Die Orgel in der Kath. Kirche Maria Königin in Mainz-Drais

von Dr. Manfred Wittelsberger

1750 wird erstmals von der Errichtung einer Orgel in der Draiser Kirche berichtet.
1790 ist eine Orgel vorhanden. Sechs Jahre später wird sie als zerstört beschrieben.
1805 wird eine Orgel aus dem Mainzer Gymnasium (Kronberger Hof) in der Draiser Kirche aufgebaut. 1833 und 1855 repariert der Mainzer Orgelbauer Bernhard Dreymann (1788-1857) das Instrument. Zwischen 1841 und 1853 pflegte Orgelbauer Köhler die Orgel.


Die Schlaadorgel

Schlaadorgel in Drais

Die heutige Orgel in der Draiser Kirche wurde 1873 von Johann Schlaad (1822- 1892) aus Waldlaubersheim bei Bingen erbaut. 1917 mussten Prospektpfeifen zu kriegszwecken abgeliefert werden. Während der Kirchen-Renovierung 1922 wurden die fehlenden Pfeifen ersetzt.
Zwölf Jahre später, 1934, kam das Instrument an die Südwand der Empore, 1955 wieder in die Emporenmitte.
Orgelbauer Erich Breitmann (Nieder-Olm) arbeitete 1965 das Register Salicional 8' in eine Quinte 22/3' um.
Bei einer grundlegenden Restaurierung durch die Firma Vleugels (Hardheim) im Jahre 1987 wurde die Orgel auf ihren ursprünglichen klanglichen Zustand zurückgeführt. Eine Ausreinigung und Stimmung durch die Firma Förster & Nicolaus (Lich/Oberhessen) erfolgte im Anschluss an die Kirchenrenovierung im Jahr 2000.


Disposition

Schlaadorgel in Drais

Manual C-f3 Pedal C-g0
Principal 8' Subbass 16'
Bourdon 16'
Octave 4' Pedalkoppel
Superoctave 2'
Mixtur 3fach 11/3'
Flötgedackt 4'
Salicional 8'
Grossgedackt 8'

Die Register Principal 8' bis Mixtur können durch eine mit dem Knie zu bedienende Vorrichtung (Sperrventil) an- und abgeschaltet werden.
Mechanische Schleiflade. Die Spielanlage ist an der vom Altar aus gesehen linken Seite angebracht.

Bis auf das Register Salicional 8' ist die Orgel original erhalten.