"Büchereien im Odenwaldkreis einst und jetzt" von Reinhard Gossenauer. Veröffentlicht in „gelurt" - Odenwälder Jahrbuch für Kultur und Geschichte 1998; Herausgegeben vom Kreisarchiv des Odenwaldkreises, Erbach 1997; ISBN 3-984066-4-4

Büchereien im Odenwaldkreis einst und jetzt


Vorspann

Die allgemeinbildenden öffentlichen Büchereien von heute sind das Ergebnis einer ca. 200jährigen Entwicklung, deren Ausgangspunkt verschiedenartige Ansätze waren, dem Lektürebedürfnis eines neu entstandenen Lesepublikums entgegenzukommen. Gewerbliche Leihbüchereien als kommerzielle Unternehmen, die überwiegend Unterhaltungsliteratur anboten, erlebten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihre Blütezeit, begannen im 19. Jahrhundert gegenüber den öffentlichen Büchereien langsam an Bedeutung zu verlieren und sind heute praktisch bedeutungslos.

Nichtkommerzielle gemeinnützige öffentliche Büchereien als Orte jedermann zugänglicher allgemeiner Information, Bildung und Unterhaltung gibt es in Deutschland erst seit dem 19. Jahrhundert. Größere Breitenwirkung als die Stadtbüchereien erzielten dabei jene Büchereien, deren Einrichtung auf den katholischen Borromäusverein (gegründet 1844), die liberale Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung (gegründet 1844), die evangelische Innere Mission (gegründet 1848), die liberale Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung (gegründet 1871) sowie die Arheiterbildungsvereine (seit den 1840er Jahren) zurückgeht. Es gibt in Deutschland bis heute kein flächendeckendes Angebot an öffentlichen Büchereien. 1995 gab es in Deutschland insgesamt 13 032 öffentliche Büchereien, davon 5421 in kirchlicher Trägerschaft, (4361 in katholischer und 1060 in evangelischer), Es folgt nun eine Zusammenstellung der Büchereien im Odenwaldkreis.

Erbach

Gewerbliche Leihbüchereien

Von Februar bis Juni 1938 bestand in der Erbacher Neckarstraße die gewerbliche Leihbücherei von Hans Kaiser, Im Jahre 1948 wurde erneut eine gewerbliche Leihbücherei gegründet, Sie befand sich in der Beethovenstraße und wurde von Ilse Deibel betrieben. Die Einrichtung bestand noch 1950, hörte jedoch bereits vor 1966 auf zu existieren.

Die Leihbücherei von Bruno Kraft bestand von 1949 bis 1957 in seinem Laden, in dem er Bücher, Zeitschriften etc. verkaufte. Der Laden befand sich von der Firmengründung 1949 bis 1951 im Städtel und ab 1951 bis 1957 in der Hauptstraße. Ein Herr Walter meldete 1950 einen gewerblichen Lesering (Ausleihe von Büchern und Zeitschriften) an. In welcher Straße der Lesering zu finden war und wie lange er bestand, ist nicht bekannt. Seit 1957 betrieb Friedrich Zimmermann in der Hauptstraße eine gewerbliche Leihbücherei, die seiner Buchhandlung angegliedert war. Zimmermann war der Nachfolger von Bruno Kraft in dessen Räumen. nachdem Kraft auf eigenen Wunsch hin mit Zimmermann, der aus Michelstadt nach Erbach kam, den Laden tauschte und nach Michelstadt ging. 1973 übernahm Gerda Müller das Geschäft und verlegte es in die Brückenstraße, wo sie die Leihbücherei bis ca. 1975 weiterbetrieb (die Buchhandlung noch bis 1984).

Öffentliche Büchereien

Die erste nachweisbare derartige Einrichtung in Erbach war eine, in den 1870er/1880er Jahren bestehende, Gräflich Erbach-Erbachische öffentliche Bücherei, die sich vermutlich in der Rentkammer befunden haben und von Kammeramtmann Johann Philipp Bickelhaupt betreut worden sein dürfte. Hier konnten Erbacher Bürger kostenlos Bücher ausleihen. Wie groß der Bücherbestand war, wie er sich zusammensetzte und bis wann die Einrichtung bestand, ist nicht bekannt,

Von Preußen ausgehend, setzte sich nach der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert der Gedanke zur Errichtung von Wanderbüchereien durch. 1904 wurde in Erbach eine Kreiswanderbücherei errichtete. Die Federführung der Einrichtung lag bei der Kreisschulkommission mit Sitz im Landratsamt. Die Buchausleihe in den Ausleihstationen, die sich jeweils im Schulhaus befanden, erfolgte durch die Lehrer der jeweiligen Ortschaften. Es wurden zunächst zehn Ausleihstationen im Kreisgebiet errichtet, deren Zahl bis vor 1945 auf 56 angewachsen war. Jede Station erhielt zunächst ca. 60 Bücher, die von den Bewohnern der jeweiligen Gemeinde ausgeliehen werden konnten. Jede(r) durfte nur ein Buch ausleihen. Die Ausleihe kostete anfangs 1 Pfennig/Buch und in der Zeit vor 1945 dann 5 Pfennige/Buch. Die Bücher waren in Kisten verpackt. die zugleich als Bücherschränke dienten; sie wurden nach Absprache von den Ausleihstationen an die Zentrale in Erbach zurückgesandt; im übrigen erfolgte ein jährlicher Ringtausch der Bücherkisten unter den zu Ausleihzirkeln zusammengeschlossenen benachbarten Schulen/Ausleihstationen: dadurch erfolgte eine Erneuerung des Buchbestandes in den einzelnen Stationen. Der Ausleihbetrieb beschränkte sich auf das Winterhalbjahr (November bis April). Während des Zweiten Weltkrieges kam es zu einem völligen Zusammenbruch der Einrichtung. 1947 begann der damalige Lehramtsanwärter Jarsch mit dem Wiederaufbau der Kreiswanderbücherei, die mit der alten jedoch nur noch den Namen gemeinsam haben sollte. Jarsch trug zunächst die Reste der über das gesamte Kreisgebiet verstreuten Bücherbestände in der Schule am Treppenweg zusammen, sichtete und ordnete sie und errichtete dann im Landratsamt eine Zentralbücherei der wiederbelebten Kreiswanderbücherei.

Im Winterhalbjahr 1948/49 wurden die ersten 18 Bücherkisten an interessierte Dorfschulen ausgeliefert, wo dann die jeweiligen Lehrer die Buchausleihe betreuten. Auch die Erbacher Zentralbücherei war nun Ausleihstation geworden. Die Kreiswanderbücherei war insofern keine Wanderbücherei mehr, als der Ringtausch der Bücherkisten entfiel und der komplette Umtausch der Bücher einer Ausleihstation in der Zentralbücherei erfolgte, später dann ein gezielter Teilumtausch je nach Bedarf. Nach der Auflösung der Erbacher Amerikahaus-Bibliothek (siehe weiter unten) verwaltete die Kreiswanderbücherei neben den eigenen Beständen auch die deutschsprachige Abteilung dieser Einrichtung, bis sie 1956 als Grundstock an die eben gegründete Stadtbücherei ging. Als der Hessische Landkreistag 1957 allen Landkreisen empfahl, Kreisbüchereien zu errichten. konnte die hiesige Kreiswanderbücherei bereits auf acht Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. 1953 existierten 40 Ausleihstationen, der Höchststand wurde mit 53 Ausleihstationen erreicht und am Ende waren es noch 21. Mit der Auflösung der Dorfschulen nach 1970 hörten auch viele Ausleihstationen auf, zu existieren, Der Gedanke, eine Fahrbücherei mit Bücherbus einzurichten, wurde aus Kostengründen verworfen. 1982 wurde die Zentralbücherei vom Landratsamt in die Grundschule am Treppenweg verlegt. 1984 schließlich wurde die Kreiswanderbücherei aufgelöst. Der Buchbestand belief sich 1981 auf 5833 und 1984 auf ca. 6000 Bände (Jugend- und Sachbücher und Belletristik). Die Ausleihe war von der Wiedereröffnung 1948/49 bis zur Auflösung 1984 stets kostenlos gewesen. Die Leitung der Einrichtung lag bis zu ihrer Auflösung in den Händen von Lehrer Jarsch. Der Buchbestand der aufgelösten Kreiswanderbücherei ging zu etwa einem Viertel an die Erbacher Stadtbücherei.

1906 wurde in Erbach ein Volksbildungsverein gegründet, der der oben bereits erwähnten Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung mit Sitz in Berlin angeschlossen war. Seit 1906 unterhielt der Verein eine, vorerst bescheidene, Bücherei, in der jedermann gegen ein geringes Entgelt Bücher ausleihen konnte. Bereits vor 1927 war der Verein nicht mehr existent. Wo sich die Bücherei befunden hat, ist unklar. Da jedoch der evangelische Pfarrer Otto Scriba Mitarbeiter im Verein war, könnte sich die Einrichtung im evangelischen Pfarrhaus in der Hauptstraße befunden haben und eventuell bei der Auflösung des Vereins von der Kirche als Teil der Evangelischen Gemeindebücherei übernommen worden sein. Auf jeden Fall existierte bereits vor 1945 eine evangelische Gemeindebücherei, die im alten evangelischen Gemeindehaus in der Jahnstraße ihren Sitz hatte und mit dem Gebäude bei dem amerikanischen Bombenangriff 1945 zerstört wurde. 1948 machte Pfarrer Otto Hahn einen Neuanfang mit 400 Büchern, die er als Leihgaben unter den Gemeindemitgliedern gesammelt hatte. 1949 betrug die Ausleihgebühr 20 Pfennige/Buch. Die Bücherei ist Mitglied im Verband Evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau. Von 1953 bis 1963 könnte der Büchereibetrieb geruht haben, jedenfalls fehlen aus diesem Zeitraum jegliche Unterlagen. 1963 befand sich die Bücherei im alten Gemeindehaus in der Hauptstraße. Der Bücherbestand belief sich auf 90 Bände. Seit 1973 hat die Einrichtung ihren Sitz im neuen evangelischen Gemeindehaus am Pfarrgarten.

Von 1963 bis 1989 betreute die Gemeindehelferin Ursula Schaube die Bücherei, seit 1989 nimmt Anneliese Götte diese Aufgabe wahr. 1995 standen ca, 1700 Bücher zur kostenlosen Ausleihe zur Verfügung und zw ar aus den Bereichen Bilderbuch, Romane, Erzählungen, Biographien und Sachbuch (u.a. theologische Literatur), davon ca. 100 Bände im Großdruck.

