Momente des Lichts

 Landebahnbau ohne Bürgerproteste. Spielend schaffte das der Seligenstädter Chor IMPULSE am vergangenen Samstag in seinem Konzert "Momente des Lichts" gemäß dem Chor-Motto "dem Heiligen Geist eine Landebahn bereiten". Die Besucher erlebten in der gut gefüllten St. Marien-Kirche, wie von früheren IMPULSE-Veranstaltungen gewohnt, eine beeindruckende und inspirierende Inszenierung. Basierend auf der Komposition "Adveniat Lumen Tuum" von Thomas Gabriel, der auch die musikalische Begleitung übernommen hatte, thematisierte der Chor schwierige Lebenssituationen und präsentierte Psalmen und Gebete als alltagstaugliche Werkzeuge zum Umgang mit Krankheit, Mobbing oder Burn-Out.

Nachdem zu Beginn in der völlig verdunkelten St. Marien-Kirche die ersten irrlichternden Klaviertöne erklungen und einige Sätze zum Thema "Lebenskrisen" in den Raum gestellt waren, rief das ebenfalls noch in Dunkelheit gesungene "In der Nacht der Finsternisse" leichte Schauer auf dem Rücken aber auch schon erwartungsvolle Hoffnung hervor. Die darauf folgenden Lieder von Hoffnung und Zuversicht wurden jeweils von einem Sprechtext eingeleitet, der den Inhalt des Stücks in einen Alltagszusammenhang stellte und damit unmittelbar anwendbar machte: "ich bin angenommen, so wie ich bin" (Psalm 139), "ich bin behütet, weil Gott mich schützt" (Psalm 27), "die Schönheit des Lebens zeigt sich in jedem Moment" (Halleluja), "ich bekomme, was wesentlich für mein Leben ist" (Vater Unser), "auch wenn es anders kommt, als ich will: ich habe das Vertrauen, es wird gut" (Magnificat). Das abschließende Gebet an den Heiligen Geist war, trotz seiner Kürze, eines der emotional intensivsten Stücke und öffnete mit seinen ätherischen Klanggebilden den Zugang zu Freuden, die sich in Momenten des Lichts auch in Zeiten der Dunkelheit einstellen können.

Passend zum Charakter jedes Stücks wurde die St. Marien-Kirche in einer jeweils anderen Farbe illuminiert, was die Wirkung der Texte und der Musik noch verstärkte. Das Oboenspiel von Verena Hillenbrand bildete sowohl einen Gegenpol als auch eine Ergänzung zum Klavier von Thomas Gabriel. Die Solopassagen sang Johannes Roth in einem ausdrucksvollen Bass und vervollständigte damit den musikalischen Klangkörper des Konzerts. Einige der Sängerinnen hatten zu "Der Herr ist mein Licht und mein Heil" (Psalm 27) einen Tüchertanz vorbereitet und erweiterten die Veranstaltung durch ihre Vorführung um meditative Bewegungselemente. IMPULSE-Dirigentin Gertrud Murr-Roth hatte das Konzert einfühlsam einstudiert und führte Musiker und Sänger mit klaren Anweisungen zu einem emotional bewegenden Ausdruck. Das Gesamtkonzept wurde von einer Projektgruppe des Chors erarbeitet. Nach der Veranstaltung folgte ein großer Teil des Publikums der Einladung in die Unterkirche, um die Eindrücke des Konzerts in Gesprächen zu vertiefen.

Mit "Momente des Lichts" gelang IMPULSE wieder einmal eine Veranstaltung, in der Thomas Gabriels grandiose Musik, Texte, Aussage und Gestaltung eine überzeugende Einheit bildeten, und die die christliche Botschaft zeitgemäß interpretierte.

 
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