Neues aus Brasilien 

 

  Gemeindereise Brasilien 2011

 

Unter Führung von Pfarrer Vogl ging die 25-köpfige Gruppe am 8.10.2011 auf die Reise in das ferne Brasilien. Alle wollten an den Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum von "Casa do Menor" teilnehmen, gleichzeitig aber auch einige der touristischen Höhepunkte erleben.Bei der Ankunft am frühen Sonntagmorgen begrüßten uns im Hotel Sa. Lucinha und die 3 deutschen Freiwilligen, die derzeit im Projekt arbeiten. Sie hatten uns am Flughafen verpasst, waren daher direkt in unser Hotel in Rio, nahe an der Cobacabana, weitergefahren. Nach dem Frühstück, auf brasilianisch mit vielen Früchten und süßem Kuchen unterlegt, ging es zur Sonntagsmesse zur deutschen Gemeinde in Rio. Der Pfarrer war überglücklich, seine kleine Kapelle in dem sehr solide ausgestalteten Gemeindezentrum wieder einmal „gefüllt" zu sehen. Aus den Gesprächen war erkennbar, dass "Casa do Menor" dort gut bekannt war.Nachmittags fuhren wir auf den Zuckerhut, mit anschließender Rundfahrt durch verschiedene Stadtteile. Der Abend klang auf der Dachterrasse im 12. Stock des Hotels aus.

Der Montag gehörte dem Corcovado nebst späterem Bummel auf der Cobacabana.

Am Dienstag begann das Fest in Miguel Couto. Die übliche Morgenandacht in der Kapelle des CAP (Zentrum/Verwaltung) war der Vorstellung und Begrüßung  der Gäste - u.a. aus Italien, Frankreich, Monaco, Schweiz und Deutschland - gewidmet; wir waren zahlenmäßig die größte Gruppe. Es ging naturgemäß vielsprachig zu und dauerte entsprechend lange. Der anwesende Bischof von Nova Iguacu, Don Luciano, würfelte dabei das „Tagesmotto" aus. Nach einem Steh-Imbiß wurde mit viel „Drum-herum" eine neue Ausbildungseinheit für „Servicekräfte im Hotelgewerbe" eingeweiht. Wir besichtigten danach noch einige Werkstätten, da ein starker Platzregen den Aufenthalt im Freien nicht mehr zuließ. Gegen Mittag ging es nach Tingua zum Sitio „Sao Wolfgang" mit Besichtigung der dortigen Häuser „Andre" für Jugendliche „Jesus Meninos" für geistig behinderte Kinder. Auf der Rückfahrt wurden noch die beiden Mädchenhäuser in Miguel Couto besucht. Alle Häuser machten einen guten Eindruck. Der eingeplante Besuch von „Vila Claudia" musste ausfallen, da eine Auffahrt bei der durch den Regen verschlammten Piste nicht möglich war. Den Tagesausklang bildete eine Messe mit Don Luciano.

Der eigentliche Festtag - Mittwoch 12.10. -  begann mit einer groß angelegten Festmesse; 2 Bischöfe und 10 Priester zogen in die überbesetzte Matriz, der Hauptkirche von Miguel Couto, ein. Offizielle Glückwunschadressen, Geschenkübergaben, die Predigten der beiden Bischöfe aber auch die ständigen Beiträge von PeRenato sprengten selbst den dort üblichen Zeitrahmen überdeutlich.Danach waren Festivitäten in der CIDAH angesagt. Die große, einseitig offene Mehrzweckhalle füllte sich schätzungsweise mit nahezu 1000 Personen. Als Mittags-Verpflegung gab es eine Art „Geschnetzeltes", dazu Reis und dunkle Bohnen. Für 14 Reais ( ca 5 Euro) konnte man beim „Bingo" - so ähnlich wie „Lotto-live" mitspielen. Auch wir beteiligten uns, allerdings ohne Erfolg. Zwischen den einzelnen Serien gab es Auftritte diverser Gruppen mit Folklore, artistischen Darbietungen und Tänze aller Art. Sogar eine Jugendgruppe der in diesem Jahr preisgekrönten Samba-Schule „BEIJA FLOR" aus Rio war mit von der Partie. Die Lautstärke des Ganzen war enorm und PeRenato - stets bewaffnet mit einem Hand-Mikro - war durchgängig der dominante Regisseur.