Die katholische öffentliche Bücherei im Pfarrsälchen am katholischen Pfarramtsgebäude in der Hauptstraße kann für das Jahr 1918 die ersten Ausleihen nachweisen. Die Gründung der Einrichtung geht auf den oben bereits erwähnten Borromäusverein mit Sitz in Bonn zurück, den es in Erbach nachweislich seit 1915 gibt, Der Bücherbestand belief sich 1918 auf 475 Bände. 1933 wurde die Bücherei als öffentliche Bücherei aufgelöst und als rein innerkirchliche Bücherei (bis 1945) weitergeführt. Diese Maßnahme ist im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Büchereipolitik zu sehen (personelle Säuberungen, Gleichschaltung der bibliothekarischen Organisation sowie Säuberungen der Bücherbestände). 1938 erfolgte durch Pfarrer Alois Rudershausen eine Neuordnung und Aufstockung des Bestandes von 400 auf über 1300 Bände. Ein Großteil der Zugänge stammte aus Beständen der Marienschule in Mainz. 1948 erfolgte die Wiedereröffnung als öffentliche Bibliothek unter der Leitung von Hans Burz, der im Jahr zuvor Bücherspenden für die Bücherei gesammelt hatte. Neben ihm betreuten Nikolaus Kelbert und Walter Plöger bis Anfang der 50er Jahre die Bücherei. Der Bücherbestand belief sich 1952 auf 1439 Bände. 1957 übernahm die Gemeindehelferin Cäcilia Sachs zusammen mit Hilfskräften die Bücherbetreuung. Die Ausleihe kostete 1963 10 Pfennige/Buch. 1972 wurde die Bibliothek wegen Neuordnung des Bestandes geschlossen und 1973 wiedereröffnet. In den 1970er Jahren erfolgte der Anschluß der Bücherei an den Fernleihverkehr der Deutschen Bibliotheken, 1985 übernahm Elke Buhl die Büchereileitung bis 1991. Die Ausleihe war zwischenzeitlich kostenlos geworden, Seit 1992 wird die Bücherei durch ein Team ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen betreut und geleitet. Das jetzige neunköpfige Team: Marion Gross, Hedwig Nowara, Jacinta Petersik, Bibliotheksassistentin Luzia Scharf (gewählte Leiterin), Uschi Som, Ilona Sumalowitsch, Ursula Weiers, Kirchlicher Büchereiassistent Willi Weiers und Elke Winkler. Seit 1995 ist die Bücherei als erste katholische öffentliche Bücherei auch im Internet präsent, 1997 erfolgte der Umzug in neue Räume, in das Palais Arthur in der Hauptstraße, Der Bestand beträgt 1997 über 2800 Einheiten (Bücher aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch, Sachbuch, Comics, Unterhaltungsliteratur, eine Abteilung mit portugiesischsprachiger Literatur, Kassetten, Videos und Spiele).

1921 wurde die Graf-Arthur-Stiftung, eine Gräflich-Erbach-Erbachische öffentliche Jugend- und Volksbibliothek eröffnet, Sie befand sich im Gebäude der Rentkammer. Der Buchbestand betrug im Gründungsjahr ca. 900 Bände aus den Bereichen Jugendbuch, Belletristik und Sachbuch sowie Zeitschriften. Die Ausleihe war kostenlos. Wie lange die Einrichtung bestand, läßt sich nicht genau feststellen, jedoch erfolgte noch im Jahr 1956 eine Klassikerspende der Graf-Arthur-Stiftung an die gerade gegründete Erbacher Stadtbücherei. Seit 1946 gab es in Deutschland U.S. Information Center/Amerikahäuser, die kulturpolitische Aufgaben wahrnahmen und u.a. Bibliotheken besaßen. Auch das Erbacher U.S. Information Amerikahaus wurde 1946 errichtet und nahm 1949 seine Tätigkeit auf, Es befand sich in der Nees-von-Esenbeck-Straße, In der als Lesehalle bezeichneten Bibliothek standen 1951 ca. 3000 Bände (davon ca. 800 deutschsprachige) sowie 250 verschiedene Zeitschriften zur kostenlosen Ausleihe zur Verfügung. Bei der Auflösung 1954 belief sich der Buchbestand auf 2000 Bände. Die deutschsprachigen Bücher gingen zunächst in die Verwaltung der Kreiswanderbücherei über und 1956 als Grundstock an die eben gegründete Stadtbücherei.

Die Stadtbücherei befand sich von ihrer Gründung 1956 bis 1967 im Alten Schulhaus in der Hauptstraße und war 1956 mit 1300 Bänden bestückt, die aus Beständen des früheren Erbacher Amerikahauses sowie der Klassikerspende der Graf-Arthur-Stiftung stammten. Geleitet wurde die Bücherei von 1956 bis 1967 von Erna Krug. Ende 1968 erfolgte nach l 1/2 jähriger Pause die Wiedereröffnung in zwei Räumen am Treppenweg, wo sich die Bücherei bis 1976 befand, 1968 füllten 2000 Bände die Regale. Von 1956 bis 1968 betrug die Leihgebühr 20 Pfennige/Buch, seit 1968 20 Pfennige/Buch für Erwachsene und 10 Pfennige/Buch für Kinder. Seit 1970 besteht Anschluß an den Fernleihverkehr der Deutschen Bibliotheken, Die Bücherei ist Mitglied im Deutschen Bibliotheksverband, Die Leitung der Bücherei hatte von 1968 bis 1989 Diplom-Bibliothekarin Mara Roche inne. Von 1976 bis 1993 fand die Stadtbücherei in Räumen des Alten Rathauses am Marktplatz ihr Domizil, 1976 belief sich der Buchbestand auf 8000 Bände. Zum 1. Januar 1982 entfielen die Ausleihgebühren. Im gleichen Jahr wurden ca. 2400 Bücher aus allen Wissensgebieten aus der Werks-bibliothek Stuttgart-Feuerbach der Firma Bosch in die Bestände der Stadtbücherei übernommen. 1984 übernahm die Stadtbücherei dann Teile (ca. 1450 Bände) der gerade aufgelösten Kreiswanderbücherei. 1986 war der Bestand auf 13500 Bände angewachsen. Seit 1989 leitet Ulrich Godenschweger die Bücherei, Anfang 1994 erfolgte der Umzug in den renovierten Alten Bau des Erbacher Schlosses. Der Bestand belief sich 1996 auf 16061 Einheiten (Bücher aus den Bereichen Kinder- und Jugendbuch, Belletristik und Sachbuch sowie Kassetten).

Die bislang jüngste Bücherei in Erbach ist die Bibliothek des Kreisarchivs, die 1969 als Archiv für Heimatpflege im Erbacher Landratsamt gegründet wurde, wo sie bis heute ihren Sitz hat. Der Anfangsbestand betrug ca. 70 Bände, die aus den Nachlässen verstorbener Heimatforscher (u.a. Friedrich Höreth, Philipp Buxbaum jun. und Friedrich Mössinger) stammten. 1976 gelangten weitere Bücher ins Archiv für Heimatpflege, die aus im Rahmen der Gebietsreform 1971/72 aufgelöster Schulen und Gemeinden stammten. so auch die heimatkundlichen Bücher der ehemaligen Kreislehrer-bücherei. 1977 war der Bücherbestand auf über 1000 Bände angewachsen. Die Ausleihe erfolgte seit 1969 durch Karl Ober und Friedrich Schäfer, die Leitung der Einrichtung lag in den Händen von Werner Hardes. 1981 kam Bibliothekar Helmut Dortmann in das Archiv für Heimatpflege und betreut die Bibliothek hauptamtlich seit 1982. Der Bestand war bis 1981 auf ca. 1700 Titel angewachsen, 1984 wurde ein Teil der heimatkundlichen Bücher der gerade aufgelösten Kreiswanderbücherei in den Bestand der Kreisarchiv-Bibliothek übernommen. 1987 konnte das Archiv für die Benutzer einen Bestand von 3000 Bänden bereithalten, der bis heute auf ca. 12000 Einheiten (hauptsächlich Sachbücher aber auch Belletristikbände, Zeitschriften- und Zeitungsbände, Kalender und Landkarten aus den Bereichen Odenwaldkreis, Raum Darmstadt-Dieburg, Kreis Bergstraße, angrenzendes Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, östlicher Odenwald, Spessart und Taubertal sowie Hilfsliteratur wie Bibliographien, Lexika, hilfswissenschaftliche Nachschlagewerke etc. erweitert werden konnte.

Bullau 1)

1955 bestand in Bullau eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Ihrig betreut wurde.

Dorf Erbach

Von 1938 bis 1940 ließ sich in Dorf-Erbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Scheuermann betreut wurde. 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei in Dorf-Erbach, die nun von Lehrer Rudolph betreut wurde.

Ebersberg

Im Jahr 1955 existierte auch in Ebersberg eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, deren Betreuung Lehrer Puchta übernommen hatte.

Erlenbach

Von 1938 bis 1940 ließ sich in Erlenbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Mahn betreut wurde. 1955 gab es dann erneut eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei im Erlenbacher Schulhaus, die nunmehr von Lehrer Heinz Graubner bis zu Anfang der 1960er Jahre betreut wurde, der seit 1951 die Schule leitete.

1997 wurde im Erlenbacher Dorfgemeinschaftshaus in der alten Schule eine Bürgerbibliothek eingerichtet, die die jüngste Bücherei sowohl Erlenbachs als auch des Odenwaldkreises ist. Der Buchbestand von über 700 Bänden stammt aus Spenden des Lions-Club Odenwald sowie aus privaten Bücherspenden. Der Bestand umfaßt Bücher aus den Bereichen Belletristik (anspruchsvolle Werke und Unterhaltungsliteratur) sowie Sachbücher (u.a. Reise- und Bildbände). Die Benutzung der Einrichtung ist kostenlos. Die Benutzer lesen vor Ort im Lesezimmer, jedoch werden die Bücher auch an die Mitglieder des Altenclubs ausgeliehen. Die Betreuung der Bücherei erfolgt ehrenamtlich durch Mitglieder des Altentreffs.

Günterfürst

Von 1938 bis 1944 gab es in Günterfürst eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Walther betreut wurde. 1955 bestand erneut eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die jetzt von Lehrer Magsam betreut wurde.

Haisterbach

Von 1938 bis 1944 ließ sich auch in Haisterbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Schmitt betreut wurde,

Lauerbach

Schließlich bestand auch in Lauerbach in den Jahren 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreis-Wanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Huber betreut.

Schönnen

In den Jahren 1958 bis 1963 gab es in Schönnen auch eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Walther Lehr betreut.

(Bad) König

Gewerbliche Leihbüchereien

1938 bestand in König in der Bahnhofstraße die Gewerbliche Leihbücherei von Friedrich Müller, die in seinem Laden, in dem er seit 1922 Schreibwaren, Papier etc. verkaufte, untergebracht war. Er war Ladeninhaber bis 1952, die Leihbücherei bestand jedoch bereits 1947 nicht mehr.

Von 1948 bis 1950 betrieb Helene Zimmermann im Bad Königer Bahnhofskiosk eine Buchhandlung mit angeschlossener Leihbücherei, die eine Filiale ihrer Zentrale in Urberach im Kreis Dieburg war.

Öffentliche Büchereien

1904 wurde in König eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet. die von Oberlehrer Schmunck betreut wurde. In den Jahren 1938 bis 1944 wurde die Königer Station von Lehrer Hartmann betreut. Ob die Ausleihstation lückenlos von1904 bis zum Kriegsende bestand, ist unklar.

Seit 1951 besteht in Bad König eine katholische öffentliche Bücherei. die Mitglied im Borromäusverein ist. Sie befand sich anfangs im katholischen Pfarrhaus in der Friedrichstraße. Der Buchbestand belief sich 1951 auf 275 Bände und wuchs bis 1963 auf 1106 Bände an. Geleitet wurde die Einrichtung von 1958 bis 1963 von Maria Kos und von 1965 bis 1975 von Johanna Pfeiffer (zeitweise zusammen mit einer Hilfskraft). In den Jahren 1976 bis 1980 lag die Leitung dann in den Händen von Susanne Riedl. Danach ruhte der Büchereibetrieb bis 1984/85. Von der Wiedereröffnung der Bücherei 1984/85 bis 1991 leitete nun Adolf Preis die Bücherei, 1987 erfolgte ein Umzug der Einrichtung in das neue katholische Pfarrgemeindehaus, ebenfalls in der Friedrichstraße. Der Bestand war bis 1988 auf über 3200 Einheiten angewachsen. 1991 übernahm Anna Vogel die Büchereileitung, die sie bis heute inne hat. Der Bestand beträgt 1997 3580 Einheiten aus den Bereichen Kinder- und Jugendbuch, Belletristik und Sachbuch, Kassetten, CDs, Spiele sowie einige Videos. Ausleihgebühren werden nicht erhoben.

