Gedenktage
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Juli August September Oktober November Dezember
Hl. Blasius
(von Hans Memling, Lübecker Marienkirche)
Die ursprünglich in griechischer Sprache aufgezeichnete Heiligenlegende Vita Blasii beschreibt sein Leben und Martyrium.
Bevor Blasius Bischof wurde, soll er Arzt in Sebaste gewesen sein. Seine unermüdliche Hilfsbereitschaft und Toleranz allen Menschen gegenüber, ob arm, ob reich, ob Christ oder Heide, sollen ihm zur Wahl zum Bischof verholfen haben. Zahlreiche Legenden haben seine Heilkraft zum Thema. Die bekannteste Erzählung berichtet, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete.
Bevor er zum Bischof ernannt wurde, floh Blasius während einer Christenverfolgung des Kaisers Licinius in eine Höhle des argeischen Gebirges (?), wo er mit den Tieren des Waldes lebte, sich um sie kümmerte, wenn sie verletzt waren, und sie aus Fallen befreite. Bei einer Jagd wurde er entdeckt und gefangen genommen. Der Statthalter Agricola versuchte, ihn mit Versprechungen zum Abfall vom Glauben zu bringen. Als Blasius ablehnte, ließ man ihn mit Stöcken schlagen, mit Striegeln oder einer eisernen Hechel quälen. Nach der Folter fragte ihn der Statthalter „Willst du nun unsere Götter anbeten?" Blasius antwortete: „Ich fürchte dich nicht, tu was du willst, aber ich werde meinem Herrn und Gott treu bleiben." Da hieß ihn der Statthalter in einen Teich werfen. Blasius schlug das Kreuz über dem Wasser, das fest wie gutes Erdreich wurde und er stand und rief seinen Peinigern zu: „Wenn eure Götter wahre Götter sind, so will ich ihre Macht sehen. Gehet her zu mir auf dem Wasser". Das versuchten 65 Mann, aber sie ertranken.
Vor der Hinrichtung betete Blasius, dass alle, die ein Übel an der Kehle oder sonst ein Siechtum hätten, Erhörung fänden, wenn sie in seinem Namen um Gesundung bäten. Eine Stimme vom Himmel gewährte ihm die Bitte. Mit zwei Gefährten wurde er enthauptet.
24. Juli - Hl. Martyrer Christophorus
Christophorus erinnert uns jedes Jahr daran,
dass Christen wie er Christusträger sind:
sie tragen den Namen Christi
und tragen damit seine Botschaft
und sein Leben
in die Welt.
Jean Pohlen
Christsein heißt ...
... den Namen dessen tragen, der uns trägt,
wenn wir den Boden unter den Füßen verlieren,
wenn das Leben unerträglich erscheint,
wenn jede Sicherheit schwindet.
... den Namen dessen tragen,
der mit uns trägt,
wenn unsere Kreuze uns niederdrücken,
wenn wir Leid und Unrecht erfahren,
wenn Schuld uns belastet.
... den Namen dessen tragen,
dessen Namen wir tragen
auf unseren Armen, die einander nicht fallenlassen,
auf unseren Schultern, die einander über Wasser halten,
in unseren Herzen, die einander verstehen.
... Ihn tragen, dessen Namen wir tragen.
Christophorus - Christusträger sein.
Gisela Baltes
9. August - Hl. Karmelitin und Martyrerin Edith Stein
Lass mich blind, Herr, die Wege gehen,
die Deine sind.
Will Deine Führung nicht verstehn,
bin ja Dein Kind.
Bist, Vater der Weisheit, auch Vater mir.
Führst durch Nacht Du auch,
führst Du doch zu dir.
Herr, lass geschehen, was Du willst,
ich bin bereit,
auch wenn Du nie mein Sehnen stillst
in dieser Zeit.
Bist ja der Herr der Zeit,
das Wann ist Dein.
Dein ew'ges Jetzt, einst wird es mein.
Mach alles wahr, wie Du es planst
in Deinem Rat.
Wenn still Du dann zum Opfer mahnst,
hilf auch zur Tat!
Lass übersehn mich ganz mein kleines Ich,
dass ich, mir selber tot, nur leb für Dich.
Hl. Edith Stein (1891 - 1942)
14. August - Hl. Maximilian Kolbe
Wenn Gott es gut findet, dass es so ist wie am Ölberg,
dass unsere Bitte nicht erhört wird
und wir den Kelch bis zur Neige trinken müssen,
dann wollen wir nicht vergessen,
dass Jesus nicht nur gelitten hat,
sondern danach auch in Herrlichkeit auferstanden ist.
Hl. Maximilian Kolbe, + am 14.8.1941
25. September - Hl. Nikolaus von der Flüe, Einsiedler
Nikolaus von der Flüe mahnt uns zum Frieden im eigenen Land und zum Frieden in der Welt, er ermahnt uns aber vor allem zum Frieden im eigenen Herzen ...
