Die Glocken von St. Marien

Zur Geschichte des Geläutes

Im Jahre 1913 goss der Frankentaler Glockengießer Karl Hamm für die neuerbaute Marienkirche ein vierstimmiges Hauptgeläute in schwerer Rippe. Dazu eine Wandlungsglocke. Dieses Geläute hing bis 1997 in einem Stahlglockenstuhl an Holzjochen.

Bereits im Ersten Weltkrieg musste die Wandlungsglocke abgeliefert werden. Sie blieb all die Jahrzehnte unersetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die drei großen Glocken zu Kriegszwecken eingezogen. Glücklicherweise kamen sie nach Kriegsende wieder unversehrt zurück, sodass die Marienkirche ein historisches Glockenensemble aus einem Guss bis heute zu Gehör bringen kann. Die Tonfolge der Hamm-Glocken ist cis´, dis´, e´ und fis´.

Durch den Bau der S-Bahn-Trasse, die unterirdisch die Bieberer Straße entlangführt, wurden erhebliche Gebäudeschäden an der Marienkirche verursacht. Unter anderem musste deswegen auch die Glockenanlage erneuert werden. Ein neuer Ringbalken wurde in die Glockenstube eingebaut, auf dem der neue Eichenholzglockenstuhl für ein erweiterbares Geläute ruht.

Am 8. Dezember 1998 goss Hans August Mark in der Eifeler Glockengießerei die beiden neuen Bassglocken mit der Tonfolge gis° und h°. Zu diesem Zeitpunkt war die große Annuntiata die schwerste Glocke, die die Gießerei je verlassen hatte. Und selbst heute ist sie noch die drittschwerste Glocke des 2003 verstorbenen Meisters Hans August Mark. Am Gründonnerstag 1999 erklang zum ersten Mal das um die Bassglocken erweiterte Geläute.

Im Sommer 2005 wurde das Geläute erneut mit einer Klangkrone um zwei Glocken erweitert. Die von Cornelia Mark-Maas gegossene Evangeliumsglocke erklingt seitdem in gis´ und die Wandlungsglocke in h´. Sie stehen im Oktavabstand zu den beiden Bassglocken und verleihen dem Glockenensemble Kathedralcharakter.

(2009, Felix Kaiser)

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