Eine Partnergemeinde in Brasilien
Pfarrer Lothar Bauchrowitz, der unmittelbar nach der Priesterweihe in Mainz sein Leben in den Dienst der Missionsarbeit stellte und im brasilianischen Rondonopolis am 15. August 1964 seinen ersten Gottesdienst zelebrierte, predigte im September 1968 in der Canisius-Kirche und stellte seine Missionsarbeit vor.
Das blieb nicht ohne Folgen: Die Pfarrei übernahm eine Patenschaft für die Speisung bedürftiger Kinder im Arbeitslosenviertel der brasilianischen Stadt. Seither kommt der Pfarrer etwa alle zwei Jahre nach Gonsenheim um über seine Arbeit zu berichten und neue SpenderInnen zu gewinnen.
Bereits 1984 betreut Pfarrer Bauchrowitz 1.400 Kinder mit Erziehung, Frühstück und Mittagessen und ist eifrig am Häuserbauen.
Die hohe Inflation - damals schon 230% pro Jahr - führt dazu, dass die Armen immer weniger Lebensmittel kaufen können, falls sie nicht ohnehin arbeitslos und ohne Einkommen sind. So etwas wie Sozialhilfe gibt es in Brasilien nicht. Bis zu 300.000 Kinder werden jährlich wegen Unterernährung und Vernachlässigung sterben, bevor sie ihr erstes Lebensjahr vollendet haben, befürchtet das Gesundheitsministerium. Pfarrer Bauchrowitz kämpft mit seinen Mitteln, so gut es geht: er legt Gemüsegärten an und kleine Hühnerfarmen.
St. Petrus Canisius kann ein Scherflein dazu beitragen: DM 6.856,-- kommen allein 1984 durch Kollekte, Spenden, den Beitrag des Handarbeitskreises und das Sommerfest für die brasilianische Patengemeinde zusammen.
Vier Millionen Bauern sind in Brasilien ohne Land, aber die Regierung kann nur für 200.000 Abhilfe versprechen. 1996 kann der Pfarrer Land kaufen, das ausreicht, es an 200 Familien zu verteilen.
Seit 1970 hat Pfarrer Bauchrowitz über 1.100 Einfach-Häuser bauen lassen; allein im Dezember 1998 kann Pfarrer Bauchrowitz - er hat inzwischen mehr als 30.000 Seelen in einem 500 Quadratkilometer großen Distrikt zu betreuen - 102 einfache Steinhäuser an arme Familien übergeben und sie damit aus menschenunwürdigen Palm- und Bretterhütten heraus holen. Die Häuser sind 32 qm groß und haben einen Materialwert von je DM 2.200,--. Drei Räume mit Toilette bieten vier bis fünf Personen eine Unterkunft.
Der Großteil der Kosten ist durch Spenden aus Deutschland gedeckt, manche/r GonsenheimerIn hat sein/ihr Scherflein dazu beigetragen. Die Patenpfarrei St. Petrus Canisius schickt immer einen Großteil der Sommerfest-Einnahmen und im Handarbeitskreis regen sich viele fleißige Hände, um Bauchrowitz zu unterstützen.
2003 betreut Bauchrowitz 30 Gemeinden in Rondonopolis, kümmert sich um 33 Kindergärten mit 1.900 Jungen und Mädchen, kümmert sich um Obdachlose und alte Menschen und plant den Bau von 20 neuen Altenwohnungen.
Betreuung und sinnvolle Freizeitbeschäftigung für größere Kinder und Jugendliche, Alphabetisierungs- und Fortbildungskurse sind weitere Stichworte im Rahmen seiner umfangreichen Hilfsaktionen.
Beim Sommerfest der Pfarrgemeinde informieren Stellwände mit Fotos und Texten über „Padre Lothar", wie Pfarrer Bauchrowitz in Rondonopolis genannt wird, seine Arbeit in Brasilien - er ist Caritasdirektor der dortigen Diözese - und über den Camara-Kreis in Nieder-Olm, der den Pfarrer ebenfalls aktiv unterstützt.