Miteinander

Miteinander ist das Gemeindeblatt der Pfarrei Bingen-Büdesheim das halbjährlich erscheint!

Ostern 2000

Liebe Leserin, lieber Leser,

immer wieder wird an uns die Frage herangetragen, wann der günstigste Zeitpunkt ist, sein Kind für den Besuch im Kindergarten anzumelden.

Seit es in Büdesheim ein ausreichendes Angebot an Kindergartenplätzen gibt, beobachten wir den Trend, dass Eltern ihr Kind erst sehr spät (häufig unmittelbar vor dem 3. Geburtstag) in unserer Einrichtung anmelden.

Da wir zwecks Bedarfsermittlung, Bewilligung von Kreis- und Landeszuschüssen und nicht zuletzt wegen der Personalkostenplanung darauf angewiesen sind, frühzeitig eine Bedarfsplanung an die Bezirksregierung und die Kreisverwaltung weiterzugeben, ist es für uns sehr wichtig, dass künftige Kindergartenkinder bis zum 2. Lebensjahr (also ein Jahr vor Beginn des Kindergartenbesuches) im Kindergarten angemeldet werden. Die Aufnahme in den Kindergarten richtet sich nach dem Geburtsdatum ihres Kindes. Ein früheres Anmeldedatum ist nur dann mitentscheidend, wenn zwei oder mehrere Kinder am gleichen Tag geboren wurden.

Aus Erfahrung wissen wir, dass insbesondere Eltern, die ihr 1. Kind in unserem Kindergarten anmelden, großes Interesse am Kindergartenangebot zeigen und viele Fragen mitbringen.

Da wir uns für die Anmeldung gerne etwas Zeit für das Kind und seine Eltern nehmen, wäre es schön, wenn interessierte Eltern mit  Frau Pia Raith-Poßmann telefonisch unter der Nr. 06721/41595 einen Anmeldetermin vereinbaren. Während einer kleinen Hausführung informieren wir interessierte Eltern über das umfangreiche, hochwertige pädagogische Angebot unseres Kindergartens. Dieses Informationsgespräch soll Eltern helfen, im Interesse ihres Kindes die beste Entscheidung für einen geeigneten Kindergartenplatz und ein geeignetes Betreuungsangebot zu treffen.

Hierzu können folgende Fragen / Überlegungen hilfreich sein:

- Stimmen unsere Erziehungsvorstellungen mit der Konzeption des 
   Kindergartens überein?

- Welche Öffnungszeiten bietet der Kindergarten an?

- Über welche Personalbesetzung und Gruppengröße verfügt der
   Kindergarten?

- Sagt uns das Rahmenangebot und die Raumausstattung der
   Einrichtung zu?

- Bestehen bereits Kontakte zum Kindergarten (z.B. durch befreundete
   Kinder oder Eltern)?

- Fühlen wir uns ausreichend über das Angebot des Kindergartens
   informiert und nehmen wir einen sympathischen Eindruck mit nach
   Hause?

Abschließend möchten wir allen Eltern ein paar Tipps mit an die Hand geben, deren Kind vor der Aufnahme in den Kindergarten steht:

Liebe Eltern,

mit dem Besuch des Kindergartens vollzieht ihr Kind einen sehr wichtigen Entwicklungsschritt: Es wird selbständig! Wir sprechen heute von „Kindergartenreife“ , wenn ein Kind fähig ist – losgelöst von den Eltern – Kontakte zu Kindern und Erzieherinnen zu knüpfen und wenn es lernt, sich in einer Kindergartengruppe zu integrieren.

Um dieser neuen Situation gelassen entgegen blicken zu können, ist es wichtig, genau zu wissen, was einen erwartet. Das gilt für ihr Kind und natürlich auch für sie als Eltern.

An dieser Stelle möchten wir ihnen einige Bücher empfehlen:

-Für Kinder ab 2 Jahre:

„der kleine Bär kommt in den Kindergarten“, Verlag ars Edition

„Ben und Lena im Kindergarten“, Loewe Verlag,

-Für angehende Kindergarteneltern:

„Unser Kind kommt in den Kindergarten“, Verlag Ernst Kaufmann,

„Aller Kindergartenanfang ist schwer“, Don Bosco Verlag,

5. Tipps für einen guten Start:

1.Sprechen sie mit ihrem Kind über den Kindergarten. Achten Sie darauf, positiv über den bevorstehenden Kindergartenbesuch zu sprechen und unterstreichen Sie dabei schöne Seiten (z.B. Freunde finden, neue Liederbund Spiele lernen, Feste feiern,….)

