehen den Kunden motivierte, ehrenamtlich tätige Verkäufe-rinnen und Verkäufer im gut sortierten Fachgeschäft für fairen Handel gegenüber.

Lothar Wegener

Foto Schaufenster: Pfr. Thorsten Leißer

 

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