Macht den Zaun nicht zu weit, aber scheut euch nicht, über den Zaun hinauszuschauen. Macht euch die Sorge anderer Völker zu euren eigenen, und bietet über Grenzen hinweg eine helfende Hand, und dies auch auf der Ebene eurer staatlichen Organe und Finanzmittel.
Papst Johannes Paul II. in seiner Friedenspredigt im Flüeli am 14. Juni 1984
27. September - Hl. Priester und Ordensgründer Vinzenz von Paul
Man muss wenigstens soviel Zeit aufwenden,
Gott für seine Wohltaten zu danken,
als man gebraucht hat, ihn darum zu bitten.
Hl. Vinzenz von Paul, + 1660
Liebe zu den Armen
Weil Gott den Armen liebt, liebt er auch alle Menschen, die den Armen lieben.
Darum hoffen auch wir, dass Gott uns wegen der Armen liebt.
Wir wollen sie darum besuchen und uns der Schwachen und Armen annehmen,
und zwar mit einem so herzlichen Mitleid,
dass wir das Gefühl des Apostels teilen können:
„Allen bin ich alles geworden" (1 Kor 9,12).
Wir wollen danach streben,
dass wir, im Herzen von der Sorge und dem Elend der Mitmenschen bewegt,
Gott um das Gefühl des Mitleids und Erbarmens bitten:
Er möge unser Herz damit erfüllen und,
wenn es erfüllt ist, drin bewahren.
Hl. Vinzenz von Paul, + 1660
29. September - Hll. Erzengel Michael, Gabriel und Raphael
Bitte an die Erzengel
Michael, kämpfe für die Ehre Gottes,
Engel des Friedens,
banne Krieg und Unheil,
schütze die Kirche, schütze die Erlösten
vor allem Bösen.
Gabriel, künde Gottes Plan und Ratschluss,
Bote des Heiles, lehre uns zu glauben
und das Geheimnis,
das du offenbartest,
neu zu verkünden.
Raphael, heile Krankheit und Gebrechen,
lindre die Schmerzen,
spende Trost und Hilfe,
führe uns Blinde aus der Erde Dunkel
zum Paradiese.
nach „Christe, sanctorum decus angelorum" (10. Jh.)
1. Oktober - Hl. Theresia vom Kinde Jesu
Vor allem ist es das Evangelium,
das mich während meiner Betrachtungen beschäftigt.
Daraus nehme ich alles, was meine arme, kleine Seele nötig hat.
Da entdecke ich immer wieder neue Erleuchtungen,
verborgene und geheimnisvolle Sinndeutungen.
Ich verstehe und weiß aus Erfahrung, dass das Reich Gottes in uns ist.
Hl. Theresia vom Kinde Jesu 1873 - 1897
Der Kern der Heiligkeit
Wir müssen nach Heiligkeit streben,
nach einem glaubwürdigen Christsein.
Der Kern des Strebens nach Heiligkeit ist die Liebe.
Die Hl. Theresia von Lisieux hat das zutiefst erfasst,
wenn sie im Vergleich mit einem Leib,
der aus verschiedenen Gliedern zusammengesetzt ist,
über die Kirche sagt:
„Ich begriff, dass sie ein Herz haben muss, das von Liebe glüht."
Allein die Liebe nämlich sei in der Lage,
die anderen Glieder zum Handeln zu bewegen,
und sollte sie je erlöschen,
würden „die Apostel aufhören, das Evangelium zu verkünden,
und die Märtyrer sich weigern, ihr Blut zu vergießen."
Nach Theresia umschließt sie alle Berufungen,
ist alles in allem und umfasst alles Zeiten und Orte,
mit einem Wort:
"Die Liebe ist ewig".
Heinrich Mussinghoff, Bischof von Aachen,
in der Monatszeitschrift „Magnificat", Verlag Butzon und Bercker
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2. Oktober - Heilige Schutzengel
Der Engel schützt nicht nur gegen die Gefahr,
die von außen,
sondern auch gegen jene,
die aus dem Menschen selbst kommt:
seine Unbotmäßigkeit, seine Unredlichkeit, sein Unmaß.
Er tut es in der Stimme des Gewissens,
in den Warnungen des Herzens,
im Wort der Freunde.
Romano Guardini
Der Schutzengel
Er ist aus der Ewigkeit zu dir getreten,
als du zum Kinde Gottes wiedergeboren wurdest.
Er geht mit dir durch dein Leben
und tritt einst mit dir vor Gottes Gericht.
Denke ihn nicht als schwächliches Wesen,
wie ihn so manches Bild zeigt.
Er ist ein gewaltiger Geist, rein wie die Glut der Sonne,
unbestechlich klar seine Erkenntnis, unbezwinglich sein Wille.
Er ist dein unsichtbarer Gefährte, dein lebendiges Gewissen.
Er spricht dir Gottes Forderungen in die Seele,
dass du werdest, was er will.
„Heilig, heilig, heilig bist du, Herr der Heerscharen", rufen die Engel dem Ewigen zu.