2. Nehmen Sie nach Möglichkeit alle angebotenen Termine zur Eingewöhnung wahr, und lassen Sie Ihrem Kind  Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen.

3. Drohen Sie niemals mit dem Kindergarten! (z.B. „Wenn du nicht brav bist, dann….“ Oder „Wenn ich das einer Erzieherin sage, dann…..)

4. Kinder, die regelmäßig jeden Tag in den Kindergarten kommen, gewöhnen sich leichter an die neue Lebenssituation, können sich leichter von ihren Eltern verabschieden und finden schneller Freunde.

5. Treffen Sie mit ihrem Kind, was die Abholzeit betrifft, klare Absprachen und halten Sie diese unbedingt ein. Je kleiner ein Kind, umso mehr ängstigt es sich, wenn die anderen Kinder abgeholt werden, während es noch wartet.

Und zum Schluss, liebe Eltern, möchten wir ihnen aus langjähriger Erfahrung Mut zusprechen, denn nicht selten werden gerade die Kinder, die anfangs Probleme mit der neuen Situation haben, später die glücklichsten Kindergartenkinder.

Mit freundlichen Grüßen

Pia Raith-Poßmann (für das Team der Kita St.Hildegard)

Miteinander Ostern 2001

 

„Kinder wie die Zeit vergeht “…


mit diesem Motto feiert unsere kath. Kindertagesstätte St. Hildegard am 19.05.2001 ihr 25jähriges Bestehen in der Berlinstraße in Büdesheim.

Dies ist für uns Anlass, auch einmal innezuhalten und auf die vergangene Zeit zurück zu blicken.

Zwei Kolleginnen waren von Anfang an dabei: Frau Hannelore Schweikhart (seit Juni 2000 im Ruhestand) und Frau Irmgard Wendel. In gemeinsamen Gesprächen mit ihnen und mit Eltern und Großeltern unserer Kindertagesstätte haben wir versucht einen kleinen Rückblick zu halten.

1976 gab die Arbeiterwohlfahrt die Trägerschaft ihrer Kindertagesstätte mit Hortgruppe auf. Das freiwerdende Gebäude wurde an die Stadt verkauft. Nachdem der kath. Kindergarten in der Hitchinstraße (jetzt HL) dringend sanierungsbedürftig war, stellte die Stadt der Pfarrgemeinde das Kindergartengebäude in der Berlinstraße zur Nutzung zur Verfügung.

Der kath. Kindergarten zog in die Berlinstraße um und eröffnete neben einer neuen vierten Gruppe auch 30 Ganztagesplätze für Kinder berufstätiger Eltern.

Der damals landesweit übliche Personalschlüssel von 1,5 Fachkräften pro Gruppe, ohne eine Freistellung für Leistungsaufgaben erschwerte allerorts die intensive pädagogische Arbeit im Kindergarten. War es lange Zeit üblich, feste Tages- und Wochenpläne zu erarbeiten und das Spiel des Kindes zu bestimmen, zu regeln und zu leiten, so wurde in aufwendigen, wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt, was die Praxis schon lange wusste: im Spiel begreift das Kind die Welt. Nicht wir Erwachsenen sind diejenigen, die im Kind etwas erzeugen, anlegen oder herstellen müssen. Uns Erwachsenen obliegt es vielmehr das Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen und zu fördern.

Dies ist für alle Erziehende (ob als Eltern oder Erzieher in der Kindertagesstätte) eine verantwortungsvolle und oftmals schwierige Lebensaufgabe. Heute wissen wir, dank eines partnerschaftlich demokratischen Erziehungsstiles und der Arbeit nach dem so genannten Situationsorientierten Ansatz, dass Kinder vor allem durch Selbst tun lernen. Viele Eltern berichten, dass das erste Wort ihres Kindes, bzw. eines der ersten Wörter alleine (machen), selber oder nein. Eine individuelle, kindgemäße Entwicklungsförderung benötigt eine vorbereitete Umgebung (Raum für die Spielentfaltung), gutes Material(das muss nicht immer teures Spielzeug sein) und die liebevolle Zuwendung einer Bezugsperson die im Kind „hilft es selbst zu tun“ (M. Montessori).

Unsere Kindertagesstätte verfügt heute über ein großzügiges, gut ausgestattetes Raumangebot für 4 Kindergartengruppen (100 Kinder, davon 30 Ganztagesplätze) und vor allem über gut ausgebildetes, motiviertes Fachpersonal (Dipl. Soz. Päd, Dipl. Montessori Erz., Erzieher, Kinderpfleger mit Zusatzqualifikation). Der derzeitige Personalschlüssel beträgt 2,25 Erziehungskräfte pro Gruppe, bei freigestellter Leitung. Die räumliche und personelle Ausstattung unserer Einrichtung ermöglicht uns für Kinder und ihre Familien ein hochwertiges, pädagogisches Angebot bereit zu stellen.

