Pastoralassistentin Maike Jakob
„Interview", Mainspitze

Maike Jakob - Patoralassistentin
Wer bin ich ...?
Das ist -eigentlich- ganz leicht: Ich bin Maike Jakob und komme ursprünglich ganz aus dem Süden unseres Bistums; geboren wurde ich vor 31 Jahren in Fürth / Odw., aufgewachsen bin ich einige Kilometer weiter in Wald-Michelbach.
Soweit die „Rahmendaten". Wer ich bin wissen Sie jetzt allerdings noch nicht wirklich, glaube ich. Aber: Sie können mich noch kennen lernen.
Hobbies ... ?
Dazu fehlt mir in den letzten Jahren leider die Zeit, ich komme kaum dazu. Aber wenn, dann mache ich gerne Musik, ich singe in einem Chor und bemühe mich um die Ausbildung als Kirchenmusikerin. -Nebenberuflich. Wenn dann noch Zeit bleiben sollte bin ich gerne draußen und gehe wandern, besonders gerne in den Bergen.
Wie kommt es, dass ich bei der Kirche arbeite...gab es eine Berufung?
Wer schnell rechnet, merkt, dass bei mir mit dem Zahlenverhältnis etwas nicht stimmt: Zu Beginn meiner Assistenszeit bin ich so alt wie meine Vorgängerin, Stefanie Erbs bei ihrem Abschied war. Das ist so, weil ich nach dem Studium nicht sofort zur Kirche gegangen bin: Ich arbeitete zunächst einige Jahre als Lehrerin. Ein Beruf, den ich vorher nie wollte, den mir das Leben aber -wie es so spielt- in die Hände gewürfelt hatte.
Ich bin also einen Umweg gegangen, bis ich mich im letzten Jahr dann doch beim Bistum beworben habe. Das geschah nicht ohne Grund, ich habe mir schwer getan mit der Entscheidung, endgültig und mit allen Konsequenzen für die Kirche zu arbeiten. Ein klassisches „Berufungserlebnis", wie man es sich vorstellt, gab es nicht. Zu mir hat keine Stimme gesprochen, ich hatte keinen entsprechenden Traum oder zeitlebens das Gefühl, nichts anderes machen zu können, im Gegenteil. Die Entscheidung ist mehr aus dem Verlauf und den Umständen meines Lebens gewachsen.
Zwar war ich in meiner Heimatgemeinde auch ehrenamtlich ziemlich aktiv in der Jugendarbeit und dem PGR, das Theologiestudium begann ich aber aus rein wissenschaftlichem Interesse. Hauptamtliche Mitarbeiter kannte ich bis dahin nicht, bei uns gab es nur den Pfarrer. Daher hatte ich zunächst gar kein passendes Berufsbild für mich. Um ein „sicheres Standbein" zu haben, begann ich daher ein Zweitstudium mit dem Ziel „Staatsexamen für Lehramt Gymnasien". Ich überlegte auch immer wieder, doch noch zur Musik oder „Theaterszene" zu wechseln. Aber trotz allem blieb ich irgendwie bei der Theologie hängen.
Durch die Arbeit als Lehrerin konnte ich meinen zweiten Abschluss finanzieren. In den Jahren danach kämpfte ich bei der Suche nach einer langfristigen Perspektive lange mit verschiedenen Alternativen. Irgendwann fiel der Entschluss und meine Bewerbung landete am letztmöglichen Tag -Rosenmontag 2010- im Briefkasten des Bischöflichen Ordinariats. Es war gar nicht so einfach, den Umschlag da unbeschadet durch die Stadt zu transportieren.
Inzwischen bin ich knapp ein Jahr „dabei" und sehr zufrieden. Ich glaube, meine Entscheidung war genau zu diesem Zeitpunkt richtig und sämtliche Erfahrungen, die ich vor her gemacht habe waren wichtig dafür.
Ob sich meine Erwartungen und die bisherige Arbeit decken...?
Das ist schwer zu sagen, denn das erste Jahr, der „Pastoralkurs" ist zum größten Teil eine Ausbildungsveranstaltung: Seminare, praktische Übungen, erste Predigterfahrungen und Schulprüfungen. Da ich das vorher wusste, kann ich sagen: Ja, das deckte sich zu 90% mit den Erwartungen, nicht bestätigt haben sich einige Befürchtungen. Darüber bin ich natürlich ganz froh.
Wünsche an meine neuen Gemeinden...?