Von ca. 1956 bis Anfang der 1980er Jahre existierte in Bad König auch eine Evangelische Gemeindebücherei, die sich im evangelischen Gemeindehaus in der Schulstraße befand, wo auch der evangelische Kindergarten untergebracht war. Die Bücherei wurde stets von der leitenden evangelischen Kindergärtnerin mitbetreut. Von ca. 1967/68 bis 1975 war dies Elke Ewald und von 1975 bis zur Auflösung der Einrichtung Frau Schwobel. Wie groß der Buchbestand der Bücherei, die Mitglied im Verband Evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau war und wie er sich zusammensetzte, läßt sich nicht mehr feststellen.

Seit 1957 gibt es in Bad König eine Stadtbücherei. die von Lehrer Kurt Reiher im alten Lehrerwohnhaus errichtet worden war. Der Bestand belief sich damals auf rund 100 Bände. Nach Abriß des Gebäudes 1963 befand sie sich in der Elisabethenstraße (im heutigen Kurmittelhaus).

Der Bestand belief sich 1963 auf ca. 650 Bände und wuchs bis 1970 auf 1000 Bände am Standort alte Schule an. 1976 erfolgte der Umzug in die Rentmeisterei, 3870 Bände füllten die Regale. Lehrer Reiher wurde bei der Büchereileitung von Erna Reiher unterstützt bis 1980. Seit 1980 arbeitete Ursula Reiher in der Bücherei mit, die 1982 die Leitung der Einrichtung übernahm. 1984 kam dann das vorläufige Aus für die Bücherei. Der Buchbestand von 5000 Bänden wurde eingemottet. Nach 7jähriger Pause erfolgte 1991 die Wiedereröffnung im Großen Saal der Rentmeisterei am Schloßplatz, Der Bestand betrug bei der Wiedereröffnung über 5300 Bände und 1996 6931 Bände aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch sowie Belletristik und Sachbuch und einige Comics. Bis 1991 wurden Ausleihgebühren erhoben. Die Ausleihe kostete 15 Pfennige/Buch. Seit 1991 ist die Ausleihe kostenlos.

Etzen-Gesäß

In Etzen-Gesäß ließ sich von 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Knau betreut wurde. 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation in Etzen-Gesäß, die nunmehr von Lehrer Trautmann betreut wurde.

Fürstengrund

In den Jahren 1938 bis 1944 existierte auch in Fürstengrund eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie war von Lehrer Rudolph betreut worden.

Kimbach

1943/44 ließ sich auch in Kimbach eine von einem Lehrer betreute Ausleihstation der Kreiswanderbü-cherei nachweisen.

Momart

Bereits von 1938 bis 1940 ließ sich in Momart eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen. die von Lehrer Scherner betreut wurde. 1955 gab es erneut eine Ausleihstation in Momart, deren Betreuung ein Lehrer des Ortes übernommen hatte.

Nieder-Kinzig

1882 war die Schülerbibliothek der Nieder-Kinziger Schule unter der Leitung von Lehrer Simmermacher de facto eine Volksbibliothek, da die Erwachsenen die Bücher ebenfalls begierig lasen. Die kleine Bücherei umfaßte 1882 14 Bände (Grimms Märchen, Biographien, u.a. über Prinz Eugen und Marschall Blücher, und Geschichtsbücher, u.a. über die Burg Breuberg, die Nibelungen etc.). Wie lange diese Konstellation Schülerbibliothek/Volksbibliothek bestand, ist unbekannt.

1955 bestand in Nieder-Kinzig dann eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Mell betreut wurde.

Ober-Kinzig

Auch in Ober-Kinzig gab es bereits in den Jahren 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die durch Lehrer Gust betreut wurde. 1955 existierte dann erneut eine Ausleihstation, die wiederum von einem Lehrer betreut wurde.

Zell

1956 eröffnete Hildegard Hölper-Lasczak in Zell eine Gewerbliche Leihbibliothek.

Schließlich existierte auch in Zell von 1938 bis 1940 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Pons betreut wurde. 1955 bestand erneut eine Ausleihstation, die von einem Lehrer betreut wurde.

Beerfelden

Gewerbliche Bücherei

Von 1948 bis 1951 bestand im Krähberger Weg die Gewerbliche Leihbücherei von Rosa Groß, die Bücher jeglicher Art für Jung und Alt anbot.

Ebenfalls seit 1948 existierte in der Buchhandlung Karl Reuling Nachfahren unter dem Inhaber Friedrich Schubert in der Gammelsbacher Straße eine gewerbliche Leihbücherei. Sie bestand bis 1978. Die Buchhandlung besteht bis heute, z.Zt. unter der Inhaberschaft von Helmut Göbl.

Öffentliche Büchereien

Von 1938 bis 1944 ließ sich in Beerfelden eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Rektor Greim betreut wurde.

Seit 1949 gibt es in Beerfelden eine Stadtbücherei, Die Einrichtung befand sich von 1949 bis 1966 im Gebäude der Bürgermeisterei. Geleitet wurde sie von 1949 bis 1962 von Frau Kutz. Der Buchbestand belief sich im Gründungsjahr auf 227 Bände, der bis 1965 auf 1333 Bände angewachsen war. Von 1962 bis 1970 leitete dann Frau Schäfer die Bücherei, die 1966 ins Bürgerhaus in die Marktstraße umzog, wo sie bis heute ihren Sitz hat. 1967 stellte die evangelische Gemeindebücherei ihre Bände der Stadtbücherei zur Ausleihe zur Verfügung, wobei die Bücher Eigentum der Kirche blieben, 1970 ging die Büchereileitung an Frau Uhrig über, die sie bis 1980 innehatte. Der Buchbestand war von 1763 Bände 1970 auf 2126 Bände 1980 angewachsen, Seit 1980 nun wird die Stadtbücherei von Frau Schmidt geleitet. Der Bestand beläuft sich 1997 auf 3237 Einheiten (Bücher aus den Bereichen Sach-buch, Belletristik und Kinderbuch sowie einige Videos). Die Ausleihe kostet seit 1949 20 Pfennige/Buch. Von 1958 bis 1967 existierte in Beerfelden eine evangelische Gemeindebücherei. die anfangs eine Grundstockbücherei mit ca. 90 bis 100 Bänden war, deren Bestand bis 1967 auf 170 Bände anwuchs. Dieser Bestand wurde, wie bereits erwähnt, 1967 an die Stadtbücherei zur Ausleihe abgegeben, verblieb jedoch im Eigentum der Kirche. Die Einrichtung war Mitglied im Verband Evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau.

Seit 1959 besteht in Beerfelden eine katholische öffentliche Bücherei, die sich in der Bruder-Konrad-Klause (Unterkirche) in der Mümlingtal-Straße befindet. Die Einrichtung ist Mitglied im Borromäusver-ein. Sie wurde im Gründungsjahr 1959 von Gertrud Flach geleitet. Der Buchbestand belief sich damals auf 87 Bände. Von 1960 bis 1962 übernahm Pfarrer Bardo Kmietsch die Büchereileitung. Der Bestand war bis 1962 auf 260 Bände angewachsen. Wer die Bücherei von 1963 bis 1972 betreute, ist unklar. Von 1972 bis 1975 ruhte der Büchereibetrieb. 1976 erfolgte die Wiedereröffnung. Im Jahr 1977 wurden wiederum keine Bücher ausgeliehen. Danach war die Bücherei bis 1985 wieder in Betrieb. Die Einrichtung wurde von 1975 bis 1985 von Luitgard Reis betreut. Der Bestand betrug bei der Wiedereröffnung 1976 666 Bände und 1983 schließlich 1030 Bände aus den Bereichen Sachbuch, Belletristik, Jugend- und Kirchenbuch. 1985 wurden die Bücher der katholischen öffentlichen Bücherei Hesselbach an die Beerfeldener katholische öffentliche Bücherei abgegeben, da das Hesselbacher Pfarrhaus verkauft wurde (siehe Abschnitt Hesseneck/Hesselbach). Seit 1985 ruht der Büchereibetrieb der fusionierten katholischen öffentlichen Bücherei Beerfelden-Hesselbach,

Airlenbach

1955 bestand in Airlenbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Breckner betreut wurde.

Etzean

In Etzean ließ sich von 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen. die von Lehrerin Becker betreut wurde. 1959 gab es dann wieder eine Ausleihstation, die nun von Lehrer Werner Hardes betreut wurde.

Falken-Gesäß

In Falken-Gesäß bestand nachweislich von 1969 bis 1971 eine Gemeindebücherei, die aber vermutlich bereits seit längerem existierte, Sie dürfte sich im Gebäude der Gemeindeverwaltung befunden haben und wurde 1969 bis 1971 von Bürgermeister Maurer geleitet. Der Buchbestand belief sich 1969 auf 115 Bände aus den Bereichen Sachbuch, Belletristik sowie Kinder- und Jugendbuch. Die Ausleihe kostete 10 Pfennige/Buch. Der Ausleihbetrieb ruhte in den Jahren 1969 bis 1971.

Gammelsbach

Bereits in den Jahren 1938 bis 1944 existierte in Gammelsbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbü-cherei, die von Lehrer Einwächter betreut wurde. 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation in Gammelsbach, die nun von Lehrer Lust betreut wurde.

Hetzbach

Auch in Hetzbach ließ sich von 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Breitwieser betreut wurde.

Olfen

In Olfen bestand ebenfalls von 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Gersema betreut.

1960 gab es eine Volksbücherei in Olfen, die der Schulleiter Gottfried Fleiss seit 1958 systematisch auf-und ausgebaut hatte, Er hatte 1960 die Jugendbücherei. die zuvor Bestandteil der Schülerbücherei gewesen war, in die Volksbücherei mit eingestellt. Die Einrichtung befand sich 1960 noch im Schulhaus und zog nach Fertigstellung des Dorfgemeinschaftshauses 1961 dorthin um. Daß Lehrer Fleiss sowohl die Schülerbücherei als auch die Volksbücherei leitete, entsprach den Vorstellungen der Richtlinie für Volksbüchereien in kreisangehörigen Städten und Gemeinden, die vom Hessischen Gemeindetag 1950 verabschiedet worden war. Mit der Einrichtung einer Volksbücherei im Dorfgemeinschaftshaus bzw, deren Umzug dorthin nach der Fertigstellung desselben folgten die Olfener einer Richtlinie des Hessischen Gemeindetages für die Erstellung von Dorfgemeinschaftshäusern von 1953, in der die Einrichtung einer Bücherei in Dorfgemeinschaftshäusern als Regelfall vorgesehen war, Die Bücherei ließ sich bis 1965 nachweisen und wurde von 1961 bis 1965 von Lehrer Hellfried Fuchs geleitet.

Brensbach

Seit 1951 ließ sich im Brensbacher Schulhaus eine Ausleihstation der (Dieburger) Kreiswanderbücherei nachweisen, die von ca. 1960 bis ca. Ende der 1960er Jahre von Hauptlehrerin Hildegard Wittenberger betreut wurde, Ende der 1960er Jahre wurde die Ausleihstation aufgelöst.

Von 1961 bis 1978 gab es in Brensbach eine erste evangelische Gemeindebücherei, die sich im evangelischen Pfarrhaus in der Höchster Straße befand und vom jeweils amtierenden Pfarrer betreut wurde. Der Buchbestand belief sich 1961 auf 306 Bände und war bis 1974 auf 450 Bände angewachsen. Nachdem der Büchereibetrieb seit 1978 geruht hatte, erfolgte seit 1984 der Neuaufbau und 1985 schließlich die Neueröffnung der Bücherei, die sich wiederum im evangelischen Pfarrhaus befindet und seit der Neugründung durch ein Team ehrenamtlich geleitet und betreut wird. Heute ist dies ein fünfköpfiges Team unter der Federführung von Ruth Vetter. Der Bestand belief sich 1985 auf 700 Einheiten (hauptsächlich Bücher, aber auch einige Spiele). 1997 füllen ausschließlich Bücher die Regale, und zwar insgesamt 1465 Bände aus den Bereichen Kinderbuch (schwerpunktmäßig) sowie Belletristik und Sachbuch (u. a. christliche Literatur). Dazu kommen noch ca. 200 Bände Blockausleihe aus der Zentralbücherei des Verbandes Evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau in Darmstadt, in dem die Brensbacher Bücherei Mitglied ist; die Blöcke werden zweimal jährlich ausgewechselt. Die Ausleihe der Bücher ist kostenlos.

