Sanierung der Marienkirche (1999-2001)

Das Projekt der Sanierung der katholischen Pfarrkirche St. Marien war eine vielschichtige und interessante Herausforderung. Seit ihrer Einweihung im Jahre 1913 ist dies die grundlegendste Instandsetzung der neobarocken Kirche. Neben der Sanierung des Gebäudes wird ein zusätzlicher Gottesdienstraum, die Krypta, unterhalb der vorhandenen Kirche gebaut. Begonnen hat die Gesamtrenovierung 1998 mit der statischen Sanierung des Turmes und der Glockenanlage, die um zwei neue Bassglocken erweitert wurde. Dann folgte 1999 der Ausbau und die Generalüberholung der historischen Klais-Orgel von 1914. Aufgrund des S-Bahn-Baues entlang der Bieberer Straße entstanden Risse im Kirchenschiff, deren negative Auswirkungen auf den statischen Zustand des Gebäudes mittels einer aufwendigen Zugseilkonstruktion in den Längsschiffwänden aufgehalten werden konnten. Darauf folgte die Instandsetzung der Außenfassade. Neben der grundlegenden Sanierung der Sandsteinflächen und der Wände wurden die Fenster überarbeitet und mit einer Schutzverglasung versehen, die vor Witterungseinflüssen schützt. Im Turm über dem Hauptportal wurde ein nach dem 2. Weltkrieg vermauertes Fenster wieder freigelegt, um die Fassade an der Bieberer Straße in ihren Originalzustand zurückzuführen. Im Inneren der Kirche wurde gleichzeitig mit der Sanierung der gesamten Wandflächen und der Ausmalung begonnen. Erneuert wurden auch die Heizungs- und Lüftungsanlagen, sowie die elektrischen Anlagen.

Für die Restaurierung des Kirchenraumes wurde ein Farbkonzept entwickelt, das auf historischen Vorgaben beruht. Im Zuge des Neubaus der Krypta wurde der Altarraum der Kirche neugestaltet. Die neuentstandene Decke der Krypta bildet die Grundfigur des Altarraumes, in dem der Voraltar in die Mitte der Altarinsel gesetzt und der vorhandene Hochaltar als krönender Abschluss des „Thronsaales Gottes" wieder in Geltung gesetzt werden konnte. Die neue Form der Altarstufen bildet den Rahmen für die neugeschaffene räumliche Situation. Weiterhin sind die wertvollen Kunstobjekte wie der Hochaltar, die Seitenaltäre, die Kanzel, die Statuen und der Orgelprospekt restauriert worden.

Im Bereich der Vierung, u n t e r den neugestalteten Altarstufen, entstand ein ca. 80 m² großer Gottesdienstraum (Unterkirche) für die Werktagsmessen. Der Form des Raumes liegen zum einen die Vorgaben der Liturgiereform zugrunde, zum anderen die Begebenheiten vor Ort. Die Krypta ist ein Ort der Ruhe und Besinnung. Die klare architektonische Raumform mit ihren gebogenen Wänden und die verwendeten Materialien nehmen sich gegenüber dem, was in der Krypta stattfindet, zurück und vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit. Wichtigstes Element in der Krypta ist der Altar, um den sich 30 Gläubige im Halbkreis versammeln können. Erschlossen wird die Krypta über den Marienhof an der Sakristei. Eine Wendeltreppe schafft die direkte Verbindung in den Altarraum der Kirche und die neuen Räumlichkeiten.

Der Eingang in die Krypta von außen führt durch ein Gang entlang der existierenden Fundamentmauern der Kirchenpfeiler, die in ihrem rauen Zustand belassen werden. Schon vom Gang aus kann man in die Krypta und auf das Altarbild der ehemaligen Notkirche blicken. Es ist neben dem Kreuz der einzige Schmuck des schlichten Raumes.

Am 25. August 2001 hat Bischof Karl Kardinal Lehmann im Zuge der Feiern zur Wiedereröffnung und Altarkonsegration die Krypta geweiht. Generaloberin Giovannina Lusso überbrachte Reliquien der Heiligen, die im Zelebrationsaltar bestattet wurden. Tags darauf stellte Bischof Dante Lafranconi aus Savona-Noli sie unter das Patronat der "heiligen Maria Giuseppa Rossello". Abschluss der Festwoche war ein Festgottesdienst mit Orgelweihe durch Generalvikar Dr. Werner Guballa am 2. September.

Sie können die FestschriftSt. Marien Offenbach am Main, 2001", die zur Wiedereröffnung der Marienkirche 2001 erschienen ist, zum Schmökern für zu Hause zum Preis von 5 € im Pfarrbüro erwerben.

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