Einen "Koreanischen Kunstliederabend" unter der musikalischen Leitung von Young-Shik Kim präsentierten:
Birgit Treschau (Sopran),
Bock-Sill Kim (Sopran),
Shin-Ae Wagner (Sopran),
Se-Jin An (Sopran),
Chun-Ji Yoo (Sopran),
Hiromi Mori (Alt),
Jin-Soo Choi (Tenor),
Moon-Shik Oh (Bass),
Seung-Yeon Oh, Che-Yeon Oh und Zion Kang
Das koreanische Kunstlied
Das Koreanische Kunstlied hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert, im Wort "Chang Ga", eine sehr verbreitete Theorie unter Musikwissenschaftlern.
Die "Chang Ga" wurden in wenigen Fällen schriftlich übertragen, üblicher war die mündliche Überlieferung wie in der Volksmusik, und oft waren die Dichter und Komponisten keine professionellen Musiker sondern normal bürgerlicher Herkunft oder vom so genannten "einfachen Volk". Für die Melodien des "Chang Ga" wurden sehr oft die Melodien der christlichen Kirchenlieder genutzt, und diese wiederum wurden zu Nationalhymnen und patriotischen Protestliedern für die Unabhängigkeit.
1905 komponiert Kim In-Shik das Lied "Hakdoga" für die Schüler und Stundenten in Korea; eine Komposition, die den kommenden Generationen von Komponisten ein neues Fenster öffnen sollte. In die '20er Jahre kommend, entwickelt sich das moderne Korea sowie eine neue starke Bewegung in der Komposition des Koreanischen Kunstliedes.
Zahlreiche Kunstlieder werden durch Komponisten wie "Hong Nan-Pa" (1897-1941), "Pak Tae- Jun" (1900 - 1986), "An Ki-Young" (1900 - 1980) und "Hyun Jae-Myung" (1902 - 1960) komponiert und veröffentlicht, doch unter diesen wird vor allem Hong Nan-Pas "Die Balsamine" (1920, Text von Kim Hyun-Jun) mit der Publizierung in der internationalen Liedersammlung "Meisterwerke aus aller Welt" auch weltweit bekannt.
Anfänglich sind die koreanischen Kunstlieder, was die musikalische Form und den Stil anbelangt, noch sehr an der westlichen Musik orientiert, die Liedertexte sind jedoch sehr an das koreanische Volk und deren Gefühlswelt gebunden (z.B. Handeln sie oft vom Leid und der Wut des Volkes), sehr viele andere haben zum Inhalt die politische Aufklärung.
In den '30er Jahren setzt sich langsam das Kunstlied als Kompositionsform fest; "Chae Dong-Seon" (1900 - 1953), "Lee Heung-Yeol" (1909 - 1980), "Kim Sung-Tae" (1901), "Jo Du-Nam" ( 1912 - 1984), "Kim Dong-Jin" (1913) und weitere Komponisten kommen zum Vorschein und hinterlassen wertvolle Meisterwerke.
In den '40er Jahren sucht das Koreanische Kunstlied neue Wege, es werden Stücke mit Tendenz zur Progressivität und zum Realismus komponiert. "Yun I-Sang" (1917 - 1995), "Kim Soon-Nam" (1917 - 1986), "Na Un-Young" (1922 - 1993), etc., leiten diese Bewegung an und schreiben mit Hilfe neuer Techniken sehr moderne Beispiele.
In den '50er Jahren werden Kunstlieder in Massen geschrieben und veröffentlicht.
"Yun Yong-Ha" (1922-1965), "Byun Hoon" (1926), "Kim Soon-Ae" (1920), "Kim Dal- Sung" (1921) etc., kehren vom Auslandsstudium zurück und beginnen ihre Karriere als Komponisten in Korea.
In den '60er Jahren kommt es zur einem radikalen Generationswechsel im Ambiente der Komponisten des Kunstliedes und die einstige Bewegung teilt sich in zwei Richtungen; "Baek Byung-Dong" (1936) ist ein Beispiel der neuen Bewegung, er folgt der weltweiten Tendenz der "Neuen Musik" und komponiert so viele an dieser neuen Strömung inspirierte Werke. Ihm entgegen gesetzt die Komponisten "Jang Il-Nam" (1932-2006), "Choi Young-Sub" (1929), "Kim Gyu-Hwuan" (1925), "Lee Su-In" (1939), etc., die weiterhin für die breite Öffentlichkeit "publikumsfreundliche" Stücke komponieren.
Nach den '60er Jahren wurde die zu große Anzahl der Komponisten und Musiker zu einer Art Überschwemmung; so ist es nicht einfach, in der Masse einzelne Ausnahmen und Besonderheiten zu erkennen. Es existieren jedoch weiterhin beachtliche Komponisten und Musiker, die sich speziell dieser Kunstbewegung widmen und stetig an dieser arbeiten und in Konzerten aktiv sind. Auch in der heutigen Zeit ist das Kunstlied, dank der Unterstützung der Massenmedien, wieder sehr verbreitet und populär und es durchlebt eine signifikante Renaissance.
Unter den Stücken, die heute (am 14.05.2011 in der Marienkirche, d. Red.) präsentiert werden, sind unter anderem bedeutende Werke der Geschichte des koreanischen Kunstliedes sowie neue Kunstlieder des Komponisten und Tenors Kim Young-Shik, Mitglied der Oper Frankfurt.
So sind im Programm neue Kunstlieder, mit Texten von koreanischen Dichtern, die in Deutschland leben, sowie alt bekannte, traditionelle Werke vertreten.
Die koreanischen Kunstlieder mit Texten von koreanischen Dichtern, die in Deutschland leben, sind im Jahr 2004 entstanden und dank der stetigen und disziplinierten Arbeit des Komponisten Kim Young-Shik, sind sie in Deutschland und Korea bereits sehr bekannt und werden in zahlreichen Konzerten von professionellen Sängern und Chören in Konzerten vorgetragen. Die von Kim Young-Shik komponierten Kunstlieder sind bis zum heutigen Tag auf die beachtliche Zahl von 85 Werken gestiegen.
Das heutige Konzert ist in enger Zusammenarbeit mit dem "Koreanischen Kultur & Kunstverein in Deutschland" entstanden, welches am 3. März 2011 als zentraler Treffpunkt für die in Deutschland lebenden Künstler und Musiker gegründet wurde.
Ziel des Vereins ist die Bewahrung und Aktivierung "Traditioneller Kultur und Kunst" sowie die "Globalisierung und Verbreitung koreanischer Kultur und Kunst".
Für das heutige Konzert werden Texte/Gedichte von den Vereinsmitgliedern Jeon Seong-Jun ("Die Heimat der Sehnsucht"), Jin Kyeong-Ja (Weisse Asche), Bae Jeong-Sook ("Die Sonne ist ein Magier"/"Herbstempfang"/ zwei Lieder für Kinder), Kim Myeong Hee ("Die Balsamine"), Kwon Young-Sook ("Der brechende Stein"), Kim Han-Sook ("Die Nacht"), Lee Eung-Weon ("Das Gefluester der Blumen") vorgestellt. Zusammen mit vielen weiteren Gedichten, die in den Kunstliedern von Kim Young-Shik musikalisch bearbeitet wurden.
(Mai 2011, Young-Shik Kim)
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