Seit 1972 besteht in Brensbach auch eine Gemeindebücherei, die sich im Gemeindezentrum in der Ezyer Straße befindet. Die Einrichtung wurde von 1972 bis 1986 von der Gemeindeverwaltung mitverwaltet, anfänglich von Frau Lautenschläger. Seit 1986 leitet Waltraud Riedel die Bücherei. Der Buchbestand belief sich 1972 auf 1063 Bände und konnte bis 1997 auf ca. 3000 Bände aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch und Belletristik vergrößert werden. Die Ausleihe ist auch hier kostenlos,

Höllerbach

1904 wurde in Höllerbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet, die von Lehrer Saal betreut wurde, Wie lange diese Station existierte, ist nicht bekannt. Seit 1951/52 ließ sich dann erneut eine Ausleihstation in Höllerbach nachweisen, die bis 1956 von Lehrer Helmut Metzker betreut wurde, Bis wann die Station bestand, wissen wir nicht.

Bereits vor 1945 hatte in Höllerbach eine Volksbücherei existiert. Kurz nach 1945 wurde versucht, diese Bücherei neu aufzubauen. Sie bestand nachweislich seit 1950 wieder. Die Leitung der Einrichtung lag bis 1956 in den Händen von Lehrer Helmut Metzker, der ja auch die Ausleihstation der Kreiswanderbücherei betreute. Volksbücherei wie auch Ausleihstation befanden sich im Schulhaus in der Ortsstraße, wo auch die Schülerbücherei. die mit der Volksbücherei verbunden war und die ebenfalls von Helmut Metzker betreut wurde. untergebracht war. 1953/54 belief sich der Buchbestand der Volksbücherei auf 129 Bände aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch und Jugendbuch. Die Ausleihe kostete 10 Pfennige/Buch für Erwachsene, für Arbeitslose und Jugendliche war sie kostenlos. Bis 1956 war der Buchbestand auf 139 Bände aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch angewachsen. 1966 lag die Leitung der Bücherei in den Händen von Lehrer Sloming.

Nieder-Kainsbach

Von 1938 bis 1944 ließ sich in Nieder-Kainsbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Hofmann betreut wurde. 1955 existierte dann erneut eine Ausleihstation in Nieder-Kainsbach, die wiederum von einem Lehrer des Ortes betreut wurde.

Wallbach

Auch in Wallbach gab es in den Jahren 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Blattner betreut.

Wersau

Seit 1970 besteht in Wersau eine evangelische Gemeindebücherei, die sich im evangelischen Pfarramts-gebäude in der Jahnstraße befindet. Sie wurde von 1970 bis 1988 von Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde ehrenamtlich betreut. Von 1988 bis 1989 von Ulrike Coude-Becker und 1990 von Pfarrer Erhard Becker. Heute betreuen das amtierende Pfarrerehepaar unter Mithilfe der Pfarrbürokraft Frau Fleck die Einrichtung. Der Bestand belief sich 1987 auf 920 Bände und 1990 auf 1113 Bände aus den Bereichen Kinder- und Jugendbuch sowie Belletristik. und Sachbuch, der bis 1997 auf 1163 Bände angewachsen ist. Ausleihgebühren wurden und werden nicht erhoben, Die Bücherei war bis 1992 Mitglied im Verband Evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau.

Breuberg

Hainstadt

Von 1938 bis 1944 gab es in Hainstadt eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Müller betreut wurde. 1955 bestand dann in Hainstadt erneut eine Ausleihstation, die nun von Lehrerin Ditschker betreut wurde. Von 1957 bis 1959 betreute dann Lehrer Engel die Station.

In den Jahren 1959/1960 ließ sich in Hainstadt die wiederbelebte Volksbücherei nachweisen, die ebenfalls von Lehrer Engel geleitet wurde. Vermutlich ruhte der Büchereibetrieb dann über mehrere Jahre. Jedenfalls bestand von ca. 1975 bis ca. 1984 wieder eine Volksbücherei in Hainstadt, im ehemaligen Rathaus, die nun von Lina Ziegler betreut wurde. Der Buchbestand belief sich auf ca. 90 bis 100 Bände.

Neustadt

1904 wurde in Neustadt eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet, die von Lehrer Schmidt betreut wurde. Von 1948 bis 1944 betreute dann Lehrer Koch die Station. Sie bestand bis 1945. Dann wurde sie, wie alle anderen Ausleihstationen im Kreisgebiet auch, erst einmal geschlossen. 1955 gab es erneut eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei in Neustadt, die nun von Lehrerin Leonhard betreut wurde.

Bereits vor 1945 existierte in Neustadt eine Volksbücherei im Schulhaus. 1945 verfügten die Besatzungsbehörden die vorläufige Schließung der Einrichtung. Das Ende des Krieges bedeutete für alle Bibliotheken eine zeitweise Schließung und - nach 1933 - erneute Säuberung der Bestände. Wurden 1933 marxistische und jüdische Bücher ausgesondert, waren nun nazistische und militaristische Bücher in den Giftschrank zu verbannen bzw. abzuliefern. Die wiedereröffnete Bücherei im Schulhaus wurde u.a. von Lehrerin Leonhard betreut. Von 1965 bis 1969 war sie dann in der Breuberghalle untergebracht. Von 1965 bis 1967 betreute Lehrer Hans Peter König die Bücherei. Der Ausleihbetrieb ruhte von 1969 bis 1973. Von 1973 bis 1985 war die Einrichtung in der Breuberghalle dann wieder in Betrieb, nun als Stadtbücherei Breuberg. Der Buchbestand belief sich 1981 auf 1073 Bände. Geleitet wurde sie zuletzt von Frau Eisenhauer.

Ebenfalls bereits vor 1945 gab es in Neustadt eine katholische öffentliche Bücherei mit Mitgliedschaft im Borromäusverein im katholischen Pfarrheim in der Erbacher Straße. Die Einrichtung bestand nach dem Krieg seit 1957 wieder, am alten Standort, wo sie sich bis heute befindet. Der Buchbestand belief sich 1957 auf 119 Bände. Von 1959 bis 1975 dürfte der Büchereibetrieb geruht haben, 1975 erfolgte die Wiedereröffnung. Unter der Leitung von Doris Wagner lief der Ausleihbetrieb bis 1983. Der Buchbestand war bis 1981 auf 1025 Bände angewachsen, 1984 betreute dann Rosa Maria Boter die Bücherei, danach ruhte der Betrieb erneut. Von 1987 bis 1988 leitete ZDL Werner die reaktivierte Bücherei. Er wurde 1989 von Dagmar Walther abgelöst, in deren Händen die Leitung bis 1991 lag. Seitdem betreut Gertrud Horn zusammen mit drei weiteren Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen die Einrichtung im Team. 1997 füllen 1037 Bände aus den Bereichen Kinder- und Jugendliteratur (schwerpunktmäßig) sowie Sachbuch und Belletristik die Regale. Die Ausleihe war und ist kostenlos.

Die Breuberg-Bund-Bibliothek befindet sich ebenfalls in Neustadt, im (ehemaligen) Rathaus, wo sie seit ihrer Errichtung ihren Sitz hat. Schon bei der Gründung des Breuberg-Bundes 1947 wurde ihre Einrichtung beschlossen, jedoch dauerte der Aufbau länger als geplant. Den Anfangsbestand bildeten Bücherspenden, da für den Ankauf von Büchern noch keine Mittel zur Verfügung standen, 1954 waren 158 Bücher vorhanden. Mit der Herausgabe der Zeitschrift Der Odenwald wurde Zeitschriftentausch mit anderen Vereinen möglich, wodurch der Bibliotheksbestand ständig erweitert werden konnte, Betreut wurde die Einrichtung anfangs von Bibliotheksdirektor i.R. Dr. Alexander Röder, bis ca. 1960. Dann übernahm der damalige Geschäftsführer des Breuberg-Bundes, Willy Pilger, die Betreuung. Von ca. 1965 bis 1970 übernahm Herr Meisel die Aufgabe der Bibliotheksbetreuung. Von 1970 bis 1977 war die Einrichtung ohne Leitung. Seit 1977 ist Ing. grad. Karl Schnatbaum für die Breuberg-Bund Bibliothek zuständig. Der Buchbestand belief sich beim Amtsantritt von Karl Schnatbaum auf 700 Bände, 1990 auf ca. 1800 und 1996 auf ca. 3000 Einheiten (Bücher, Zeit-schriftenbände und Karten) aus den Bereichen Odenwald und seine Randlandschaften (Landes-, Orts- und Volkskunde, Vor- und Frühgeschichte, Kulturgeschichte, Mundart, Judaica, Geologie und Geographie usw.). Für Mitglieder des Breuberg-Bundes ist die Ausleihe kostenlos.

Seit 1960 bestand in Neustadt auch eine evangelische Gemeindebücherei im evangelischen Pfarrhaus am Marktplatz. Die Einrichtung stellte ca. 1970 den Ausleihbetrieb ein und wurde 1996 aufgelöst. Betreut wurde sie wohl durch den jeweils amtierenden Pfarrer. Der Buchbestand von ca. 100 Bänden setzte sich hauptsächlich aus Belletristikbänden und Sachbüchern (u.a. christliche Literatur) zusammen. Die Bücherei war Mitglied im Verband Evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau.

Rai-Breitenbach

In Rai-Breitenbach ließ sich ebenfalls von 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Hänsler betreut wurde. 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation in Rai-Breitenbach, die wiederum von einem Lehrer des Ortes betreut wurde.

Sandbach

Bereits in den Jahren 1938 bis 1944 bestand in Sandbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Gönner betreut wurde. 1955 gab es erneut eine Ausleihstation, die wiederum von einem Lehrer des Ortes betreut wurde.

Wald-Amorbach

Schließlich exisitierte auch in Wald-Amorbach von 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Streck betreut.

Brombachtal

Birkert

1955 existierte in Birkert eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Scholl betreut wurde.

Böllstein

Von 1938 bis 1944 ließ sich auch in Böllstein eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, Sie wurde von Lehrer Stöcklein betreut, 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei in Böllstein, die nun von Lehrer Germann betreut wurde.

