Interreligiöser Abend am 8.9.2011
"Maria - eine starke Frau"
Etwas überraschend war die Erkenntnis doch: Im Koran ist von Maria ganz zentral die Rede. Sie ist die einzige Frau, die mit Namen genannt wird, und das gleich siebzig Mal. Im Neuen Testament dagegen kommt sie mehr "am Rande" vor, vor allem jeweils am Anfang und Ende der vier Evangelien.
Jasmina Makarevic vom Kompetenzzentrum muslimischer Frauen erläuterte beim interreligiösen Abend zum Thema "Maria - eine starke Frau" am 8.9.2011 die Bedeutung von Maria für Muslime und vor allem für Musliminnen: Maria ist ihnen ein Vorbild im Glauben. Sie fragt: Was will Gott? Und was will Gott von mir? Sie vertraut auf Gott und verzweifelt nicht, wenn ihr Leben ganz anders verläuft als sie gehofft hat.
Unsere Pastoralassistentin Anke Schwalbenhofer erläuterte die christliche Sicht auf Maria. Dabei wurde klar, dass die Erzählungen von Maria im Neuen Testament und auch die uns oft schwer verständlichen Dogmen der Kirche über Maria das Gleiche ausdrücken sollen: Maria verweist auf Gott. Sie stellt sich in ihrem Leben ganz in seinen Dienst. Durch diese Haltung ist sie Vorbild für alle Christen.
Erfreut durften wir also feststellen, dass Islam und Christentum sich in Maria durchaus nahe kommen. Bei so viel Gemeinsamkeit erschien ein weiterer Schritt nicht mehr schwierig, der als Wunsch aus dem Publikum geäußert wurde: "Wir Frauen sollten zusammenhalten über die Religionsgrenzen hinweg."