Und einen Widerhall davon in unser Gewissen:
„Heilig sollst du werden, Kind Gottes!"
Romano Guardini
28. Oktober - Apostel Judas Thaddäus (zusammen mit dem Apostel Simon)
Der Beiname Thaddäus bedeutet wohl so viel wie großmütig, ein Mann des weiten Herzens ...
Judas Thaddäus hat Jesus im Abendmahlssaal gefragt, warum er sich nicht der Welt, sondern nur den Seinen zeigen wollte. Und Jesus hat ihm erklärt, dass man ihn von innen her, mit dem Herzen sehen muss.
Dieser Apostel hat der Überlieferung nach die Urheberschaft des Judasbriefes im neuen Testament, der uns nachdrücklich zu einem gelebten Christentum auffordert, dazu auffordert, nicht wie Irrlichter herumzulaufen, sondern klar und entschieden den Weg Jesu Christi zu gehen.
(Papst Benedikt XVI.)
30. November - Heiliger Apostel Andreas
Petrus ist von Jerusalem aus über Antiochia nach Rom gelangt,
um dort seinem universellen Missionsauftrag nachzukommen.
Sein Bruder Andreas dagegen ist Apostel der griechischen Welt.
So treten sie im Leben und im Tod als wahre Brüder auf -
ihre brüderliche Verbundenheit findet in der besonderen Beziehung
zwischen den Kirchen von Rom und Konstantinopel,
wahrhaft schwesterlichen Kirchen, ihren symbolischen Ausdruck.
(aus dem Internet)
Auch die Berufung des Petrus nimmt gemäß der Schilderung des Evangelisten Johannes ihren Weg über das Zeugnis seines Bruders Andreas. Nachdem dieser dem Meister begegnet und seiner Einladung, bei ihm zu bleiben, gefolgt ist, verspürt er das Bedürfnis, sofort seinem Bruder mitzuteilen, was er entdeckt hatte, als er beim Herrn „geblieben ist": „Wir haben den Messias gefunden." ...
Ebenso wie der Apostel Andreas, der seinem Bruder mitteilt, dass er den Meister kennengelernt hat, muss derjenige, der Jünger und Zeuge Christi sein will, ihn persönlich „gesehen" und kennengelernt haben; er muss gelernt haben, ihn zu lieben und bei ihm zu sein.
Papst Benedikt XVI
1. Dezember - Sel. Charles de Foucauld
Charles de Foucauld, der nach seiner Bekehrung Jesus so eng wie möglich nachfolgen wollte, hatte entdeckt, welche Bedeutung die dreißig Jahre des verborgenen Lebens in Nazaret für Jesus hatten - das "Geheimnis von Nazaret". Deshalb verbrachte er einige Jahre dort, als Hausdiener in einem Klarissenkloster. ...
Aus der Berufung von Nazaret folgerte Charles de Foucauld weiter, dass wir das Evangelium durch unser Leben verkünden sollen. "Mein Apostolat soll ein Apostolat der Güte sein. Die Leute sollen sich sagen: Da dieser Mensch so gut ist, muss seine Religion gut sein".
(in einer Notiz von ihm)
4. Dezember - Sel. Adolph Kolping
Nirgends ist göttliche Wahrheit
überredender, gewinnender
als im Munde der sich
aufopfernden, hilfreichen Liebe.
Sel. Adolph Kolping (1813 - 1865), Gesellenvater
6. Dezember - Hl. Nikolaus
Nikolaus, du Freund der Kinder,
Bischof, guter Hirt,
sieh uns - hör uns, wie wir rufen.
Wir sind so verirrt.
Nikolaus, du Freund der Armen,
lass sie nicht allein,
hör doch ihren großen Hunger
auf zum Himmel schrei'n.
Nikolaus, du Gottes Freund,
hast ein weites Herz,
stillst mit übergroßer Güte
Hunger und auch Schmerz.
Wilhelm Willms
13. Dezember -Hl. Äbtissin Odilia, Patronin des Elsass
Odilia-Hymnus:
Christus gab dir das Licht, heil'ge Odilia,
nahm die Blindheit hinweg von deinen Augen,
als dein Glaube ihn sah bei deiner Taufe.
Als dein Auge im Tod wieder erlosch,
Christus selbst dich empfängt, dem du gedient hast.
Nimm die Lampe, das Licht, zeige uns Christus!
Lösch die Finsternis aus, leuchte im Dunkel,
dass nicht Nacht uns verwirrt, helle die Pfade!
(Abtei Münsterschwarzach)
14. Dezember - Hl. Johannes vom Kreuz, Priester und Kirchenlehrer
Gott sagt uns:
In Christus habe ich dir alles gesagt und offenbart,
und in ihm wirst du mehr finden, als du erbittest und ersehnst.
Schau auf den Menschgewordenen,
und du wirst mehr finden, als du denkst.
Hl. Johannes vom Kreuz, + 1591

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