DIFFERENZIERUNG und PROFILIERUNG

 

Segmentäre und funktionale Differenzierung

Die Großstadtsoziologie hat gezeigt, wie sich Gesellschaft in der Stadt ausdifferenziert. Dies hat zur Folge, dass auch Kirche in ihren Gemeinden und Einrichtungen ein differenziertes Angebots- und Leistungsspektrum darbieten muss. D. h., dass nicht alle das Gleiche oder Ähnliches anbieten (segmentär: mehrfach der gleiche Typ), sondern sich viele einzelne Bereiche herausbilden und auf eine Funktion spezialisieren und so je eigene Profile entwickeln (funktional: arbeitsteilige, aufeinander abgestimmte, „konzertierte“ Differenzierung). Diese unterschiedlichen Profile müssen miteinander vernetzt sein und aufeinander verweisen.

Das heißt, hingearbeitet werden muss auf Anschlussfähigkeit an/für die Menschen.
Diese Einsichten erfordern eine Umgestaltung der Kirche in ein Verhältnis der Entsprechung: differenzierte Angebote, die der Differenziertheit der Stadt entsprechen, vernetzt mit niederschwelligen Zugängen und einer Verweisstruktur.

Das heißt konkret, dass es keinen Standardtyp von Pastoral und SeelsorgerInnen geben darf. Ebenso darf es kein enggeführtes Kennzeichen der Kirchen- und Glaubenstreue geben, z.B. das Engagement in der Pfarrgemeinde.
Vielmehr sind in der Pastoral Arbeitsteilung und Ressourcenorientierung ebenso wie Spezialisierung und Prioritätensetzung (nicht mehr „Allen alles sein“ wollen) nötig.
Dazu bedarf es der Koordination, Kooperation und Konzertierung in der Pastoral, d.h. die unterschiedlichen Angebote, Profile und Typen von Pastoral müssen miteinander vernetzt, transparent und verbindlich sein.

Nur indem die Kirche differenziert auf Menschen zugeht und dies arbeitsteilig koordiniert, erreicht sie unterschiedlichste Menschen und überwindet dabei eine tendenzielle personelle Fixierung auf bestimmte Milieus.