Als kath. Kindertagesstätte unterstützen wir Eltern bei ihrer Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsaufgabe. Wir wollen offen sein, für alle Büdesheimer Kinder und Familien, die sich für eine Einrichtung entscheiden, deren Arbeit religionspädagogisch geprägt ist. Unsere Einrichtung besuchen Kinder unterschiedlichster sozialer Herkunft, Kinder aus anderen Ländern und Kulturen, kranke Kinder und Kinder mit einem Handicap, bzw. einer Behinderung. Wir sind alle Kinder Gottes und wollen miteinander und voneinander lernen. Kleine Kinder kennen noch keine Scheu und leiden auch nicht unter Vorurteilen. Dies gibt uns die wertvolle Chance bereits im Kindergarten das Miteinander, die gegenseitige Achtung und Toleranz zu lernen. Aus unserer Erfahrung ist es dabei, neben der Arbeit mit dem Kind, besonders wichtig einen offenen und guten Kontakt zu allen Familien zu pflegen und sie am Leben in der Kindertagesstätte teilhaben zu lassen. Dabei ist es und wichtig ein starkes Bindeglied zwischen jungen Familien und unserer lebendigen Pfarrgemeinde zu sein.

Pia Raith-Poßmann (für das Team der Kita St. Hildegard)

 

Miteinander 2002

 

Erziehungs- und Bildungsarbeit im Kindergarten

Dem Kindergarten als elementare Bildungseinrichtung vor der Schule wird (nicht erst seit Pisa) immer mehr Bedeutung beigemessen. Man weiß heute, dass die Phase der intensivsten Prägung in der frühen Kindheit liegt. Doch diejenigen, die jetzt dem Wunsch nach Bildung entsprechend auf eine Verschulung der Kindergärten drängen, wissen scheinbar zu wenig vom frühkindlichen Lernen und Begreifen.

Eine sinnvolle Erziehungs- und Bildungsarbeit im Kindergarten muss im Kontext elementarer Lebens- zusammenhänge und der individuellen kindlichen Entwicklung stehen. Aus unserer eigenen Kindheit wissen wir, dass die Motivation und der Lernerfolg immer abhängig ist von der Freude und der Lust am Tun. Spielen ist die kindliche Lebensform, elementare Erfahrungen zu sammeln, das logische Denken zu fördern und sich weiter zu entwickeln. Im Spiel wächst das Kind allmählich in die Welt der Erwachsenen hinein und erlangt schrittweise Handlungs- fähigkeit. Unsere Bildungsarbeit in der Kindertagesstätte hat das Ziel, jedem Kind im Rahmen unserer Möglichkeiten, den Raum, die Zuwendung und die individuelle Förderung zu geben die es braucht, um in seiner Gesamtentwicklung fortzuschreiten. Durch gezielte erzieherische Hilfen, differenzierte Erziehungsarbeit und durch Bildungsangebote wird die körperliche, geistige und seelische Entwicklung des Kindes angeregt und seine Gemeinschaftsfähigkeit gefördert.

Nun stellt sich dennoch die Frage warum (wenn der Bildungsarbeit in Kindertagesstätten doch ein so hoher Stellenwert beigemessen wird) nach neuesten Untersuchungen trotz allem eins von drei  deutschen Kindern nicht uneingeschränkt schulfähig ist?  Wer hat versagt? Die  Kindertagesstätte, die Eltern, die Schule oder die Gesellschaft?

Nein ganz so leicht dürfen wir es uns nicht machen.  Die Lebensbedingungen von vielen Kindern  und Familien haben sich in den letzen zwanzig Jahren rasant (verschlechtert) verändert. Die Bedürfnisse von heutigen  Kindern  und ihren Familien und der Stellenwert von Bildung und der  notwendigen Fähigkeit  sich lebenslang zu verändern und  immer wieder dazu zu lernen wird zwar gesellschaftspolitisch erkannt, die dafür aber notwendigen Rahmen- bedingungen (noch) nicht geschaffen. So kommt es einer Quadratur des  Kreises gleich, wenn die Bildungs- und Erziehungsarbeit deutscher Kindertagesstätten mit finnischen (Pisasieger) Kindertagesstätten verglichen wird. In Finnland kommen auf fünf Kindergartenkinder eine pädagogische Fachkraft, in Deutschland muss eine Erzieherin dreiundzwanzig Kinder betreuen und bilden.

