ZIELORIENTIERUNG

 

Die Frage nach dem "Wozu?"

Der Zielorientierung vorausgehend ist eine Analyse der differenzierten Lebenswelten (s. „Adressatenorientierung“) und eine sich anschließende Schwerpunktsetzung (Option).

Eine Option wiederum muss sich messen lassen an der christlichen Botschaft, dem Wort Gottes und seinem Anspruch (s. „Botschaftsorientierung“). Der Bedarf an Differenzierung und arbeitsteiliger Zusammenarbeit (s. „Pluralisierung und Profilierung“ und „Kooperation und Vernetzung“) steigt und damit auch der Bedarf an einer Zielorientierung für das pastorale Handeln.

Durch Zielorientierung wird die Energie dafür investiert, wozu etwas zu tun ist und nicht darauf, was zu tun bzw. zu erledigen ist. Es geht darum, Ziele und nicht Themen zu benennen, denn Themenangaben sind noch keine Ziele. Die Frage nach dem „Wozu“ ist die Frage nach den Zielen und Ergebnissen, die erreicht werden sollen. Ziele beschreiben vorausgedachte Ergebnisse. Sie geben die Richtung an, in der die Energie eingesetzt werden soll. Und mit klaren Zielen steigt auch die Zufriedenheit.

Ziele müssen eindeutig formuliert, d. h. möglichst konkret sein. Sie müssen mess- bzw. überprüfbar sein, damit man weiß, wann das Ziel erreicht ist. Ziele sollten immer attraktiv und anziehend sein, damit sie Energie freisetzen und Motivation erzeugen. Sie müssen aber auch realistisch sein, d. h. im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten erreicht werden können. Ziele beinhalten einen Termin, bis zu dem sie erreicht werden sollen.

Nur wer Ziele definiert, kann auch erkennen, wo sie nicht erreicht wurden und wie sie verändert, angepasst werden müssen.

Ein wichtiges Instrument der Zielorientierung ist die Projektmethode. Denn ein Projekt ist zielorientiert, hat somit eine eindeutige Aufgabenstellung, Verantwortung und Zielvereinbarung. Es ist mit einem klaren Anfangs- und Endtermin zeitlich begrenzt und ist gegenüber anderen Vorhaben abgegrenzt. Die zeitlichen, finanziellen und personellen Mittel sind auf das Ziel hin begrenzt. Die zeitliche Begrenzung und die Orientierung an vorhandenen und erschließbaren Ressourcen verhindert Überforderung und Überlastung. Eine Analyse der Handlungsfelder, die Formulierung der Herausforderungen und das Festlegen von Optionen und Prioritäten sind Teil der Projektentwicklung.