Kirch Brombach

1896 wurde in Kirch-Brombach eine Volksbibliothek gegründet, deren Buchbestand aus dem Nachlaß des verstorbenen Lehrers Staub stammte, Dieser, ein gebürtiger Kirch-Brombacher, hatte testamentarisch verfügt, seine Bücher sollten zum einen an die Breuberger Lehrerbücherei gehen und der Rest zu gleichen Teilen zur Gründung je einer Volksbibliothek in Kirch-Brombach, Ober-Kinzig und der Hutzwiese verwendet werden. Die Teilung fand statt und die Leitung der Kirch-Brombacher Volksbücherei übernahm eine Generalversammlung, die aus ihren Reihen eine fünfköpfige Kommission (Bibliotheksverwaltung) wählte, die die anlaufenden Geschäfte führte und die jährlich neu gewählt werden sollte. Die erste Kommission setzte sich zusammen aus 1. dem Beigeordneten Stein, 2. dem Gemeinderechner Eidenmüller. 3. dem Gemeinderatsmitglied Friedrich. 4. dem Postagenten Kredel und 5. dem Lehrer Pfeifer. Es wurde eine Leihgebühr von 5 Pfennig/Buch beschlossen, Der Bestand umfaßte 1896 u.a. mehrere Rechenbücher, einen Atlas und ein Lesebuch. Die Bücherei wurde zunächst in der Wohnung von Lehrer Adam Pfeifer untergebracht. der auch als Bibliothekar fungierte, Die Kommissionsmitglieder wurden 1897 und 1898 wiedergewählt. 1899 jedoch gab Lehrer Pfeifer wegen Versetzung aus Kirch-Brombach sein Amt als Bibliothekar auf. Die Bibliothek wurde nun - vorübergehend - beim Gemeinderatsmitglied Adam Friedrich untergebracht. Bei der nächsten Generalversammlung sollte dann ein neuer Bibliothekar gewählt werden. Irgendwann ging die Bibliothek dann in Kirchenbesitz über und wurde entweder Bestandteil oder Grundstock der evangelischen Gemein-debücherei. Diese stellte ca. 1975 den Ausleihbetrieb ein. Die Einrichtung wurde 1994/95 aufgelöst. Sie befand sich im Gebäude des evangelischen Pfarramtes in der Hauptstraße. Der Buchbestand belief sich bei der Auflösung auf ca. 300 bis 500 Bände aus den Bereichen Kinder- und Jugendbuch, Belletristik und Sachbuch (u.a. allgemeinverständliche theologische Literatur, Bibelausgaben und Bibellesehilfen). Die Bücherei wurde bis zu ihrer Auflösung meistens vom jeweils amtierenden Pfarrer betreut.

1904 wurde in Kirch-Brombach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet, die von Lehrer Koch betreut wurde. Wie lange, ist unklar. Von 1938 bis 1944 ließ sich die Ausleihstation erneut nachweisen, jetzt unter der Leitung von Lehrer Haas. In den 1950/60er Jahren bestand wiederum eine Ausleihstation, die sich nunmehr im Gebäude der Bürgermeisterei in der Hauptstraße befand und 1955 von Lehrer Ruths betreut wurde. Bis wann diese Station nun bestand, ist ebenfalls unbekannt.

Von 1984 bis 1992 existierte in Kirch-Brombach eine katholische öffentliche Bücherei, die sich in einem Raum unter der katholischen Kirche befand. Sie wurde von Heinfried Stresow betreut. Der Buchbestand belief sich 1987 auf 472 Bände und 1989 auf 500 Bände aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch sowie Belletristik (schwerpunktmäßig) und Sachbuch (u. a. Computerbücher). Die Einrichtung, die eine Filiale der Bad Königer katholischen öffentlichen Bücherei war, wurde 1992 geschlossen. Die Bücherei war Mitglied im Borromäus verein. Die Ausleihe der Bücher war stets kostenlos.

Langen-Brombach

Auch in Langen-Brombach gab es in den Jahren 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie war durch Lehrer Roos betreut worden.

Fränkisch-Crumbach

Gewerbliche Leihbücherei

Von ca. 1950 bis in die 1960er Jahre bestand in Fränkisch-Crumbach in der Rodensteiner Straße die gewerbliche Leihbücherei von Friseur Johann Peter Schröder, die sich in seinem Friseurladen befand und die ausschließlich Unterhaltungsliteratur anbot.

Öffentliche Bücherei

Von ca. 1953 bis 1979 existierte in Fränkisch-Crumbach eine erste evangelische Gemeindebücherei, die sich im evangelischen Pfarramtsgebäude in der Bahn-hofstraße befand und vom jeweils amtierenden Pfarrer betreut worden sein dürfte. Der Buchbestand dürfte anfangs eine Grundstockbücherei von ca, 90 bis 100 Bänden gewesen sein, die bis 1979 auf 200 Bände angewachsen war. Wie er sich zusammensetzte, läßt sich nicht mehr feststellen. Die Bücherei war Mitglied im Verband evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau. Seit 1993 läuft der Neuaufbau einer evangelischen Gemeindebücherei im alten Standort. Wann sie allerdings eröffnet werden kann, steht noch nicht fest.

Von ca. 1953 bis 1979 existierte in Fränkisch-Crumbach eine erste evangelische Gemeindebücherei, die sich im evangelischen Pfarramtsgebäude in der Bahnhofstraße befand und vom jeweils amtierenden Pfarrer betreut worden sein dürfte. Der Buchbestand dürfte anfangs eine Grundstockbücherei von ca. 90 bis 100 Bänden gewesen sein, die bis 1979 auf 200 Bände angewachsen war. Wie er sich zusammensetzte, läßt sich nicht mehr feststellen. Die Bücherei war Mitglied im Verband evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau. Seit 1993 läuft der Neuaufbau einer evangelischen Gemeindebücherei im alten Standort. Wann sie allerdings eröffnet werden kann, steht noch nicht fest.

Hesseneck

Hesselbach

Von 1939 bis 1985 existierte in Hesselbach eine katholische öffentliche Bücherei, die sich im katholischen Pfarrhaus in der Hauptstraße befand und die Mitglied im Borromäusverein war. Der Büchereibetrieb ruhte des öfteren; von 1940 bis 1952 (1953 erfolgte die Wiedereröffnung), von 1956 bis 1963 ruhte die Ausleihe erneut (von 1963 bis 1972 wurden wieder Bücher ausgeliehen), von 1972 bis 1975 war die Bücherei wiederum geschlossen (ab 1975 wieder Ausleihe), 1977 erneute Schließung. 1985 wurden die Bücher der katholischen öffentlichen Bücherei Hesselbach an die katholische öffentliche Bücherei Beerfelden abgegeben, da das Hesselbacher Pfarrhaus verkauft wurde. Die fusionierten Büchereien von Hesselbach und Beerfelden befinden sich bis heute in der Bruder-Konrad-Klause in der kath. Kirche von Beerfelden, Der Buchbestand der Hesselbacher Bücherei belief sich bei der Gründung 1939 auf 15 Bände, bei der Wiedereröffnung 1953 auf 113 Bände, bei der Schließung 1956 auf 164 Bände und 1976 schließlich auf 274 Bücher aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch und Belletristik. Wie groß der Bestand 1985 bei der Fusion mit der Beerfeldener Bücherei war, läßt sich nicht mehr feststellen. Wer die Einrichtung leitete, ist größtenteils unklar. Von 1963 bis 1972 leitete Paula Weber die Bücherei und von 1975 bis 1977 Luitgard Reis.

In den Jahren 1943/44 bestand in Hesselbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von einem Lehrer des Ortes betreut wurde,

Von 1966 bis 1969 gab es in Hesselbach auch eine Gemeindebücherei. Sie befand sich im Dorfgemein-schaftshaus und wurde von Lehrer Paul Bungert geleitet und betreut. Der Buchbestand umfaßte Kinder- und Jugendliteratur sowie Bücher für Erwachsene.

Kailbach

Von 1938 bis 1944 ließ sich in Kailbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Gramlich betreut wurde. 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation in Kailbach, die nun von Lehrer Fritsche betreut wurde.

Schöllenbach

1904 wurde in Schöllenbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet, die von Lehrer Helm betreut wurde. In den Jahren 1938 bis 1944 wurde sie dann von Lehrer Ohnacker betreut. Ob die Ausleihstation durchgehend von 1904 bis 1945 bestanden hat, wissen wir nicht.

Ebenfalls in Schöllenbach, im Gebäude des evangelischen Gemeindehauses Schöllenbach in der Oberen Siegfriedstraße, befindet sich die evangelische Gemeindebücherei Schollenbach-Bullau. Die Einrichtung läßt sich seit 1962 nachweisen, also bereits in der Amtszeit von Pfarrer Radtke, der die Pfarrstelle bis 1968 innehatte. Der Buchbestand belief sich 1976 auf 215 Bände. Von 1983 ca. 1985 wurde die Bücherei ehrenamtlich von Monika Kail geleitet, Zur Zeit betreut der amtierende Pfarrer Prof. Dr. Federlin die Bücherei, die Mitglied im Verband evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau ist. Der Buchbestand beträgt zur Zeit ca. 300 Bände aus den Bereichen Nachschlagewerke, Zeitschriften, Belletristik, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch (u.a. allgemeinverständliche theologische Literatur).

Höchst

Bis 1933 existierte in Höchst eine Arbeiterbildungsbibliothek, die gemeinsam vom Ortskartell Höchst des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und dem Ortsverein der Höchster SPD aufgebaut und verwaltet worden war. Die Einrichtung befand sich in einem Privathaus und wurde wohl vom Bildungsobmann des ADGB oder der SPD, eventuell auch von beiden emeinsam, betreut. Wie groß der Buchbestand war, läßt sich nicht mehr feststellen. Er umfaßte sozialdemokratische, sozialistische und gewerkschaftliche Literatur (u.a. Werke von Marx, Engels, Lassalle und August Bebel) sowie an Zeitungen den Vorwärts und den Volksfreund, Die Benutzung der Bibliothek war kostenlos. Sie diente zwar primär der Information und Weiterbildung der eigenen Mitglieder, war aber auch für Nichtmitglieder zugänglich. Im Rahmen der nationalsozialistischen Aktionen gegen die Gewerkschaften sowie der Bücherverbrennungen im Mai 1933 wurde der gesamte Bibliotheksbestand auf dem Höchster Marktplatz von den Nazis öffentlich verbrannt.

Von 1938 bis 1944 ließ sich in Höchst eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Rektor Mathes betreut wurde. 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation in Höchst, die nun von Pfarrer Schanz betreut wurde,

Seit 1950 besteht in Höchst eine katholische öffentliche Bücherei, die Mitglied im Borromäusverein ist und die sich zunächst im katholischen Jugendheim neben der Marienkirche befand.Seit 1965 befindet sich die Einrichtung in einem Raum des katholischen Gemeindezentrums in der Böltener Straße, Der Buchbestand belief sich 1950 auf 70 Bände und konnte bis 1963 auf 939 Bände vermehrt werden. Die ehrenamtliche Büchereileitung hatte anfangs Wilhelm Baas inne (bis 1959). Danach wurde die Bücherei im wesentlichen von Robert Schefcik (von 1961 bis 1969) und der Gemeindereferentin Cilly Stuke (von 1970 bis 1977 mit Unterbrechungen) geleitet, 1979 ruhte der Büchereibetrieb. 1980 erfolgte dann die Neugründung der Bücherei. Die Leitung liegt seitdem in den Händen von Frau Hömig, die neuerdings - zeitweise - von Frau Metzger unterstützt wird. Der Buchbestand belief sich bei der Neugründung auf 612 Bände. Ende 1996 füllten 1904 Bände aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch und Belletristik die egale. Die Ausleihe ist seit Bestehen der Bücherei kostenlos.

Von 1956 bis 1969 ließ sich in Höchst eine erste evangelische Gemeindebücherei nachweisen, die Mitglied im Verband evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau war. Die Einrichtung begann 1956 als Grundstockbücherei mit ca.90 bis 100 Bänden. Sie befand sich im evangelischen Pfarrhaus am Kirchberg und wurde vom jeweils amtierenden Pfarrer betreut. Wie groß der Buchbestand 1969 war und wie er sich zusammensetzte, läßt sich nicht mehr feststellen, 1975 begann Frau Graichen, eine ausgebildete Buchhändlerin, im Otto-Koch-Haus (evangelisches Gemeindehaus) am Kirchberg mit dem Aufbau einer neuen Gemeindebücherei, die professionellen Ansprüchen genügen sollte. Der Buchbestand belief sich bei der Neugründung 1976 auf 900 Bände, wuchs bis 1986 auf 2900 Bände an und konnte bis 1995 auf 3845 Bände aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch sowie Belletristik und Sachbuch (u.a. christliche Literatur) erweitert werden. Die Betreuung der Bücherei erfolgte ab 1976 zunächst durch Frau Graitchen, die nach und nach weitere ehrenamtliche Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen gewinnen konnte. Heute wird die Einrichtung von einem siebenköpfigen Team unter der Leitung von Frau Berghäuser betreut. Ausleihgebühren wurden von Anfang an keine erhoben.