Ich wünsche mir, dass alle meine Hoffnungen aber nicht die Befürchtungen wahr werden. Dass das nicht zu 100% so sein wird, ist mir natürlich klar. Natürlich wünsche ich mir eine angenehme Zusammenarbeit mit aufgeschlossenen Menschen.
Konkretere Wünsche zu formulieren, ohne die Gemeinden zu kennen fällt mir schwer. Ich hoffe vor allem, dass man offen und ehrlich mit einander umgeht. Gerede hinter dem Rücken anderer bringt doch nichts als Misstrauen. Sicher kann ein direkter Umgang miteinander zu Meinungsverschiedenheiten oder auch zu Diskussionen führen, das finde ich aber weniger so schlimm. Umgekehrt glaube ich, immer einer Meinung sein zu müssen ist der Tod jeder Weiterentwicklung.
Wo werde und wo will ich arbeiten?
Soweit ich bisher weiß -ich konnte erst ein Gespräch mit Pfarrer Zirmer führen, es kann sich also noch ändern- werde ich zunächst die Arbeitsbereiche meiner Vorgängerin übernehmen. - In dem Maße, in dem das zeitlich geht; da von meiner Stelle momentan noch 50% auf die Ausbildung entfallen, habe ich da ein recht enges Zeitfenster. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern, wenn der Ausbildungsanteil zu Gunsten der Gemeindearbeit schrumpft.
Wie ich meine Schwerpunkte lege wird sich zeigen, wenn ich die einzelnen Arbeitsfelder näher kenne.
Sehr gerne würde ich auch mit Jugendlichen arbeiten. Inwiefern das möglich ist kann ich aber jetzt noch nicht sagen.
Wo möchte ich nach meiner Ausbildung arbeiten?
Was in zwei oder drei Jahren sein wird, weiß ich jetzt nicht, da kann sich einiges ändern. Wenn ich mir aber jetzt eine Stelle reservieren dürfte, wäre das in der Jugendarbeit, Schul- oder Studentenseelsorge. Die Arbeit mit Jugendlichen liegt mir glaube ich ganz gut.
Was möchte ich den Gemeinden noch sagen?
Das ist jetzt und hier schwierig zu beantworten, ich kenne sie ja noch gar nicht. Generell ist es wohl sinnvoll zu wissen, dass ich noch in Ausbildung bin und mich erst einmal einarbeiten muss. Daher flutscht vielleicht nicht immer alles gleich so wie bei den „alten Hasen". Da bitte ich um Verständnis. Ansonsten hoffe ich für uns alle auf eine gute gemeinsame Arbeit und Zeit.
Pastoralreferent Thomas Handrick

Thomas Handrick
Pastoralreferent
Seit Montag, 10. Oktober 2011, gibt es ein neues Gesicht unter den katholischen SeelsorgerInnen in Bischofsheim, Ginsheim und Gustavsburg. In einem kleinen Interview haben wir ihn gebeten, sich vorzustellen.
Herr Handrick, Sie sind vom Prälat-Diehl-Gymnasium in die Pfarrgruppe Mainspitze versetzt worden. Wie kam es dazu?
Die hess. Landesregierung unter MP Roland Koch hatte beschlossen, die teuereren Gestellungsverträge mit den Kirchen zu kündigen. Die Arbeit in den Schulen hat mir stets viel Freude gemacht. Mein Personalchef Hüser und Dekan Kissel hatten sich dafür eingesetzt, dass ich mit dem Schwerpunkt „Sozialpastoral" in der Pfarrgruppe Mainspitze eingesetzt werde.
Ihr eigentlicher Name ist Thomas Maria Handrick Cesla Radwor. Woher kommt dieser Name?
Mein Vater und seine Vorfahren gehören zum west-slavischen Volksstamm der Sorben, die mit eigener Sprache und Kultur in der Lausitz siedelten. Sie waren Tischler (sorb. Cesla) aus Radibor (sorb. Radwor), einem Dorf ~10 km nördlich von Bautzen.
Hier wurde auch Alojs Andricki geboren, ein Gegner des NS-Regimes, der am 3. Februar 1943 als Märtyrer im KZ Dachau ermordet worden ist; am Pfingstmontag 2011 wurde er in der Dresdener Hofkirche, an der er Kaplan gewesen war, als erster Sorbe seliggesprochen. Ich hab´ den Eindruck, dass ich mit meinem Verwandten (Andricki ist die niederschles. Form unseres Familiennamens) viele Eigenschaften teile. (lacht) vielleicht hab´ ich ja einen sorbischen Gendefekt. Um ihn einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen, hatte ich 2008 eine Homepage initiiert: www.kaplan-andricki.de. Wer ihn sich genauer anschaut, wird überrascht sein: ein begabter Schauspieler, Spaßvogel, sportlicher Schwimmer, Turner und Fahrradfahrer, ein froh machender Mithäftling mitten im „gottlosen" KZ Dachau und Märtyrer ohne Legenden und Frömmelei!