Nur mit Mühe gelang es Pfr. Vogl in diesem hektischen Umfeld, mit PeRenato kurz über aktuelle Sachfragen des Projektes zu sprechen. Keinesfalls ausreichend,  um die bestehenden Belegungsprobleme und die neuen staatlichen Vorgaben bei längerfristiger Heimunterbringung von Straßenkindern zu erörtern. Schade, denn mehr Klarheit in diesen Fragen wäre für uns sehr hilfreich gewesen.

Von dem ganzen Tumult eingedeckt, wurden wir müde und fuhren noch vor dem Ende der Show nach Rio zurück.

 

Am Donnerstag trat wieder „Sight-Seeing" in Kraft. Petropolis, die alte Kaiserstadt in den Bergen im Hinterland von Rio, war das Tagesziel.Abends fand der Abschied von Rio mit einem ausgesuchten Churrasco statt.

Per Bus ging es am Freitag - entlang der Costa Verde - weiter in das mittelalterische Paraty. Das Hotel war mit seinen kleinen Häuschen voll in die subtropische Vegetation eingebettet; ein „Dschungel-Camp" so Pfr. Vogl. Es war anders als sonst, aber in diesem Rahmen sehr schön.

Weiter mit dem Bus durch Wälder, Berge und Felder in Richtung Sao Paulo; an diesem Samstag war der große Wallfahrtsort Aparecida  allerdings das maßgebliche Zwischenziel. Dort regnete es in Strömen, aber die riesige Kirche bot ausreichenden Schutz. In den Katakomben erhielten wir die Möglichkeit für eine Messe.

Sehr früh am Sonntag ging es per Flieger weiter in den Süden, nach Foz do Iguacu und dort gleich weiter zu den Wasserfällen. Wir hatten lt. unserem Guide besonderes Glück, denn es war Hochwasser, was bedeutet, dass sich die Fälle noch eindrucksvoller präsentierten, als sonst üblich. Das Wasser hatte braune Farbe und die in allen Schattierungen. Die Möglichkeit, das Gesamtareal auch per Hubschrauber zu erleben, wurde vielfach genutzt. Der Besuch des dortigen Vogelparks gehörte ebenfalls zum Programm. Selbst das Hotel war ein besonderer Höhepunkt; sein  großer Pool im Freien mit Thermalwasser wurde sofort und reichlich genutzt.

Am Montag ging es nochmals zu den Wasserfällen, allerdings mit Grenzübertritt nach Argentinien.

Dienstag - 18.10. -  war am späten Nachmittag unsere Abreise. Am Vormittag besuchten wir noch das größte Wasserkraftwerk Südamerikas in Itaipu. 5 Mann der Gruppe setzten sich mit Herrn Weschenbach ab, um seine Ursprünge in Brasilien zu besuchen. Gegen 17 Uhr Transfer zum Flughafen -  Rückflug über Sao Paulo, Ankunft am 19.10. 14:30 in Frankfurt.

Rudolf Becker

  Das Jubiläum

 

 

Aus diesem Anlass wurde von Herrn Pfarrer Vogl eine Gemeindereise ausgeschrieben, die in der Zeit vom

08.10. bis 19.10. 2011 stattfindet.

 

Neben dem Besuch von "Casa do Menor" und der Teilnahme an den sicherlich brasilianisch-bunten Feierlichkeiten gibt es weitere sehenswerte Stationen in Brasilien, so in Rio,

Petropolis, Aparecida, Paraty, und Foz do Iguacu.

 

 

 

Aus heutiger Sicht werden 25 Personen an der Reise teilnehmen.

  

  Die Freiwilligen

 

Der Jahrgang 2010/2011 der Freiwilligen ist im August abgelaufen.

Sie sind zwischenzeitlich alle wohlbehalten zurück. Ihre Erfahrungen und Eindrücke werden sicherlich noch lange Zeit nachwirken.

