Nachdenkliches 

Nimm dir Zeit

... zum Arbeiten, es ist der Preis des Erfolges.
... zum Denken, es ist die Quelle der Kraft.
... ewiger Jugend.
... zum zum Spielen, es ist das Ge-heimnis Lesen, es ist der Brunnen der Weisheit.
... zum Träumen, es bringt dich den Sternen näher.
... zu lieben und geliebt zu wer-den, es ist der wahre Reichtum des Lebens.
..., dich umzuschauen, der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein.
... zum Lachen, es ist die Musik der Seele.
..., freundlich zu sein, es ist der Weg zum Glück.
... zur Andacht, sie wäscht den irdenen Staub von den Augen.

Wenn ich sterbe, dann komme ich zum lieben Gott

Als Kaplan an den Universitätskliniken in Mainz habe ich Armin,
einen 12-jährigen Jungen, betreut. Er war in seiner Heimatgemeinde ein zuverlässiger Messdiener gewesen.
An einem Nachmittag spielte er auf der Anhängervorrichtung eines Lastwagens. Dieser fuhr plötzlich an, und Armin fiel herunter und ein Rad des Anhängers fuhr über ihn. Armin kam nach Mainz in die Universitätsklinik. Er wurde mehrmals operiert - doch er wurde immer schwächer.
Einen Tag vor seinem Tod besuchte ich ihn und fragte: Armin, hast Du Angst vor dem Sterben? Armin antwortete wie aus der Pi-stole geschossen: Nein!
Die Antwort machte mich ganz hilflos, so dass ich ihn in meiner Hilflosigkeit fragte: Warum nicht? Armin sagte wieder ganz direkt:
Wenn ich sterbe, dann komme ich zum lieben Gott. Das ist wie an meinem Geburtstag: Da sind alle meine Freunde da.
Damals wie heute finde ich die Antworten faszinierend. Armin hat in seiner Sprache und mit seinen Bildern das ausgedrückt, was wir Christen meinen, wenn wir sagen: Zu Gott kommen, in den Himmel kommen.

(Jürgen Nabbefeld)

Ein menschlicher Kardinal

Im Wintersemester 1970/71 begann ich mein Philosophie/Theologie-Studium an der Universität in Mainz und wohnte als Priester-amtskandidat im Priesterseminar. Nach diesem Semester verstarb meine Mutter.
An einem Nachmittag klopfte es an meiner Tür und als ich öffnete, stand mein Bischof, Hermann Kardinal Volk, vor mir. Er sprach mir seine Anteilnahme zum Tod meiner Mutter aus, setzte sich und sagte plötzlich zu mir: „Wer wäscht jetzt Ihre Wäsche; wer stopft Ihre Strümpfe?" Ich brachte keinen Ton heraus. Als er meine Verlegenheit bemerkte, sagte er: „Bringen Sie es bei mir vorbei; meine Schwester macht‘s."
Kardinal Volk war der Einzige, der eine solche Frage stellte. Heute bitte ich manchmal den guten Gott, dass er mir auch ein wenig die Fähigkeit schenkt, in bestimmten Situationen die Sorgen und Nöte der Menschen zu erkennen und darauf zu reagieren.

(Jürgen Nabbefeld)