Laurenziwallfahrt 2011
Wir begehen jährlich die Laurenziwallfahrt mit der Wallfahrt von der Pfarrkirche aus auf den Laurenziberg und der traditionellen Segnung der Pferde und Gespanne.
In diesem Jahr am Sonntag, dem 7. August. Es ist die einzige Pferdesegnung nördlich des Mains.
Anlass dazu ist seit ungezählten Generationen bis heute der Hl. Laurentius. Er war mit großer Wahrscheinlichkeit Spanier. Bei Huesca wird noch heute ein Gut mit dem Namen „Loreto" als sein Geburtsort und der Wohnsitz seiner Eltern benannt. Dass der christliche Dichter Prudentius ihn schon im 4. Jahrhundert in seinem speziell den spanischen Blutzeugen gewidmeten Hymnus erwähnt, scheint diese Tradition zu bestätigen. Wir wissen weiter, dass während der „valerianischen Verfolgung" des Jahres 258, der zunächst Papst Sixtus II. mit vier seiner Diakone und, drei Tage später, auch Laurentius zum Opfer fielen, die Kirchengüter zugunsten der Staatskasse beschlagnahmt wurden.
So setzte sich der gewissenhafte Diakon Laurentius ein, und ließ u.a. einen kostbaren Achtkelch an einen sicheren Ort bringen, weit entfernt von Rom, auf das Gut seiner Eltern in Huesca.
Was sagt uns das?
Wir glauben nicht an Daten, an Gegenstände, wir glauben nicht an Reliquien, wir glauben nicht an Melodien oder Sprachen, gewiss von all dem lebt der Geist des Menschen und so feiern wir jährlich froh und festlich den Tag des Patrons der Laurenzikirche.
Aber bei all dem glauben wir zuallererst an ein Leben, das nur einer schenkt: Jesus Christus. Das ist unser Grund zur Freude, für das Vertrauen in unseren eigenen Lebensweg und als Gemeinde, als Gemeinschaft der Glaubenden und als pilgernde Menschen. Das lehrt uns auch das Leben des Hl. Laurentius: treu im Glauben hat er das bewahrt, was ihm heilig war und zugleich alles, schließlich sein Leben, dran gesetzt, dass dieser Glaube auch andere ergreift und weiter getragen wird. So sendet er den Kelch in seine Heimat. Aber nicht, dass die Menschen daran glauben, sondern dass daraus lebendiger Glaube wächst, der einladend ist und verzeihend ist und Gemeinschaft stiftet gerade im Mahl halten.
Das ist sein Beispiel bis heute, das ist sein Lebenszeugnis. So sind wir es heute, die mit Gott in ihrem Leben rechnen, ihn um seinen Segen bitten für Mensch und Tier, ihm danken für die Schöpfung und unseren Glauben.
Wir bitten den Hl. Laurentius um seine Fürsprache, dass es uns heute gelingen möge, Christus immer mehr zu glauben als den Mittler zwischen Himmel und Erde, als den, der neues Leben schafft, als den, der zusammenführt, was getrennt ist und eint, was einander braucht. Wir freuen uns auf dieses frohe Fest des Glaubens Jahr für Jahr und laden Sie ein mit uns um die Laurenzikirche zu feiern.
Die Festpredigt hält in diesem Jahr der Regens des Mainzer Priesterseminars Dr. Udo Bentz.
Quelle: Mittelpunkt -. Ausgabe Ostern 2011



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