Ergebnisse der Liturgieumfrage 2010

Die Statistik ist hier  abzurufen:

 Liturgieumfrage, Statistik (pdf, 211 KB)

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Eine Umfrage bei den Gottesdienstbesuchern in St. Martin, die der Pfarrgemeinderat 2010 durchführte, hat nähere Informationen über Wünsche, Sehnsüchte aber auch Kritik der Gemeindemitglieder aufgezeigt.

Der gemeinsam mit Herrn Günther Götz ausgearbeitete Fragebogen wurde an einigen Wochenenden im vergangenen Herbst den Gottesdienstteilnehmern ausgehändigt. Bei der ersten Auswertung verblüffte neben der sehr großen Anzahl von knapp 300 ausgefüllten Fragebögen vor allem die Tatsache, dass über 80 Personen ihre Antworten mit eigenen, zum Teil umfangreichen Anmerkungen und Anregungen ergänzt haben. Dies zeigt - über die Ergebnisse der statistischen Auswertung hinaus - welch große Bedeutung der Feier des Sonntagsgottesdienstes beigemessen wird und wie hoch auch die Erwartungen an die Gottesdienstgestaltung sind.

Unterschiedliche Elemente und unterschiedliche musikalische Ausprägungen bei der Gottesdienstgestaltung werden als bereichernd empfunden, Kinder sind willkommen, besonders die Gottesdienstangebote für sie und ihre Familien sind vielfältig.

Mehr Bezüge zum Leben und zur Lebenswirklichkeit sowie eine größere Aktualität bei Fürbitten und Predigten werden gewünscht. Dies soll nach Bestreben und Bemühen aller Beteiligten, im Rahmen der Möglichkeiten verstärkt berücksichtigt werden. Bei den Fürbitten sollen Krisen und Nöte der Gläubigen aufgegriffen werden, deshalb werden zusätzlich nun in regelmäßigen Abständen aktuelle Gebetsanliegen aus dem Fürbittbuch der Gemeinde (anonymisiert) eingebracht.

Verstärkt sollen Einzelne aber auch Gruppen aus der Gemeinde an der Gottesdienstgestaltung beteiligt werden, damit auch hier der Blick auf aktuelle Ereignisse einerseits aber auch die Vielfalt in der Gestaltung andererseits deutlicher werden. Einzelne Gruppen werden gezielt angesprochen, aber alle, die Interesse an der Mitwirkung haben, dürfen dies dem PGR oder im Pfarrhaus gerne mitteilen.

Zu erwähnen ist, dass der Jugendliturgiekreis unserer Gemeinde, zusammen mit Frau Kaluza und Herrn Kaplan Berger bestrebt ist, das Angebot an Jugendgottesdiensten zu erweitern und dass aus dem Firmjahrgang 2011 eine Jugendband aufgebaut wurde, die hoffentlich auch weiterhin bei der Gottesdienstgestaltung mitwirken kann.

Jungen Erwachsene wurden bei der Befragung nahezu nicht erreicht, da diese Gruppe auch wenig beim regulären Gottesdienstgeschehen präsent ist oder auch sein kann. Als geeignetes pastorales Angebot, könnte sich der PGR einen "after-work-Gottesdienst" vorstellen. Inwieweit dies im Rahmen der personellen Möglichkeiten realisiert werden kann, ist noch offen, zumal ein solches Angebot noch nicht hinreichend nachgefragt wurde.

Etliche Anregungen konnten schon direkt umgesetzt werden, die Messdiener werden gemeinsam mit den Kommunionhelfern die Kommunion empfangen, beim Vater Unser stellen sich die Kinder zur Gemeinde hin geöffnet auf, dem "Lasset uns beten" wird als Einladung zum persönlichen Gebet eine kurze Stille angefügt und anderes mehr.

Dem verständlichen Wunsch nach mehr Gottesdiensten, insbesondere in der Kirche St. Hedwig kann nur sehr begrenzt gefolgt werden, schließlich ist das Angebot mit zwei Vorabendmessen und zwei Gottesdiensten am Sonntag schon umfangreich.

Bei aller Zuversicht über die engagierte Teilnahme vieler an der Umfrage, bei aller Freude über die vielen positiven Rückmeldungen und bei aller Dankbarkeit über die offene Kritik erfüllen jedoch die allgemein rückläufigen Katholikenzahlen und die Abnahme der Gottesdienstteilnehmer in den letzten Jahren mit Sorge. Die in der Liturgiebefragung registrierte Altersverteilung weist einen eindeutigen Schwerpunkt auf: gut zwei Drittel der Teilnehmer sind 50 Jahre und älter; die Anteile der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind dementsprechend äußerst gering. Insgesamt haben nahezu doppelt so viele Frauen wie Männer an der Umfrage teilgenommen.

Da müssen wir dem Hl. Geist noch manches Fenster öffnen, damit er wehen kann.

Hans Robert Maier

Vorabdruck aus Unterwegs Sommer 2011