Auf die vielgestellte Frage, ob sich die qualitative Arbeit in Kindertagesstätten verbessern ließe, antworten fast alle pädagogischen Fachkräfte aus dem Elementarbereich mit einem eindeutigen ja - aber Qualität (siehe Finnland) ist nicht zum Nulltarif zu haben. Die Ressourcen  deutscher Kindertagesstätten sind lange ausgeschöpft und eine weitere Qualitätssteigerung bedarf einer  deutlichen personellen, finanziellen und räumlichen Verbesserung.

Pia Raith-Poßmann

Für das Team der Kita St.Hildegard

Miteinander 2003

 

Vielleicht haben Sie es schon gehört - unser Kindergarten wird umgebaut!

Wenn Sie unser Haus kennen, fragen Sie  sich   vielleicht auch, warum das nötig geworden ist ?


Liebe Gemeindemitglieder,

seit dem Bau unseres Kindergartens in den siebziger Jahren, hat sich nicht nur die inhaltliche Arbeit (der Kindergarten als erste elementare Bildungseinrichtung) und das Angebot (z.B. bedarfsgerechte, flexible Öffnungszeiten)  wesentlich verändert und weiterentwickelt, auch die damit verbunden Auflagen wie Betriebserlaubnis, Personalschlüssel, Raumangebot, Hygienekonzept (Haccp), Reinigungsauflagen, betriebseigenes Kontrollsystem und vieles mehr haben sich deutlich vermehrt und verstärkt.

Unsere Kindertagesstätte betreut derzeit 101 Kinder, davon 35 Kinder ganztägig mit warmen  Mittagessen. Unsere Hauswirtschafterin Frau Braden bereitet ,nach den Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung, kindgerechte Mahlzeiten (unter Berücksichtigung eventueller Ernährungsbedürfnisse bzw. Allergien und den hygienischen Auflagen wie Temperaturprotokoll, Rückstellproben ...) zu, bildet sich regelmäßig fort und ist (demnächst beendet sie ihre Zusatzausbildung mit der Prüfung zur Hauswirtschaftsmeisterin) zusätzlich dafür ausgebildet alle Mitarbeiter und Praktikanten nach den Auflagen des Infektionenschutzgesetzes zu belehren.

Sie merken vielleicht schon an dieser kurzen Erklärung, wie viel Verwaltung und Organisation hinter diesen gesetzlichen Auflagen steckt. Nun sind wir seit Jahren in der vertrackten Situation, dass unser Kindergarten nur über eine normale nun vierundzwanzigjährige Haushaltsküchenzeile verfügt (stellen Sie sich da mal 35 Essensportionen und die Dimensionen der Töpfe und Gerätschaften vor) und wir auch nicht annähernd die Auflagen ,die für eine Gemeinschaftseinrichtung gesetzlich seit 1997 vorgeschrieben sind, erfüllen können. Nach eingehender Beratung aller Beteiligten (Pfarrgemeinde, Stadt Bingen als Gebäudeeigentümer, Fachreferat im Caritasverband, Veterinäramt der Kreisverwaltung) wurde schnell klar, dass ohne weitreichende Umbaumaßnahmen die gesetzlichen Auflagen nicht erfüllt werden können.

Umfangreiche Planungen und Anträge waren notwendig, um unser Bauprojekt auf die Beine zu stellen und alles auf den  notwendigen Weg zu bringen. Alle Beteiligten haben sich dafür stark gemacht, den Umbau bei laufendem Betrieb zu ermöglichen und die räumlichen Einschränkungen für die Kinder so gering wie nur möglich zu halten. Das schöne frühlingshafte Wetter der letzten Tage stimmt uns hoffnungsvoll und wir werden mit den Kindergartenkinder den Frühling und Sommer in unserem schönen, großen Außengelände genießen und viele Projekte und Aktionen ins Freie verlagern.

Seit einigen Wochen sind Bauarbeiter, Monteure, Schreiner, Elektriker und die Planer der Stadt in unserem Hause und die Kinder verfolgen gespannt die einzelnen Bauabschnitte. Dabei erfahren sie einiges über die Berufe der Erwachsenen, stellen Fragen an die Fachleute und freuen sich über die ersten sichtbaren Ergebnisse.

Wir hoffen, dass die Bauphase bis zur Aufnahme der neuen Kindergartenkinder am 1.09.2004 abgeschlossen werden kann und wir das neue, renovierte Haus mit einem schönen Tag der offenen Tür, allen großen und kleinen Büdesheimern,  vorstellen können.

Wir freuen uns auf ihren Besuch! Es grüßt Sie herzlich

Pia Raith-Poßmann

Und   das Team der Kita St.Hildegard