Hassenroth

Auch in Hassenroth gab es in den Jahren 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Schäfer betreut.

Hetschbach

In Hetschbach ließ sich im Zeitraum von 1938 bis 1944 ebenfalls eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Heep betreut wurde.

Hummetroth

Nach 1945 gab es auch in Hummetroth eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von einem Lehrer betreut wurde.

Mümling-Grumbach

1938 bis 1944 bestand auch in Mümling-Grumbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Röder betreut. 1955 gab es dann erneut eine Ausleihstation, die nunmehr von Lehrer Friedrich Höreth betreut wurde. Ob Lehrer Höreth nach seiner Pensionierung 1957 die Ausleihe weiterbetreute, ist unklar.

Von 1960 bis 1972 gab es in Mümling-Grumbach eine erste evangelische Gemeindebücherei, die sich im Pfarrhaus in der Pfarrstraße befand und von Pfarrer May betreut wurde. 1987 erfolgte dann die Neugründung der evangelischen Gemeindebücherei im 1972 errichteten evangelischen Gemeindehaus in der Pfarrstraße. Der Buchbestand belief sich 1987 auf ca. 1000 Bände, die sich aus Bücherspenden und einem angekauften Grundstock zusammensetzten sowie aus einer Blockausleihe aus der Zentralbücherei des Verbandes Evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau, in dem die Mümling-Grumbacher Bücherei Mitglied ist. Seit ihrer Neugründung im Jahre 1987 wird die Einrichtung ehrenamtlich von einem vierköpfigen Team geleitet: Frau Fischer, Frau Schmucker, Frau Schneider und Frau Unger. Anfang der 1990er Jahre kam Frau Geiss für Frau Fischer ins Team. 1995 füllten ca. 1900 Bände aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch sowie Belletristik und Sachbuch die Regale. Dazu kommen noch ca. 150 Bände Blockausleihe aus der Zentralbücherei in Darmstadt, die von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden. Die Ausleihe der Bücher war von Anfang an kostenlos.

Lützelbach

Breitenbrunn

1904 wurde in Breitenbrunn eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet. die von Lehrer Weyrauch betreut wurde. In den Jahren 1938 bis 1944 betreute dann Lehrer Feick die Station.

Haingrund

Auch in Haingrund ließ sich von 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen. Sie wurde von Lehrer Machemer betreut.

Lützel-Wiebelsbach

Bereits von 1938 bis 1944 gab es in Lützel-Wiebelsbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Wolff betreut wurde. 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation in Lützel-Wiebelsbach, die von Lehrerin a. D. Auguste Menger betreut wurde.

Seit 1961 existiert in Lützel-Wiebelsbach eine Gemeindebücherei, die von 1961 bis 1986 im Schulhaus in der Mainstraße untergebracht war, das allerdings seit 1964 als Sitz der Gemeindeverwaltung diente. Geleitet wurde die Einrichtung von der Errichtung 1961 bis 1984 von Lehrerin Auguste Menger. Von 1986 bis 1996 hatte die Bücherei dann ihren Sitz in der Klingenstraße. Die Leitung hatte von 1985 bis 1997 Frieda Olt inne, 1997 erfolgte dann erneut ein Umzug, nun wieder zurück in die Mainstraße, in den Neubau des Rathauses. Die Bücherei wird seit 1997 von Agnes Putz geleitet. Wie groß der Buchbestand bei Gründung der Bücherei war, ist unklar. 1981 waren es 1844 Bände und 1997 beläuft er sich auf ca. 2600 Bände aus den Bereichen Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch und Belletristik. Die Ausleihe kostet 20 Pfennige pro Buch.

Rimhorn

1904 wurde auch in Rimhorn eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet. Sie wurde von Lehrer Lippert betreut. In den Jahren 1938 bis 1944 betreute dann Lehrer Hofmeyer die Station.

Seckmauern

Schließlich ließ sich auch in Seckmauern von 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen. Sie wurde von Lehrer Geiß betreut.

Seit 1920 besteht in Seckmauern eine katholische öffentliche Bücherei, die sich bei ihrer Gründung im katholischen Pfarrhaus in der Maihohl befand. Geleitet wurde die Einrichtung von 1920 bis 1947 von Pfarrer Brunnengräber. Der Buchbestand belief sich anfangs auf 269 Bände und 1939 auf 718 Bände. Von 1940 bis 1945 mußte die Ausleihe ruhen. Im Laufe des Jahres 1945 konnte der Ausleihbetrieb dann wieder aufgenommen werden. Der Buchbestand betrug 1950 590 Bände. Bis 1954 stand die Bücherei unter wechselnder Leitung. Von 1954 bis 1962 leitete dann Hauptlehrer Heinrich Firnhaber die Bücherei. Der Bestand war bis dahin auf 787 Bände angewachsen. 1965 bis 1967 lag die Leitung der Bücherei in den Händen von Rainer Billinger. 1968 zog die Einrichtung um in einen Raum des neuerrichteten katholischen Kindergartens, ebenfalls in der Maihohl, Im Umzugsjahr 1968 übernahm Lehrer Firnhaber erneut die Büchereileitung, die er nun bis 1982 innehatte. Der Buchbestand wuchs bis 1980 auf 992 Bände an. 1983 erfolgte dann ein weiterer Umzug, diesmal in einen Raum im Untergeschoß der neu errichteten katholischen Kirche, wieder in der Maihohl. Nun übernahm Rosemarie Lübbe die Leitung der Einrichtung bis 1989. Nach ihrem Wegzug leitete Ursula Roloff die Bücherei bis 1992. Seitdem steht Karin Heß der Einrichtung. wie alle ihre Vorgänger bzw. Vorgängerinnen auch, ehrenamtlich vor. Der Bestand belief sich 1996 auf 1201 Einheiten aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch, Sachbuch und Belletristik sowie Spielen und einigen Kinderkassetten. Die Bücherei ist Mitglied im Borromäusverein. Die Ausleihe ist kostenlos.

Es gibt seit 1964 auch eine evangelische Gemeindebücherei in Seckmauern, die sich im evangelischen Gemeindehaus in der Hauptstraße befindet. Die Einrichtung ist Mitglied im Verband evangelischer Ge-meindebüchereien in Hessen und Nassau. Der Buchbestand belief sich 1985 auf 1100 Bände und umfaßt 1997 1660 Einheiten aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch, Belletristik, Sachbuch, Comics und Spiele. Die Leitung der Bücherei hatte 1979 Wolfgang Beck inne. Von 1983 bis 1991 leitete dann Jürgen Martin die Bücherei und seitdem liegt die Leitung in den Händen von Frank Martin. Die Ausleihe erfolgt über Leserkarten. Eine solche kostet 4 DM. Für diesen Betrag kann man 100 Bücher ausleihen.

Michelstadt

Gewerbliche Leihbüchereien

Von 1937 bis 1957 bestand die gewerbliche Leihbücherei von Friedrich Zimmermann in der Buchhandlung Zimmermann & Co vorm. Heinrich Kraft in der Erbacher Straße.

1950 bestand in der 1946 gegründeten Rathausbuchhandlung Kleinert & Welzel am Marktplatz ebenfalls eine gewerbliche Leihbücherei. Wie lange diese existierte. ist unklar. 1966 war die Firma jedenfalls nur noch Buchhandlung.

Von 1954 bis ca. 1985 existierte in der Waldstraße eine Leihbücherei, die von 1954 bis ca. 1982 von Sofie Möllinger geleitet wurde. Der Buchbestand belief sich bei der Gründung auf 86 Bände. beim Erwerb der Leihbücherei durch Frau Möllinger auf 5000 Bände und bei der Schließung auf über 5000 Bände, hauptsächlich aus dem Bereich Unterhaltungsliteratur (Western, Krimis, Romane für Frauen etc.) aber auch Kinder- und Jugendbücher (z.B. Werke von Karl May, Enid Blyton etc.). Die Ausleihgebühr betrug anfangs 30 Pfennige/Buch und am Ende, je nach Buchgruppe, 0,30 bis 2,20 DM/Buch.

Öffentliche Büchereien

Seit 1499 besteht in Michelstadt als älteste derartige Einrichtung - auch des Odenwaldkreises - die Nikolaus-Matz-Bibliothek (Kirchenbibliothek). Der gebürtige Michelstädter Nikolaus Matz übergab Ende 1499 der Kirchengemeinde Michelstadt 117 gebundene Bücher mit Frühdrucken sowie ein gutes Dutzend mittelalterlicher Handschriften. Neben dem Pfarrer hatte auch der Bürgermeister einen Schlüssel zur Bibliothek, damit nicht nur die Geistlichen, sondern jeder Michelstädter Bürger, der gelehrt war (der Latein lesen konnte), die Bücher zu Studienzwecken im Bibliotheksraum benutzen konnte. Die Nikolaus-Matz-Bibliothek gehört zu den ersten Beispielen einer öffentlichen Bibliothek in Deutschland überhaupt. Sie befand sich von 1499 bis 1980 in verschiedenen Räumen der Stadtkirche, zuletzt im Kirchturm. Dann erfolgte die Verlegung in die renovierte Thurn- und Taxis-Scheune, wo sich die Einrichtung bis heute befindet. Die Bestandsgröße schwankte im Laufe der Zeit. Im 16. Jahrhundert kam aus Fürstenau die Bibliothek der Brüder Graf Georg und Graf Eberhard zu Erbach-Fürstenau dazu. Im 17. Jahrhundert gab es drei größere Zuwächse: Bücher aus dem Besitz der Grafen Ludwig und Johann Casimir zu Erbach-Erbach, 1628 angekaufte Bücher aus Mossbach und 1663 eine Bü-cherschenkung durch die Grafen Georg Ernst, Georg Ludwig und Georg Albrecht zu Erbach. Um 1620 belief sich der Gesamtbestand auf über 4000 Bände, u.a. italienische und französische Literatur sowie Noten. Im 18. Jahrhundert (1789) erfolgte erneut eine große Bücherschenkung an die Nikolaus-Matz-Bibliothek, diesmal durch den Grafen Christian zu Erbach-Schönberg. der 700 Bände aus der Erbach-Schönbergischen Bibliothek einbrachte. Nach 1800 kam es nur noch zu unwesentlichen Vermehrungen des Buchbestandes der Nikolaus-Matz-Bibliothek. 1882 wurden noch 2068 Bände gezählt und 1893 ca. 1700 Bände, die sich wie folgt verteilten: 1.) 127 Inkunabeln 2.) Handschriften 3.) die meisten griechischen und lateinischen Klassiker in Ausgaben aus dem 16. Jahrhundert 4.) geschichtliche, geographische und staatsrechtliche Werke 5.) Rechtswissenschaftliche Werke 6.) Bibeln. 1888 gingen die Ablassbriefe aus der Nikolaus-Matz-Bibliothek an die Hofbibliothek nach Darmstadt, 1947 ergab eine Bestandsaufnahme: 1.) 166 Inkunabeln (1997: 160) 2.) 44 Handschriften, einschließlich der an Druckschriften angebundenen (1997: ca. 30) 3.) 3936 Druckschriften aus der Zeit nach 1500, zusammen ca. 4100 Einheiten.