 

Für 2011/2012 sind Frau Eva Sparrenberger, Ober-Olm und Herr Leonhard Beck, Ingelheim "übergesiedelt". In diesem Jahr gab es allerdings erstmals Probleme bei der Beantragung der Visa. Es war einfach nicht möglich, die neuen bürokratischen Vorgaben für ein Jahresvisum zu erfüllen. Beide mussten ohne Visa als Touristen ( = Aufenthalt bis 3 Monate) einreisen und dann dort nach den drei Monaten eine Verlängerung für weitere drei Monate beantragen. Ihre Zeit ist damit auf sechs Monate begrenzt, sofern sich im Zeitverlauf nicht noch neue Perspektiven eröffnen. Schade, aber Brasilien setzt offensichtlich neue Maßstäbe, die von hier aus nicht nachvollziehbar sind. 

 

Beide haben blogspots eingerichtet:, die wie folgt abgerufen werden können:

 

Leonhard       Sein blog - hier klicken

Eva               Ihr blog -  hier klicken

 

 PeRenato im Juni 2010 zu Besuch in Dieburg


In Begleitung von Frau Lucia Ines, der amtierenden Präsidentin von „Casa do Menor", und der Italienerin Donatella Martini, die in Piemont für „Casa do Menor Italia" arbeitet, besuchte PeRenato - wie er sagte - „wieder einmal seine Freunde in Dieburg".

Beim ersten Treffen im Pfarrhaus informierte Pfr. Vogl über die Fusion von St. Wolfgang, mit dem Hinweis, dass dadurch in der Verbindung zu "Casa do Menor" keine Veränderungen eingetreten sind. Die „Brücke der Freundschaft" sei - wie seither - stabil.

In einer Sitzung des Miguel Couto - Ausschusses berichtete PeRenato ausführlich über den aktuellen Sachstand im Projekt.

Große Sorge bereite ihm die derzeitige Haltung der Jugendbehörden im Staate Rio de Janeiro. Man versucht durchzusetzen, die Verweildauer von älteren Jugendlichen auf 2 Jahre zu beschränken, ohne eine tragfähige Alternative für die anschließende Zeit zu bieten. Außerdem dürfen in Miguel Couto nur noch Straßenkinder aufgenommen werden, die aus dem örtlichen Bereich vom Nova Iguacu stammen. Die Folge sei eine höhere Fluktuation in den Häusern und per Saldo ein Rückgang in der Belegung. Insgesamt bedrücke ihn, dass die auf kontinuierliche Persönlichkeitsentwicklung ausgerichtete Arbeit von "Casa do Menor" wesentlich erschwert werde.  Er hoffe jedoch zuversichtlich, dass diese Vorgaben alsbald wieder revidiert werden. 

Weitere Hinweise von PeRenato:

Der vor 2 Jahren in Mosambik gestartete Versuch habe sich auf Dauer als nicht realisierbar erwiesen und wurde demzufolge wieder aufgegeben.

Die in Santana do Ipanema, im Staat Alagoas auf Drängen des dortigen Bischofs eingerichtete Außenstelle soll mit Hilfe aus Italien weiter ausgebaut werden.

Wegen des weiteren Rufes eines Bischofs laufen derzeit Standortverhandlungen im Staat Sergipe (Nord-Osten Brasiliens)

Bei der Nutzung des Sitio Sao Wolfgang soll versucht werden, den gegebenen Freizeitwert stärker zu vermarkten. Dafür soll das Casa Andre vorwiegend für Gäste bereitgehalten werden, während das seit längerem nicht mehr nutzbare Casa Manfredo wieder als Casa Lar aufgebaut werden soll. Für den Wiederaufbau von Casa Manfredo erhoffe er sich Hilfe aus Deutschland; die Reaktion im Ausschuss war zurückhaltend. Unabhängig davon wurde PeRenato zugesagt, dass "Casa do Menor" auch im Jahre 2011 mit den gleichen Leistungen aus Dieburg rechnen kann, wie seither.

Am 19.06. stellte sich PeRenato in der Abendmesse in St. Peter & Paul vor und am Sonntag in der Messe in St. Wolfgang. Er wurde lebhaft begrüßt und bei dem anschließenden Umtrunk auf dem Kirchplatz waren Umarmungen und Händeschütteln angesagt. Dabei konnte PeRenato auch die neuen Freiwilligen begrüßen, die ab September 2010 im Projekt arbeiten werden. Es sind die Damen Marina Bröder aus Mainz, Jana Marie Peil aus Gau-Algesheim und Maximilian Klyk aus Rüsselsheim.

