Miteinander....


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Tagungshäuser im Dekanat Erbach

Ökumenischer Kirchentag 1997


Ökumenischer Dekanatskirchentag in Michelstadt: „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe"


Erbach/Mainz. Ein wichtiger Beitrag zur Ökumene soll der Erste Ökumenische Dekanatskirchentag am Sonntag, 14. September, in Michelstadt/Odenwald werden. Die Gemeinden des Evangelischen und des Katholischen Dekanats Erbach sowie die Selbständige Evangelisch Lutherische Kirche wollen sich dabei auf das Verbindende der Konfessionen besinnen und gemeinsam feiern, beten und handeln. Das Leitwort des Tages lautet: „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe" (Eph 4,5).Über zwei Jahre haben sich die Christen auf diese ökumenische Veranstaltung vorbereitet.
In einer „Nacht der Jugend" am Samstag, 13. September, 20.00 Uhr, stimmen sich junge Christen auf den Dekanatskirchentag ein, der am Sonntag um 9.30 Uhr mit Eucharistiefeiern in der St. Sebastianskirche und der Schloßkapelle Fürstenau, einem Abendmahlsgottesdienst in der Odenwaldhalle und einem ökumenischen Kindergottesdienst in der Stadtkirche beginnt. Um 11.00 Uhr eröffnen der katholische Dekan Klaus Derstroff, der evangelische Dekan Klaus Schimmel und Pfarrer Hartmut Krüger von der evangelisch-lutherischen Kirche die Veranstaltung offiziell auf dem Marktplatz. Am Nachmittag werden 25 Workshops angeboten. Themen sind u.a. „Abendmahlsgemeinschaft - auf der Suche nach dem Schlüssel zur Gemeinschaft", „Typisch evangelisch - typisch katholisch", „Konfessionsverbindende Ehen", „Bücher, Bücher, Bücher" und „Schöpfung - Ehrfurcht vor dem Tier". Weiterhin gibt es Angebote zum Beten, Tanzen und zur Meditation. Während des Schlußgottesdienstes um 16.00 Uhr in der Vereinshalle (Bienenmarkt) werden der Mainzer Bischof Dr. Karl Lehmann und der ehemalige Kirchenpräsident Helmut Spengler Ansprachen halten. Als prominente Gäste werden darüber hinaus erwartet: die ehemalige Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Dr. Rita Waschbüsch, der Landrat des Odenwaldkreises, Horst Schnur, und Reinhold Ruhr, Bürgermeister von Michelstadt.
Im Vorfeld des Dekanatskirchentags unterstreicht Bischof Lehmann die Bedeutung der ökumenischen Feier. Mehr und mehr werde sichtbar, daß Christen nur im gemeinsamen Zeugnis die Frohe Botschaft zu den Menschen tragen können. An diesem Tag sollten sich die Christen auf ihre gemeinsame Berufung und Aufgabe besinnen. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Peter Steinacker, Darmstadt, betont in seinem Grußwort, nach den gemeinsam erarbeiteten Stellungnahmen der Kirchen zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen, werde die „ökumenische Melodie" durch den Ökumenischen Dekanatskirchentag noch stärker.

Ökumenische Fortschritte „ein Wunder des göttlichen Geistes"
Ökumenischer Dekanatskirchentag bekräftigte den gemeinsamen Weg der Kirchen


Michelstadt. Beim Ökumenischen Dekanatskirchentag des evangelischen und des katholischen Dekanates Erbach in Michelstadt/Odenwald am 14. September, hat der Bischof von Mainz, Dr. Karl Lehmann, die in den letzten Jahren erzielten Fortschritte in der Ökumene gewürdigt. Bei seiner Ansprache vor den rund 1.000 Teilnehmern des Abschlußgottesdienstes bezeichnete Lehmann am Sonntag, 14. September, diese Fortschritte als „ein Wunder des göttlichen Geistes". „Zur Ökumene bedarf es vieler kleiner Steine, die gemeinsam ein Mosaik bilden", unterstrich der Bischof.

Zugleich stellte Lehmann fest, daß die fehlende Abendmahlsgemeinschaft der „Stachel im Fleisch der Ökumene der beiden großen christlichen Kirchen" bleibe. Der frühere Kirchenpräsident der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Pfarrer Helmut Spengler, hatte zuvor in seiner Ansprache erklärt, es wäre schön, wenn das Motto dieses Dekanatskirchentages „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe" durch „eine Abendmahlsgemeinschaft" erweitert werden könnte. Das Motto war dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser (Eph 4,5) entnommen und sollte den gemeinsamen Weg der evangelischen und katholischen Christen kennzeichnen. Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker, Darmstadt, hatte dazu in einem schriftlichen Grußwort erklärt: „Wir erkennen überall, daß wir darauf angewiesen sind, als Christen so weit wie möglich gemeinsam zu glauben und zu handeln, zu beten und zu singen, zu feiern und zu arbeiten. Überflüssige Zäune, die uns äußerlich trennen, werden abgebaut." Für die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche bekräftigte Bischof Dr. Diethardt Roth, Melsungen: „Es ist sicherlich gut, wenn wir trotz bestehender Unterschiede und daraus hergeleiteter Grenzziehungen, ich denke an die Feier des heiligen Abendmahls, doch auf Zeichen für ein gutes Miteinander der Kirchen setzten." Dies sei auch erkennbar in der Arbeit der Diakonie, in der die Kirchen „sich dem Menschen ganzheitlich zuwenden".

Als zentralen Grund und Motiv seines persönlichen Einsatzes für die Ökumene bekannte Lehmann: „Man sieht das Leid, das Trennungen heraufbeschwören, in den kleinsten Gemeinschaften: wie Ehen und Familien unter solch unverschuldetem Auseinanderleben leiden können." Dies in der Kirche zu verhindern, sei der Motor der Gemeinsamkeit. Der Bischof nahm Bezug auf den Brief des Apostels Paulus an die Epheser, in dem Paulus sieben Punkte nennt, die für die Gläubigen gemeinsam gelten. Genau in der Mitte stehe der Punkt Hoffnung, betonte er. Diese Hoffnung gerade den Hoffnungslosen zu vermitteln sei Aufgabe beider Kirchen. „Wir sind aufgerufen, vor der Welt gemeinsam unser Zeugnis der Hoffnung abzugeben", bekräftigte er. Er sei dankbar für die vielen Fortschritte, die insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere durch das Zweite Vatikanische Konzil erzielt worden seien. „Wir sind nach wie vor gemeinsam unterwegs", stellte er fest. Wenn viele den Eindruck vom Stillstand in der Ökumene hätten, so sei dies falsch. Wenn man eine gemeinsame Eucharistiefeier derzeit noch nicht erlauben könne, bedeute dies, daß die Kirchen die letzte Gemeinsamkeit noch nicht erreicht haben.