Die Bibliothek wurde bis 1980 durch den jeweils amtierenden Pfarrer betreut. In den 1850/60er Jahren war dies Pfarrer Gustav Simon und in den 1880/90er Jahren Oberpfarrer Wagner, Nach dem Abschluß eines Vertrages zwischen der evangelischen Kirche und der Stadt Michelstadt übernahm 1980 Stadtarchivar Wilhelm Hartmann die Betreuung der Bibliothek bis 1995. Seitdem fungiert Erwin Müller als ehrenamtlicher Bibliotheksbetreuer. Die Ausleihe von Büchern aus der Matz-Bibliothek war in früheren Zeiten gegen Quittung möglich. Die Ausleihe erfolgte an zuverlässige Personen (also nicht nur an die Geistlichen). Ausleihquittungen liegen bereits aus der Zeit von vor 1688 vor. Die Entleiher mußten - zumindest zeitweise - einen hohen Geldbetrag als Pfand hinterlegen, wenn sie Bücher ausleihen wollten. Auch heute ist die Benutzung der Bücher in der Bibliothek durch Wissenschaftler für wissenschaftliche Zwecke noch möglich und in begründeten Fällen auch eine Ausleihe von Büchern an Wissenschaftler.

Es gab vor 1945 eine evangelische Gemeindebücherei in Michelstadt, über die sich nichts Näheres mehr ermitteln läßt.

Von 1925 bis 1932 existierte in Michelstadt eine Arbeiterbücherei, die vom Ortsausschuß Michelstadt des ADGB getragen wurde. Der Beschluß zur Errichtung erfolgte 1924, da trotz mehrjähriger vorausgegangener Bemühungen der Stadt Michelstadt noch keine Stadtbücherei bestand. Die Stadt gewährte einen Finanzzuschuß an den ADGB unter der Bedingung, daß die Arbeiterbücherei zu gegebenem Zeitpunkt in die zu gründende Stadtbücherei eingebracht werde und der Zugang zur Arbeiterbücherei jedermann offen stehen müsse. Der ADGB akzeptierte diese Bedingungen. Die Bücherei sollte laut Beschluß Bücher aus allen Gebieten umfaßen: technische, berufliche, volkswirtschaftliche, politische, geschichtliche, naturwissenschaftliche sowie Werke der klassischen und schönen Literatur.

Nach 10jähriger Planungs- und Vorbereitungszeit konnte 1930 die Stadtbücherei eröffnet werden. Sie befand sich im neuerrichteten Volksschulgebäude in der Schulstraße. Der erste Büchereileiter war Lehrer Hölzel, der die Bücherei auch aufgebaut hatte. Er betreute sie bis zu seinem Wegzug 1931. Nun übernahm Junglehrer Grenz die Büchereileitung, jedoch nur für kurze Zeit, dann übte Verw. Ober-Ass. Heist dieses Amt provisorisch bis 1933 aus, wo er wieder von Lehrer Grenz abgelöst wurde. 1932 erfolgte die Überführung des Bestandes der Arbeiterbücherei in die Stadtbücherei, nachdem mehr als zwei Jahre lang über die Übergabebedingungen zwischen Stadt und ADGB-Ortsausschuß gestritten worden war. Die Bücher gingen nun leihweise an die Stadtbücherei, blieben aber Eigentum des ADGB. 1933 mußte die Stadtbücherei aus dem Volksschulgebäude in einen provisorischen Büchereiraum in der landwirtschaftlichen Winterschule in der Altstadt umziehen, weil der Büchereiraum als Büro für den Führer der Hilfspolizei benötigt wurde. Für den Zeitraum 1940 bis 1960 fehlen Büchereiakten. 1961 befand sich die Stadtbücherei noch im alten Rathaus, jedoch erfolgte im Dezember 1961 mit der Eröffnung der Odenwaldhalle in der Erbacher Straße auch die Eröffnung der Bücherei an diesem Standort. Geleitet wurde die Einrichtung 1961 von Friedrich Zimmermann und zu diesem Zeitpunkt wurden auch Ausleihgebühren erhoben. 1980 erfolgte der Umzug in die Löwenhofreite am Marktplatz, weshalb die Bücherei von Februar bis Mai 1980 geschlossen war. Von November 1985 bis Februar 1986 war die Bücherei erneut wegen Umzugs geschlossen. Ab da befand sie sich in der Thurn- und Taxis-Scheune. Von April bis Mai 1991 erfolgte wieder ein Umzug, diesmal in die Mauerstraße, wo sich die Einrichtung bis heute befindet. Der Buchbestand belief sich 1981 auf 4834 Bände und wuchs bis 1996 auf 7331 Bände aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch, Sachbuch, Belletristik und einige Comics an. 1978 wurde die Bücherei durch Verwaltungsangestellte betreut. Von 1979 bis 1981 leitete Eveline Kärgel die Bücherei, die 1982 von Monika Günthermann abgelöst wurde, die wiederum 1983 die Leitung an Gerlinde Isensee abgab. Von 1984 bis 1987 betreute Elsbeth Orth die Einrichtung und seit 1987 hat Edit Kelz die Leitung inne. Die Ausleihe der Bücher ist mittlerweile kostenlos.

Seit 1959 gibt es in Michelstadt eine katholische öffentliche Bücherei, die Mitglied im Borromäusverein ist und sich in der d'Orville-Straße befindet. Der Buchbestand belief sich 1959 auf 126 Bände und wuchs bis 1963 auf 422 Bände an. Von der Gründung bis 1986 war die Bücherei im Pfarrbüro untergebracht, Geleitet wurde die Einrichtung von 1959 bis 1986 von Gertrud Dörner. Von 1986 bis 1989 ruhte der Büchereibetrieb. 1989 wurde der Ausleihbetrieb wieder aufgenommen. Die Bücherei war mittlerweile in den Gruppenraum im Gemeindezentrum unter der Kirche umgezogen. Hier befand sie sich bis 1996. Der Bestand belief sich 1983 auf 873 Bände und 1995 auf 1269 Einheiten. 1996 wurde die Bücherei in einen eigenen Büchereisaal innerhalb des Gemeindezentrums unter der Kirche verlegt. Der Bestand betrug 1996 1421 Einheiten aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch, Belletristik. Sachbuch, Comic.~ sowie Kassetten.

Seit 1989 ist die Bücherei auch an den Fernleihverkehr der deutschen Bibliotheken angeschlossen. Die Ausleihe ist kostenlos. Von 1989 bis 1990 leitete Silvia Habereder die Bücherei, dann übernahm Dr. Gerhard Zieler zusammen mit acht Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen die Leitung. Seit 1995 liegt die Leitung in den Händen von Petra Bethke, die sie zusammen mit neun Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen betreut.

Steinbach

Von 1938 bis 1944 ließ sich in Steinbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Schüllermann betreut wurde,

1957 wurde in Steinbach eine Volksbücherei errichtet. Sie befand sich im Steinbacher Schulhaus. Der Buchbestand setzte sich aus einem Grundstock, finanziert von der staatlichen Volksbüchereistelle in Darmstadt sowie einer Bücherspende des Grafen Alfred zu Erbach-Fürstenau zusammen. 1969 belief sich der Bestand auf 242 Bände aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch, Kinder- und Jugendbuch, Geleitet wurde die Einrichtung in den Jahren 1969 bis 1970 von Hauptlehrer Georg Witte. Die Bücherei hat wohl 1970 ihren Betrieb eingestellt.

Steinbuch

In Steinbuch existierte in den Jahren 1938 bis 1944 ebenfalls eine Ausleihstation der Kreiswanderbü-cherei, die von Lehrer Riefling betreut wurde.

Stockheim

Auch in Stockheim gab es in den Jahren 1938 bis 1940 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Aßmus betreut.

Vielbrunn

1904 wurde in Vielbrunn eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet, die von Lehrer Wey-rauch betreut wurde. Von 1938 bis 1940 betreute dann Lehrer Weber die Station. 1955 existierte erneut eine Ausleihstation in Vielbrunn, die wiederum von Lehrer Weber betreut wurde.

Seit 1954 besteht in Vielbrunn eine katholische öffentliche Bücherei, die sich im katholischen Pfarrhaus im Bremhofer Weg befindet und die Mitglied im Borromäusverein ist. Der Bestand belief sich 1954 auf 353 Bände, 1963 auf 593 Bände, 1988 auf 761 Bände und 1997 auf 913 Einheiten aus den Bereichen Bilder- Kinder- und Jugendbuch, Belletristik, Sachbuch, Comics sowie Spiele und Kassetten. Von 1954 bis 1958 leitete Anneliese Bohn die Bücherei und von da an bis 1973 Elisabeth Kalt. Von 1973 bis 1975 war die Bücherei wegen Umbau geschlossen. Von der Wiedereröffnung 1976 bis 1978 leitete wiederum Elisabeth Kalt die Bücherei. Von 1979 bis 1981 übernahm dann Michael Deitrich die Leitung, 1982 wieder Elisabeth Kalt. Von 1983 bis 1986 ruhte der Ausleihbetrieb wieder. 1986 leitete Brigitte Gick die Einrichtung, dann ruhte der Betrieb erneut bis 1988. Seitdem betreuen Hans und Grete Fickenscher die Bücherei. Die Ausleihe ist kostenlos,

Von ca. 1970 bis 1994 gab es eine evangelische Gemeindebücherei in Vielbrunn, die sich im evangelischen Pfarramtsgebäude befand und die Mitglied im Verband evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau war. Von 1970 bis 1985 wurde die Einrichtung von Anny Steiger und Karl Schütz geleitet und von 1985 bis zum Schluß von Karin Poetter, zusammen mit fünf jugendlichen Hilfskräften. Der Buchbestand belief sich 1976 auf 449 Bände. wuchs bis 1985 auf rund 900 Bände an und 1987 waren es dann 550 Bücher aus den Bereichen Kinder- und Jugendbuch sowie Belletristik und Sachbuch. Ausleihgebühren wurden keine erhoben.

Weiten-Gesäß

Bereits von 1938 bis 1940 ließ sich in Weiten-Gesäß eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen. die von Lehrer Koch betreut wurde. 1955 bestand in Weiten-Gesäß erneut eine Ausleihstation, die nun von Lehrerin Weber betreut wurde. Es gab sie noch 1960 unter Frau Webers Leitung, die auch die Schülerbücherei Weiten-Gesäß betreute.

Würzberg

Schließlich bestand auch in Würzberg von 1938 bis 1940 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Köhm betreut wurde,

In den Jahren 1951/52 ließ sich in Würzberg auch eine Volks- und Schülerbücherei nachweisen, die wohl von einem Lehrer betreut worden sein dürfte.

Mossautal

Güttersbach

1904 wurde in Güttersbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet, die von Lehrer Lehr betreut wurde. Wie lange, ist unbekannt. In den Jahren 1938 bis 1944 wurde sie von Lehrer Keil betreut. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es erneut eine Ausleihstation in Güttersbach. Bis zur Auflösung im Jahr 1969 bestand in Güttersbacher Schulhaus die Schul- und Volksbücherei. die zuletzt von Schulleiter Horst Schüppel verwaltet wurde. Der Buchbestand belief sich am Ende auf ca. 30 Bände vor allem aus dem Bereich Heimatkunde, 1979 ging der Bestand an die evangelische Gemeindebücherei.

