Zur Geschichte der Orgel als Musikinstrument


Die Orgel – das Instrument mit dem längsten Atem der Welt – wurde bereits im dritten Jahrhundert vor Christus erfunden. Sie kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Denn lange bevor sie den christlichen Gottesdienst mit ihrem Klang erfüllte, war das Spiel auf ihren Tasten zeitweise sogar olympische Disziplin.

Später nutzten die Römer das Pfeifeninstrument unter anderem bei Ein- und Auszügen des Imperators oder während religiöser Handlungen; es wurde sogar zur Zeit der Christenverfolgung bei kultähnlichen Massenveranstaltungen in Zirkusarenen eingesetzt. Die Orgel war zunächst Symbol für weltliche und geistliche Prachtentfaltung. Seit der Gotik und hauptsächlich der Renaissance, entwickelte sich die Orgel zum Hauptinstrument der kirchlichen Liturgie und inspirierte zeitgenössische Komponisten zu musikalischen Glanzleistungen.

Musiker aller Zeiten hoben die Orgel als Königin der Instrumente auf den Thron. Vielleicht deshalb, weil ihr ungewöhnlicher Klang die nicht fassbare Dimension des Unendlichen hörbar macht. Über die Jahrhunderte hinweg war die Orgel das einzige Instrument, dessen Tonumfang dem Hörspektrum des Menschen entsprang. Kein anderes akustisches Instrument kann tiefere oder höhere Töne erzeugen, ist Einzelstimme und Orchester in einem. Berührt es deshalb so tief in der Seele und regt die Sinne an? Die Menschen hatten und haben gute Gründe, die Orgel zur Ehre und zum Lobe Gottes einzusetzen. Sie bildet die Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart.

Große, kleine, schlanke und gewichtige Pfeifen tragen zur Klangvielfalt einer Orgel bei. Vermutlich wird sie deshalb auch als Spiegelbild der Gesellschaft oder einer Gemeinde gesehen, die ja ebenfalls aus den unterschiedlichsten Persönlichkeiten besteht.

 

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