Am späten Nachmittag ging es weiter nach Bergamo, denn für Montag war ein weiteres Treffen in Sizilien angesagt.

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 PeRenato schreibt am 2. Februar 2009

Er beantwortet damit unser Schreiben, in dem wir unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Zahlung von monatlich € 10.000 auch für das Jahr 2009 zugesagt haben.

 

Liebe Freunde, Schwestern und Brüder der Pfarrei St.Wolfgang!

Bewegt und mit großer Freude haben wir auch heuer wieder die Mitteilung gelesen, wonach Ihre wertvolle und treue Unterstützung fortdauert.  Sie erlaubt uns, die immer schwieriger werdende Mission, Leben zu retten, fortzusetzen. Wir wissen nicht, wie wir Ihnen danken können.  Auch wir spüren die weltweite Finanzkrise.  Viele Organisationen müssen schließen, weil die Unterstützungen zurückgingen oder ganz ausgefallen sind.  Hinzu kommt, dass die Aufgabe, Jugendliche von der Straße zu holen, von Jahr zu Jahr mühsamer geworden ist.

Wie Sie wissen, wurde Casa do Menor so nachdringlich von Bischöfen und Behörden an andere Orte gerufen, dass wir nicht ablehnen konnten.

Wir empfinden, dass es Gott ist, der uns ruft und es eilig damit hat, die von Gewalt und Drogen niedergemähten Jugendlichen zu retten.

Unsere Bedingung für die Eröffnung neuer Häuser ist, dass auch Gemeinde und Gemeinschaft Verantwortung übernehmen; sonst wird sich in Brasilien nie was ändern.

Sie müssen wissen, dass wir uns sehr heftig dafür einsetzen, dass Brasilien -Regierung und Gemeinwesen - Verantwortung für die Söhne und Töchter desLandes übernehmen.  Es tut sich was, langsam allerdings.

Vor kurzem haben wir unsere Jahreshauptversammlung abgehalten, auf der viele neue Dinge beschlossen wurden.  Wir kürzen Ausgaben und Personal und statten jede Einheit mit Eigenverantwortlichkeit aus und mit Menschen, die ihre Tätigkeit aus Berufung ausüben.  Das werden wir bei Gelegenheit ausführlich darstellen. Tinguà ist jetzt eine solche autonome Einheit.

Wir haben ein Sekretariat geschaffen, welches als Dachorgan für alle Einrichtungen von Casa do Menor in Brasilien zuständig ist, Grundsätze und Richtlinien entwirft, sie einführt und durchsetzt.  Angestrebt ist damit, die Abhängigkeit der einzelnen Einheiten von Padre Renato, Lucinha und des Vorstandes zu beheben.

Dem Gremium und Pfarrer Vogl, die für uns Freunde und Geschwister sind, schicken wir herzliche Grüße.

Wir leben in Krisenzeiten.  Diese Krise ist die Folge von Egoismus und Verschlossenheit weltweit anderen Völkern gegenüber.  Die Lösung heißt Teilen, Solidarität, Gemeinschaft, offene gegenseitige Beziehungen.  Das Weltwirtschaftsforum Davos musste dies einsehen. Das Sozialforum von Belem stellte fest und hob hervor, dass das bisherige System nicht mehr funktioniert, dass aber eine neue Weltordnung nur entstehen wird, wenn wir einsehen, dass das Gesetz der Welt  Teilen, partnerschaftliches Verhalten und Gemeinschaft voraussetzt.

Egoismus funktioniert nirgendwo.  Das Gesetz Zukunft ist das Gebot der Liebe, das Wissen um die gegenseitige Abhängigkeit sowie die Gemeinschaft.

Seien wir vereint in dieser Utopie, die sehr schnell Wirklichkeit werden muss, wollen wir nicht alle untergehen.

 

Wir umarmen jeden von Euch ganz herzlich in großer Dankbarkeit.

 

 

Wir verpflichten uns, die gestellten Bedingungen zu erfüllen.

 

Padre Renato              Lucinha           Vorstand

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