Seit 1954 läßt sich in Güttersbach, im evangelischen Pfarrhaus in der Hüttenthaler Straße die evangelische Gemeindebücherei nachweisen. die Mitglied im Verband Evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau ist. Die Einrichtung war anfangs eine Grundstockbücherei mit ca. 90 bis 100 Bänden. Verwaltet wurde die Bücherei von dem jeweils amtierenden Pfarrer (Simon, Hörr, Pasenau). 1979 erfolgte die Neugründung der Bücherei im Güttersbacher Pfarrhaus unter der ehrenamtlichen Leitung von Herta Pasenau. Der Bestand setzte sich nunmehr zusammen aus den bereits vorhandenen Bänden der Bücherei sowie den hinzugekommenen Büchern der 1969 aufgelösten Schul- und Volksbücherei und der Privatbibliothek des verstorbenen Lehrers Georg Wellhöfer. Die beiden letzteren hatten sich zuvor im Schulhaus befunden. Anfang der 1980er Jahre kamen dann noch die Bücher der aufgelösten Schülerbücherei Unter-Mossau hinzu, 1979 betrug der Gesamtbestand ca. 2200 Bände und 1985, beim Ausscheiden von Frau Pasenau als Büchereileiterin ca. 3000 Bände aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch, Belletristik und Sachbuch (u.a. Theologie und Religionspädagogik) sowie eine Klassikerabteilung. Von 1985 ab betreute Pfarrer Mager die Bücherei, doch seit ca. 1990 ruht der Ausleihbetrieb. Die Ausleihe der Bücher war stets kostenlos. Die Wiedereröffnung der Einrichtung unter der Leitung des jetzigen Amtsinhabers, Pfarrer Müller, im Pfarrhaus ist noch für 1997 geplant.


Hiltersklingen

Von 1938 bis 1944 ließ sich in Hiltersklingen eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Wenzel betreut worden war.

Hüttenthal

In Hüttenthal konnte in den Jahren 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachgewiesen werden. Sie wurde von Lehrer Gebhard betreut.

Ober-Mossau

Bereits 1938 bis 1944 wurde die Ober-Mossauer Ausleihstation der Kreiswanderbücherei von Lehrer Truffel betreut. 1955 gab es erneut eine Ausleihstation. die bis zu ihrer Auflösung am Jahresende 1966 wiederum von Lehrer Truffel geleitet wurde.

Unter-Mossau

Und auch in Unter-Mossau existierte eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Betreut wurde sie 1936 bis 1944 von Lehrer Krauß.

Reichelsheim

Von 1938 bis 1944 ließ sich in Reichelsheim eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Rektor Greim betreut wurde.

Seit 1952 besteht in Reichelsheim eine evangelische Gemeindebücherei, die Mitglied im Verband evangelischer Gemeindebüchereien in Hessen und Nassau ist, Die Einrichtung befand sich anfangs im Turmzimmer der evangelischen Kirche. 1959 erfolgte der Umzug ins evangelische Pfarrhaus am Rathausplatz und 1974 schließlich ein weiterer Umzug ins evangelische Gemeindehaus am Rathausplatz, wo sich die Bücherei bis heute befindet. Der Buchbestand belief sich 1958 auf 216 Bände, wuchs bis 1979 auf 2027 Bände an und bis 1996 auf 3880 Einheiten (Bücher aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch, Sachbuch und Belletristik sowie Comics und Kassetten). Geleitet wird die Bücherei seit 1959 von Pfarrer und Dekan (i.R.) Friedrich Baumann, der nach und nach weitere Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen gewinnen konnte, so daß heute ein neunköpfiges Team die Bücherei betreut: Friedrich Baumann (Büchereileiter), Hannelore Dittrich, Brigitte Dittrich. Brigitte Eckert, Anny Friedl. Anna Nicklas, Doris Oger, Sonja Plzakova, Elly Trautmann und Inge Weil. Ausleihgebühren werden nicht erhoben.

Erzbach

1955 bestand in Erzbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. die von der Lehrerin Dr. phil. Magda(lene) Heidenreich betreut wurde. die von 1953 bis 1970 die Erzbacher Schule leitete.

Groß-Gumpen

In Groß-Gumpen gab es bereits in den Jahren 1938 bis 1940 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Pfeifer betreut wurde. Seit wann diese Station bestand, ist unklar. Sie wurde spätestens 1945 geschlossen. 1955 existierte dann erneut eine Ausleihstation in Groß-Gumpen, die nun von Lehrer Menzlaw betreut wurde.

Kirch-Beerfurth

Auch in Kirch-Beerfurth bestand 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Dingeldein betreut.

Klein-Gumpen

In den Jahren 1943/44 ließ sich in Klein-Gumpen ebenfalls eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von einem Lehrer des Ortes betreut wurde.

Laudenau

Von 1953 bis 1970 ließ sich in Laudenau eine Volksbücherei nachweisen. Sie wurde von 1963 bis 1970 von Lehrer Roth geleitet. Die Einrichtung befand sich im Gemeinderatszimmer der Gemeindeverwaltung Laudenau. Der Buchbestand belief sich 1963 auf 132 Bände aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch und wuchs 1969 auf 237 Bände an. Von 1964 bis 1968 ruhte der Ausleihbetrieb. 1969 und 1970 wurden dann wieder Bücher ausgeliehen.

Ober-Ostern

Bereits 1943/44 gab es in Ober-Ostern eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. die von einem Lehrer des Ortes betreut wurde. 1955 bestand erneut eine Ausleihstation, die nunmehr von Lehrer Bluhme betreut wurde.

Pfaffen-Beerfurth

1904 wurde in Pfaffen-Beerfurth eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei errichtet. die von Lehrer Beckenhaupt betreut wurde. Wie lange die Station bestand. ist unbekannt. 1955 existierte dann erneut eine Ausleihstation in Pfaffen-Beerfurth, die bis 1963 von Lehrer Gärtner betreut wurde.

Rohrbach

In Rohrbach ließ sich von 1938 bis 1940 eine von Lehrer Hechler betreute Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen. 1955 gab es erneut eine Ausleihstation, die wiederum von einem Lehrer des Ortes betreut wurde.

Unter-Ostern

Von 1938 bis 1945 und dann wieder 1949/50 bestand in Unter-Ostern eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von Lehrer Philipp Feick betreut wurde. 1950 wurde die Station aufgelöst, da Lehrer Feick nicht länger als Leiter zur Verfügung stand. Feick hatte neben der Ausleihstation der Kreiswanderbücherei auch die Schülerbücherei von Unter-Ostern betreut, was den von der staatlichen Volksbüchereistelle in Darmstadt 1950 herausgegebenen Grundlinien einer Kreiswanderbücherei-Station entsprach; beide Büchereien sollten im selben Raum untergebracht sein und die Bücher vom selben Buchwart (Lehrer) ausgegeben werden.

Rothenberg

In den Jahren 1938 bis 1944 ließ sich in Rothenberg eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von Lehrer Hannemann betreut wurde. 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation in Rothenberg, die nun von Hauptlehrer Gölz betreut wurde.

Von 1953 bis in die 1980er Jahre bestand in Rothenberg eine erste evangelische Gemeindebücherei, die sich im evangelischen Pfarramtsgebäude in der Odenwaldstraße befand und vom jeweils amtierenden Pfarrer betreut worden sein dürfte. Wie groß der Buchbestand war und wie er sich zusammensetzte. läßt sich nicht mehr feststellen. 1993 erfolgte dann der Neuaufbau und 1994 die Neueröffnung der evangelischen Gemeindebücherei, die ihren Sitz nunmehr im evangelischen Gemeindehaus in der Hauptstraße hat und von einem sechsköpfigen Team unter der Leitung von Frau May betreut wird. Der Buchbestand belief sich 1995 auf 1032 Bände aus den Bereichen Bilder-, Kinder- und Jugendbuch sowie Belletristik und Sachbuch. Die Einrichtung ist Mitglied im Verband evangelischer Gemeindehüchereien in Hessen und Nassau. Die Ausleihe ist kostenlos.

Von 1954 bis Anfang der 1980er Jahre bestand im Dorfgemeinschaftshaus (heute Sitz der Gemeindeverwaltung) in der Hauptstraße die Gemeindebücherei. Der Buchbestand belief sich 1954 auf ca. 300 Bände, 1981 auf 348 und bei Schließung der Einrichtung auf 400 Bände aus den Bereichen Kinder- und Jugendbuch sowie Belletristik und Sachbuch. Geleitet wurde die Bücherei von Lehrer Gölz, der auch die Ausleihstation der Kreiswanderbücherei betreute. Die Ausleihe kostete 20 Pfennige/Buch, Nach Einstellung des Büchereibetriebs ging ein Teil des Buchbestandes an die evangelische Gemeindebücherei.

Finkenbach

Auch in Ober-Finkenbach gab es in den Jahren 1938 bis 1944 eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Reutter betreut.

Ober-Hainbrunn

1955 existierte in Ober-Hainbrunn eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die von einer Lehrerin betreut wurde,

Sensbachtal

Hebstahl

1943/44 ließ sich in Hebstahl eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei nachweisen, die von einem Lehrer des Ortes betreut wurde. 1955 bestand dann erneut eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die wiederum von einem Lehrer betreut wurde.

Etwa von 1966 bis 1988 bestand in Hebstahl im Dorfgemeinschaftshaus in der Hebstahler Straße die Gemeindebücherei. Sie wurde zunächst von Lehrer Ludwig Herbold geleitet und nach dessen Wegzug von Luise Lenz. Nach Bildung der Gemeinde Sensbachtal 1971 war sie dann Gemeindebücherei für ganz Sensbachtal. Der Buchbestand belief sich 1981 auf 581 Bände. Er umfaßte in der Hauptsache Jugendbücher aber auch Sachbücher und Belletristikbände,

Ober-Sensbach

1955 gab es auch in Ober-Sensbach eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei. Sie wurde von Lehrer Grünewald betreut.

Unter-Sensbach

In Unter-Sensbach existierte ebenfalls eine Ausleihstation der Kreiswanderbücherei, die in den Jahren 1938 bis 1940 von Lehrer Gathmann betreut wurde. 1955 gab es erneut eine Ausleihstation in Unter-Sensbach, die nun von Lehrer Preßl betreut wurde.

Ausblick:

Die im Deutschen Bibliotheksplan von 1973 geforderte flächendeckende Büchereiversorgung ist für das Gebiet des Odenwaldkreises bis heute nicht erreicht. In Orten ab 10.000 Einwohnern sollten kommunale Büchereien die Grundversorgung mit aktuellen Medien (Büchern etc.) gewährleisten, wobei mindestens 1 Medium/Einwohner, auf jeden Fall mindestens 10.000 Medien zur Verfügung stehen sollten. Außerdem sollte die Bücherei durch hauptamtliche Fachkräfte betreut werden, ausreichende Öffnungszeiten anbieten und einen ausreichenden Vermehrungsetat vorweisen können sowie ihre Medien kostenlos ausleihen. Im Odenwaldkreis erfüllt lediglich die Erbacher Stadtbücherei (weitestgehend) diese Anforderungen. Öffentliche Büchereien in kirchlicher Trägerschaft können ebenfalls die Aufgabe einer Grundversorgungsbücherei übernehmen, was im Odenwaldkreis häufig der Fall ist, beispielsweise in Höchst oder Reichelsheim, wobei diese Büchereien die oben genannten Bedingungen nicht zu erfüllen vermögen. Kleinere Gemeinden können nach den Vorstellungen des Bibliotheksplanes über einen Bibliotheksverband gemeinsam eine Grundversorgungsbücherei betreiben. Dieses Modell wäre für die meisten Städte und Gemeinden im Odenwaldkreis die passendste Lösung, ist aber im gesamten Kreisge-biet nicht einmal realisiert. Es wäre sinnvoll, wenn die öffentlichen Büchereien im Odenwaldkreis, ganz gleich, ab in kommunaler oder kirchlicher Trägerschaft, sich in einer Arbeitsgemeinschaft zusammenschlössen, um gemeinsam auch in Zeiten knapper Kassen die Tür zu Bildung, Information und Unterhaltung für alle - möglichst zum Nulltarif - offen zu halten.


Anmerkung:

1) Es handelt sich immer um öffentliche Büchereien, falls keine andere Bezeichnung angegeben ist.

Die Arbeit ist im Original mit Anmerkungen im Kreisarchiv des Odenwaldkreises einzusehen.