Geistliches Wort
(dem aktuellen Pfarrbrief entnommen)
„Am Aschermittwoch ist alles vorbei…"
Spätestens seit dem 7. Jh. feiern ChristInnen das „Caput Quadragesimae" – den bei uns „Aschermittwoch" genannten ersten Tag der 40-tägigen Fastenzeit: die öffentlich bekannten BüßerInnen erhielten ihr kratziges „Bußgewand übergezogen" und man streute ihnen zudem noch „Asche aufs Haupt". Die Enthaltung von leiblicher Nahrung hat einen dreifachen Sinn: 1. dient es der Beherrschung der Sinne, 2. der kontemplativen Erhebung des Geistes, 3. der Buße für die begangenen Sünden. Die ChristInnen wussten um das 40-tägige Fasten der Propheten Mosché, Eli-Yahu und Dani-El. Der Jude Jeschua lebt in dieser alten Tradition und fastet auch (Mt 6,6; Mk 2,20 par.); die ersten ChristInnen fasten wie ihr Christus Jesus (Apg 13,2f; 14,23). Seit alter Zeit ist das Fasten mit dem Osterfest verbunden und mit der Reichskirche im 4. Jh. setzt sich dieser Brauch durch. Die Regula Benedicti aus dem 6. Jh. beschäftigt sich ausführlich in den Kapiteln 35-49 mit dem Fasten: sie bestimmt in der Folgezeit die Fastenbräuche im abendländischen Mönchtum.
Was gibt´s zu fasten-essen ???
Wasser und Brot mit ein wenig Salz und Trockenfrüchte standen auf dem kargen Speisezettel der frommen Menschen; verzichtet wurde auf Fleisch, Eier und auf Milch-Speisen.
Wieso „Herings-Essen" am Aschermittwoch und was heißt seinerzeit „Fleisch" ???
Früher galt das Fleisch sog. „warmblütiger Tiere" als „Fleisch"; gestattet war der Verzehr von Fischen, Krebsen und Muscheln. Meeresfrüchte in allen Variationen bereicherten den interessanten Speiseplan von Mönchen und Gläubigen! Von daher versteht es sich, dass es üblich war, bei Klöstern im Binnenland große Fischteiche anzulegen. Auf diesem Wege kamen auch die Mönche zu Proteinen. Ob diese Bräuche noch mit der ursprünglichen christlichen Tradition übereinstimmen, mag jede/r selbst beurteilen, aber wie Vieles stoßen sinnvolle Traditionen auf schlaue zweibeinige Schlitzohren, die sich Gedanken machen, wie sie ihre GenossInnen vorm Hungertod aus religiösen Gründen bewahren können.
Fastenzeit ist Biber-Leid…
So rechneten die schlauen Menschlein im Mittelalter, wozu z.B. auch die fastenden Mönchlein im Kloster Eberbach oder die buß-eifrigen Kanoniker am Hohen Dom zu Mainz zu zählen sind, zu den Fischen und Wassertieren auch Wasserhühner und - man höre und staune - auch Fischotter und Biber !!! Die Menschen in alten Zeiten waren halt auch keine KostverächterInnen. Und aus dem, dem Biberlein über seine Ohren gezogenen Pelz, konnte man einen „Biberpelz" basteln. Da waren unsere frommen fastenden Vorfahren auch ganz praktisch…rettet den Biber !
Fasten aktuell !!! Mitfasten angesagt !!!
Einladen möchte ich Sie herzlich zu zwei modernen Formen des Fastens: 1. zur Fastenwoche von Dr. Peter A. Schult, Mediziner und Therapeut, in St. Marien zu Ginsheim; 2. zu den „Perlen des Glaubens", die die beiden Dipl.Theol. Claudia und Markus Hesping im Gemeindehaus Christkönig in Bischofsheim anbieten. Näheres in diesem Pfarrbrief ! Das Pastoralteam wünscht den Gemeindemitgliedern eine „frohe und gesegnete" Fastenzeit !!!
Ihr Thomas Handrick (Pastoralreferent)
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