Bürgel – ein schwieriges Pflaster?

Pater Frank Riedel verabschiedet sich nach Kaplanszeit in St. Pankratius 

 

Pater Frank Riedel Pfingstsonntag

Hin und wieder wurde ich in den vergangenen zwei Jahren gefragt, ob Offenbach-Bürgel nicht ein schwieriges Pflaster sei. Was soll man auf so eine Frage antworten? Ist der Fragende selbst ein Bürgeler, fragt er womöglich deshalb, weil er ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass dem nicht so sei und er seine eigene Überzeugung bestätigt wissen will. Im anderen Fall, dass es sich um einen Auswärtigen handelt, wäre theoretisch das Gegenteil denkbar, dass er für sein immer schon schlechtes Bild von Bürgel eine Bestätigung hören will. Es hilft also nichts, den Leuten nach dem Mund reden zu wollen, wovon ich ohnehin wenig halte.

 

Was würde ich also selbst nach der Erfahrung meiner Kaplanszeit auf die Frage nach der Beschaffenheit des Bürgeler Pflasters antworten?

  

Das erste, was mir da in den Sinn kommt, ist, dass mir trotz reiflicher Überlegung keine einzige Stelle einfällt, wo es im Ort überhaupt noch ein Straßenpflaster gäbe, zumindest wenn man an ein klassisches Kopfsteinpflaster denkt. Jedoch gibt es bei genauerer Betrachtung schon die ein oder andere Stelle, an der unter der Teerdecke wieder etwas vom ursprünglichen Pflaster hervorbricht.

  

Bezogen auf die Gemeinde könnten diese Stellen für Erinnerungen an die Vergangenheit stehen. „Was war das doch früher so schön!“ Man besinnt sich, ganz nostalgisch, auf einige Stellen, wo davon noch etwas zu sehen ist.

  

Keine Frage: Erinnerungen sind ein Schatz, und wir sollten sie pflegen. Gleichzeitig sehe ich es aber auch als Herausforderung für die Kirche an, nicht nur bei der Erinnerung an andere Zeiten stehen zu bleiben und dabei den Blick auf das, was heute wächst und blüht, zu vernachlässigen. Oder um im Bild zu bleiben: Wenn wir uns hauptsächlich an den Stellen erfreuen, an denen das Kopfsteinpflaster vergangener Zeiten durchkommt, dann wird die Fahrt ziemlich holprig. Als jemand, der immer wieder mit dem Fahrrad unterwegs ist, weiß ich ein Lied davon zu singen…

  

Deshalb bringt mich die Frage nach dem Bürgeler Pflaster eher zu einem Plädoyer für ebene Wege, die es ermöglichen, die Umgebung wahrzunehmen und zu genießen. Und da gibt es ja wirklich sehr viel Schönes, nicht nur ganz konkret in Bürgel und Umgebung, sondern auch wieder im übertragenen Sinn, wenn ich auf meine Erfahrungen in der Gemeinde schaue.

  

Hier ließe sich nun unendlich viel nennen, wo ich in meinen verschiedenen Tätigkeitsbereichen immer wieder kleinere und größere Aufbrüche erlebt habe, die für mich für eine ermutigende Art, Kirche zu sein, stehen. Zumindest ein kleiner Überblick über die Landschaft, die ich wahrnehme, soll hier zu Wort kommen.

  

Wenn ich darüber nachdenke, was ich alles getan habe in den etwa zwei Jahren, dann fällt mir auf, wie vielfältig die Erfahrungen waren. Es geht von den ganz Kleinen, die ich getauft habe, über die Kindergartenkinder, die Schul- und Erstkommunionkinder, die Jugendlichen, die Familien, die Senioren bis hin zu den Verstorbenen, die ich beerdigt habe. Das ist eine ganz große Bandbreite, wo ich die Gelegenheit hatte, mit dem Leben der Menschen in Kontakt zu sein. Schön dabei ist, dass sich von Anfang an immer wieder Begegnungen ergaben, bei denen wir tiefer ins Gespräch kamen. Ich habe solche Momente, etwa bei Trauergesprächen, Beerdigungskaffees, Krankenkommunionen, spontanen Begegnungen im Ort usw., immer wieder als Geschenk erlebt, weil es oft Gelegenheiten waren, die nicht aus eigener Anstrengung und Planung heraus entstanden sind, sondern sich einfach ergeben haben oder – wie ich es aus gläubiger Überzeugung heraus sagen würde: Es waren Momente, in denen Gott seine Hand im Spiel hatte.

  

Besonders dankbar bin ich für die Erfahrungen in der Erstkommunionvorbereitung der beiden vergangenen Jahrgänge. Es ist einfach schön zu sehen, wie Beziehungen wachsen und wie ich mich selbst dadurch bereichern lassen durfte. Dabei wurde schnell deutlich, dass die gemeinsame Zeit nicht nur eine Sache zwischen den Kindern, den Katechetinnen und mir war, sondern dass die positiven Erlebnisse Kreise zogen zu den Familien und darüber hinaus. Sehr beeindruckend ist für mich, wie sich aus diesen Beziehungen heraus gerade in der letzten Zeit, viele Gelegenheiten ergeben haben, bei denen ich zutiefst das sein durfte, was ich von meiner Berufung her sein will, nämlich Seelsorger.

  

Ist Bürgel ein schwieriges Pflaster? Ich denke, meine Antwort, dürfte klar geworden sein…

 

Edith Amann

Edith Amann nahm Abschied

Die langjährige Leiterin der Kindertagesstätte der katholischen Kirchengemeinde St. Pankratius Frau Edith Amann ist Ende des Monats Juni 2010 auf eigenen Wunsch ausgeschieden.

Zum Dank für das Engagement und die Treue richtete die Pfarrgemeinde St. Pankratius Frau Amann zu Ehren einen Empfang mit Weggefährt/Inn/en im Gemeindezentrum aus.

1992 hatte Frau Amann die Leitung übernommen. Unter ihrer Ägide fand die Umwandlung vom Kindergarten zur Kindertagesstätte und die damit einhergehende Neukonzeption und der Umbau zu einer zeitgemäßen Einrichtung statt.

 

Bis Ende des Jahres wird Frau Keil und das Team der KITA in bewährter professioneller Weise die Zwischenzeit bewältigen bis Frau Amanns Nachfolgerin Anfang 2011 die neue Leitung übernimmt.

Wir wünschen Frau Amann für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen.