Rede zur Eröffnung des Friedensprojekts am 31.08.2008 in Höchst
Liebe Mitglieder der Pfadfinderschaft St. Christophorus und Messdiener der Pfarrei St. Sebastian Michelstadt, liebe Schüler aus Seckmauern und der Kindergärten, sehr geehrter Diakon Raabe, werte Pfarrer und Ehrengäste, meine sehr geehrten Damen und Herren,
ein ganz besonderes, alle Menschen verbindendes Projekt haben sich engagierte Kinder und Jugendliche dieser Region vorgenommen: Sie wollen mit einem Thema VERBINDEN: Menschen und eine ihrer grundsätzlichen Sehnsüchte, die Sehnsucht nach Frieden.
Sie sagen: wenn jemand etwas schreibt, wenn jemand etwas malt, dann setzt er sich nicht nur geistig, quasi „philosophisch" mit dem Begriff „Frieden" auseinander, sondern lässt seine Gedanken viel konkreter werden. Wir werden gespannt sein, wie viele unterschiedliche Gedanken es bei diesem Thema gibt, oder ob gar viele ähnliche Motive zu Papier bringen.
Sie sagen: Frieden ist ein Grundbedürfnis des Einzelnen. Es ist aber auch eine Gemeinschaftsaufgabe. Wie oft höre ich als Politiker auch bei anderen Themen: ich kann ja doch nichts ändern, was kann ich als einzelner denn bewirken?
Dem soll diese Aufgabe entgegenwirken: es ist der sprichwörtliche Flügelschlag des Schmetterlings, der am Ende, in der Gemeinschaft vieler, den Sturm entfacht.
Sie sagen: wir wollen keine „Eintagsfliege" starten, irgendeinen Tag im Jahr mit diesem Thema besetzen. Sie wollen nicht gedankenlos, wie es häufig geschieht, den Begriff gebrauchen, sondern haben den Ergeiz, über viele Monate an diesem Projekt zu wirken, um möglichst vielen Gleichgesinnten auf diesem Wege die Chance zu geben, Teil zu haben an dieser Arbeit.
Es ist aber auch deshalb ein besonderes Projekt, da gerade diese Generation, die das Projekt trägt, in Deutschland, in Europa nie selbst einen Krieg erlebt hat. Sie ist gar nach der Wiedervereinigung unseres Landes geboren worden und kennt die Teilung Deutschlands wie Europa erstmals nur aus den Geschichtsbüchern.
Sie ist aber auch die erste Generation, die durch Fernsehen, Internet und viele weitere Kommunikationsmöglichkeiten mit Krieg, Vertreibung und den damit verbundenen Gräueltaten auf aller Welt konfrontiert wird, immer wieder und auch immer wieder ganz nah, wobei wir den Begriff „Frieden" natürlich nicht nur im Zusammenhang mit militärischen Aktionen verbinden dürfen. Auch die Auseinandersetzung mit dem Nachbarn, Freund, Bekannten oder gar in der eigenen Familie wollen wir hier einreihen.
Es ist mir als Abgeordnete, vor allem aber als Teil dieser Region deshalb eine ganz besondere Ehre, die Schirmherrschaft angetragen bekommen zu haben. Ich danke den Initiatoren und Trägern dieser Arbeit für ihren Einsatz.
Ich hoffe und wünsche mir, dass sehr, sehr viele Bilder zurückkommen, dass wir im kommenden Jahr gemeinsam ein prägendes und langes Band von Bildern und Eindrücken präsentieren können, aus allen Teilen der Welt.
Für heute wünsche ich uns einen erfolgreichen Start und den Jugendlichen alles Gute!
Wir eröffnen gemeinsam diese Aktion.

