Rückblick Sozialaktion 2006
"Santo Domingo!" Die 10-jährige Messdienerin kann die Frage, wie die Hauptstadt der Dominikanischen Republik heißt, ohne zu Zögern beantworten. Eigent-lich merkwürdig, dass bei einem Stationsspiel der Langener Messdiener in der Herbstfreizeit 2007 fast alle Kinder wissen, wo Santo Domingo liegt und was es mit dieser Stadt auf sich hat.
Ganz so merkwürdig ist es dann aber vielleicht doch nicht. Schließlich sind im Sommer 2006 elf Jugendliche aus Langen und Heusenstamm gemeinsam mit
Kaplan Tonke Dennebaum für gut drei Wochen in die Karibik geflogen, um dort in der Pfarrei von P. Martin Lenk SJ ein Kinderferienlager mit zu betreuen und die Menschen in dem Armenviertel Los Guandules kennen zu lernen. Die Ju-gendlichen haben Einiges in Bewegung gesetzt – daheim in Langen, vor Ort in Santo Domingo und auch bei sich selbst. So ist es kein Wunder, dass auch ein Jahr danach beim Südamerikatag der Minifreizeit 2007 Bilder aus dem Karibik-land gezeigt werden und dass die Jugendlichen von ihren Erlebnissen berichten, während die Kinder gebannt zuhören.
Zunächst aber ein kurzer Rückblick: Schon lange bevor die Reise losgehen sollte, hatten die Jugendlichen die "Sozialaktion 2006" gegründet und um Spen-den für die Menschen in Santo Domingo geworben. Dafür haben sie ein Fundrai-singdinner im Pfarrsaal von Sankt Albertus organisiert, am Kirchenlauf in Heu-senstamm teilgenommen, beim Geburtstagsfest für Kardinal Lehmann in Mainz karibische Speisen und Cocktails angeboten und vieles mehr. Die Reisekosten der Jugendlichen wurden zum großen Teil durch einen Förderplan des Bundesfamilienministeriums übernommen, so dass die Spenden aus Langen und von außerhalb ganz in das Hilfsprojekt fließen konnten. Am Ende sind mehr als 8.000 Euro für den Bau eines Kindergartens in Los Guandules überwiesen wor-den.
Wie notwendig diese Finanzspritze war, haben die Karibikreisenden in ihrer Zeit in Los Guandules allmorgendlich selbst erfahren: Jeden Tag wurden die Ferien-spiele in einer großen gemeinsamen Runde mit bis zu 80 Kindern in einer stau-bigen und stickigen Wellblechhütte begonnen – die bis dahin als Kindergarten genutzt wurde. Seitdem ist viel geschehen. Ein Kindergarten mit zwei Sälen ist gebaut und eingerichtet worden. Im Zwei-Schicht-Betrieb können nun einhun-dert Kinder den neuen Kindergarten der Pfarrei Santo Domingo Savio besuchen.
Zurück in Langen hat sich gezeigt, dass die Zeit im dominikanischen Armenviertel für beide Seiten intensiv und bereichernd gewesen ist. Inzwischen wurde die "Sozialaktion 2006" sogar mit zwei Preisen ausgezeichnet: Zunächst hat der Hessische Jugendring das Projekt mit seinem Preis "best `06" für innovative Projekte in der Kinder und Jugendarbeit geehrt. Im September 2007 wurde die Sozialaktion dann von der Hessischen Landesregierung mit dem Förderpreis für besonderes freiwilliges Engagement in der Kinder und Jugendarbeit ausgezeich-net. Zur Preisverleihung ist der Referatsleiter "Jugend" des Hessischen Sozialministeriums nach Langen gekommen und hat einen Scheck in Höhe von 500 Euro überreicht. Wieder eine Summe, die direkt weiter überwiesen werden konnte und so der Pfarrei Domingo Savio ermöglicht, den Menschen dort zu hel-fen, wo Hilfe nötig ist.
Kpl. Tonke Dennebaum
Langener Jugendliche helfen mit im Slum von Santo Domingo
Dieses Bild ist gar nicht so falsch, und für die Einwohner der Dominikanischen Republik bedeuten viele der guten Hotels einen Segen und eine sichere Möglichkeit, ihre Familien zu versor-gen. Dennoch sieht das eigentliche Leben in dem Naturparadies ganz anders aus. Rund um die Hauptstadt Santo Do-mingo leben die Menschen unter schwierigsten sozialen und hygienischen Bedingungen in Slums. Mitten in dem Slumgebiet „Los Guandoles“ befindet sich die Pfarrei „Santo Domingo Savio“, die von dem Langener Jesuitenpater Dr. Martin Lenk SJ geleitet wird. P. Lenk und sein Seelsorgeteam stehen den Menschen nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, sondern versuchen – wie man es von Jesuiten gewohnt ist – die Situation gerade der jungen Generation von Grund auf zu verbessern. Wichtig sind daher Projekte wie der Kindergarten, der Aufbau eines Gymnasiums mitten im Slum oder die Ferienspiele, die den Schulkindern im Sommer eine sinnvolle Beschäftigung bieten.
Die Pfarrei von P. Lenk steht im Mittelpunkt der Projektfahrt „Kirche im Slum von Santo Domingo“, die im August 2006 von den Langener Pfarrgemeinden angeboten wird und Kaplan Dr. Dennebaum gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 28 Jahren für drei Wochen in die Dominikanische Republik führt. Dabei machen es sich die jungen Leute zur Aufgabe, die Bedingungen und Schwierigkeiten, aber auch die Lebensfreude der Menschen vor Ort so gut wie möglich kennen zu lernen. Vorgesehen ist die Mitarbeit im Kinderferienlager und die Durchführung eines von P. Lenk geplanten Bauprojekts, dessen Finanzierung hoffentlich mit Spenden aus der hessischen Heimat gesichert werden kann.
Zunächst aber lassen sich die Jugendlichen auf eine intensive Zeit der Vorbereitung ein: Von einem Abend mit Vertretern von Pax Christi, einem Besuch beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst, über die Feier von Jugendgottesdiensten bis hin zu einem gemeinsamen Mini-Spanisch-Kurs reicht die Palette der Ideen. A
Infos und Kontakt über das Pfarrbüro St. Albertus Magnus oder unter sozialaktion2006@gmx.de oder bald unter www.sozialaktion2006.de