Woher kommen Sie und wie kamen Sie dazu, katholische Theologie zu studieren?
Geboren in Ludwigshafen, aufgewachsen in Speyer und Neustadt/Weinstr.: meine Muttersprache ist pälzisch. In meiner Familie und als Messdiener und in der Jugendarbeit (1968-1985) habe ich immer wieder Vorbilder kennengelernt, deren Lebens- und Glaubenswege mich beeindruckt haben. So war es für mich „klar", dass ich katholische Religionslehre und Geschichte studieren würde.
Ihr eigener Lebenslauf weist viele Stationen auf. Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer bisherigen Arbeit?
Ich hab´ das 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Mainz gemacht und war seit 1991 mit Religionsunterricht und Schulpastoral an verschiedenen Schulen im Bistum eingesetzt. Die Pfarrer Landvogt-Hilfe (ein Verein in MZ, der sich für Wohnungslose engagiert) lernte ich 1989 über Pfr. Engelbert Müller (Mörfelden) kennen. Gerade am 14.10. hatte ich dort wieder einmal Teestubendienst. Seit 1992 war ich mitverantwortlich für die Partnerschaft der IGS in Bretzenheim mit einer Schule in Ruanda. Seit 1995 bin ich Projektleiter der Kinderhilfsorganisation „Human Help Network" Mainz. Seit 1995 hatten SchülerInnen und ich die Pflegschaft von jüdischen Begräbnisstätten in MZ übernommen und als Religionslehrer in der PDS in Groß-Gerau die für das dortige „Haus des ewigen Lebens" (hier wurden früher die verstorbenen Juden aus den drei Mainspitzgemeinden begraben). Von 1994-2004 habe ich 10 Hilfstransporte des MHD zu Roma nach Rumänien begleitet, von 1996-2006 war ich ca. 20 mal zu Besuchsreisen und mit Hilfstransporten in Bosnien; an ca. 40 Caritas-Transporten nach Gdansk (Danzig) in Polen war ich beteiligt. Von 1996-2008 war ich im Mainzer Flüchtlingsrat. Seit 2001 engagiere ich mich im Christlich-Islamischen Arbeitskreis Mainz (CIAM). Mit meinen christlichen IGS-SchülerInnen war ich in Taizé, wohin ich auch gern im kommenden Jahr mit jungen Menschen aus der PG Mainspitze fahren würde.
Wird Ihnen der Schritt vom Religionslehrer zur Gemeindarbeit leicht fallen?
Die Schulen hab´ ich stets als meine „Schul-Gemeinden" verstanden - und mich als Schul-Seelsorger mit dem Auftrag „Schulpastoral". Da war ich stets mehr als nur der „Herr Lehrer": Begleiter und „Coach"; für viele bin ich längst Freund geworden, wie meine „facebook-FreundInnen" zeigen. Auf meine neuen Aufgaben in den drei Mainspitz-Gemeinden freu´ ich mich und hoffe mit dem Pastoralteam engagierten Gemeindemitgliedern zusammen viel bewegen zu können.
Was gibt es sonst noch zu sagen?
Ich höre gerne Musik („Klassik", Klezmer, Queen) und hab´ früher im (ev.!) Bachchor und in der (ev.!) Johanniskantorei gesungen: daher kann ich ein wenig „evangelisch" und „denke im Herzen „ökumenisch". Ökumene sind für mich auch die Kontakte zur orthodoxen Kirche. Ich habe griechische Verwandte und russische Freunde, bin mit Papa Johannes, dem russ.-orthod. Popen in Mainz befreundet.
Als Pälzer schlägt mein Fußballherz für den FCK, aber meinen Kaffee trink´ ich auch aus einer 05er-Tasse.
Thomas Handrick ist 53 Jahre alt, ledig und wohnt seit 1978 in Mainz-Gonsenheim.
Herr Handrick, vielen Dank für das offene Gespräch. Wir wünschen Ihnen einen guten Start und ein erfolgreiches Wirken auf der Mainspitze, hoffentlich über einen langen Zeitraum.
Interview am 15.10.2011 mit Michael Barth