Familien auf jüdischen Spuren in Speyer

 

Im Herbst verbrachten 52 Leute ein Wochenende in der eindrucksvollen Bischofs.- und Kaiserstadt Speyer. Nach Ankommen und Kennenlernrunde ging es am Freitag abend los mit dem Thema: auf jüdschen Spuren – Glaube heute! Auffällig war, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer Namen jüdischen Ursprungs besitzen. Mit all diesen Leute wurde die Geschichte des Volkes Israels von Abraham bis zur Zerstörung des 2. Tempels – der Diaspora - lebendig in Szene gesetz. Es gab einen Stammvater Jakob mit seinen Söhnen Josef(ine), Ruben, Benjamin. Mirjam, die Schwester des Mose, den beste Freund von König David: Jonathan, der Profet Jona und die Befreierin Judith. Um die Geburt Jesu verdichtete sich die Geschichte, denn da waren Maria (Mareike), Josef, Gabriel (Gabi) und Anna, die Mutter Marias mit dem Jesus–Christus-Kind (Christof und Christine). Weiter ging es mit den Jüngern Jesu: Petrus (Peter), Johannes (Nina), Matthias, Thomas, Andrea (s), Maria Magdalena (Miriam) und dem ersten Märtyrer Stefanus (Stephanie). Mit all diesem Menschen wurde die Geschichte greifbar und lebendig. Der erste Abend endete mit einem Nachtgebet am Jakobspilger mitten in der Fußgängerzone der Stadt. Von Speyer aus beginnt nämlich einer der deutschen Pilgerwege nach Santiago de Compostella. Früh am nächsten Morgen hatte die Gruppe eine Führung im Kaiserdom. Alles rund um die Entstehungsgeschichte der Salierkaiser und deren Streitigkeiten mit Kirche und Papst wurde thematisiert in extra Gruppen für Kinder und Erwachsene. Desweiteren wartete eine Führung rund ums jüdsche Speyer auf uns. Unter anderem befndet sich in Speyer die besterhaltenste Mikwe (Reinigungsbad) Europas. Auch die frühere Jüdin und dann Ordensfrau Edith Stein lebte lange im Magdalenakloster dieser Stadt. Abends wartete auf die älteren Kinder ein besonderes Highligth: der Mittelalterkrimi. Sie sollten einen Kriminalfall lösen, der sich im Mittelalter wohl so zugetragen hat. In der Zwischenzeit beschäftigten sich die kleineren Kinder mit Mandalamalen und Nomadenlager basteln. Die Erwachsenenen dagegen hatten die Aufgabe in 3 verschiedenen Gruppen ihrem eigenen Glauben auf die Spur zu gehen. Tolle Ergebnisse kamen da heraus. In einer Gruppe entstanden unter Anleitung Ölkreide - Bilder, die den eigenen Glauben ausdrücken; in einer anderen Gruppe wurde über Glaube palavert also alles zur Sprache gebracht was bewegt, aber auch kritisch gesehen wird; in einer weiteren Gruppe entstanden ganz persönliche Glaubensgebete. Abgerundet wurde das Wochenende mit einem Wortgottesdienst am Sonntag morgen. Jede Familie hatte die Aufgabe dazu ein Stück Obst mitzubringen, was allen Familienmitgliedern schmeckt. Dieses sollten sie dann in den gemeinsamen Obstkorb legen – Erntedank! Viele exotische und individuelle Sorten waren dabei, wie z. B. Mango, Feigen.... symbolisch stand der Obstkorb für das Leben, das wir miteinander teilen, denn jeder bringt sich in die Gemeinschaft ein. Das Leben besteht darüber hinaus noch aus manch bitteren Noten, symbolisch in einer Zitrone ausgedrückt, aber auch aus den schönen, genußvollen Seiten – diese wurden duch ein Glas Honig symbolisiert. Am Ende wurde geschnibbelt und gemischt und der Obstsalat gegessen. Echtes Lecker! Nicht zu vergessen sind die schwungvollen Liedern, begleitet von einer Instrumentenvielfalt, einem Theaterstück, das die Kinder vorspielten, mit denen es ebenfalls gelang, dass das Wochenende für alt und jung zum Erlebnis wurde.

Gabi Laist-Kerber, Gemeindereferentin

auf jüdschen Spuren – Glaube heute!