Zur Geschichte unseres Kindergartens

Das 25 jährigen Bestehens unseres Kindergartens in der Berlinstraße im Jahre 2001 haben wir zum Anlass genommen, in der Vergangenheit zu forschen und die Entstehungsgeschichte unseres Kindergartens zu rekonstruieren.

Bereits im Jahre 1879 fragte das Bischöfliche Ordinariat Mainz in einem Schreiben an das Großherzogliche Kreisamt zu Bingen an, ob in Büdesheim eine sogenannte “Kleinkinderbewahranstalt” eingerichtet werden könnte. Die Genehmigung wurde erteilt und 80 Büdesheimer Kinder konnten unter der Leitung von Ordensschwestern aufgenommen werden.
Als der Kindergarten in der Stifterstraße nicht mehr den baulichen Bestimmungen entsprach und auch aufgrund der wachsenden Anzahl von Kindern buchstäblich aus den Nähten platzte, entschloss sich die Pfarrgemeinde zum Kindergartenneubau  (für drei Kindergartengruppen) in der Hitchinstraße, jetziger Standort HL. Als auch dieses Gebäude viele Jahre später sanierungsbedürftig war, ergab sich 1976 für die Pfarrgemeinde die Möglichkeit  mit dem Kindergarten in das frühere Kindergartengebäude der Arbeiterwohlfahrt in der Berlinstraße umzuziehen. Die Stadt erwarb das Gebäude und übertrug die Trägerschaft der Pfarrgemeinde in Büdesheim.
Dieser Umzug bedeutete eine weitere Vergrößerung des Kindergartens auf nun 4 Gruppen (die ehemalige Hortgruppe der Arbeiterwohlfahrt wurde aufgegeben) und die erstmalige Aufnahme von 30 Ganztageskindern. Der Kindergarten wurde zur Kindertagesstätte.

Ein großes Unglück geschah 1984 in der Nacht zum St. Martinsfest, als ein Feuer aus ungeklärter Ursache ausbrach und der Kindergarten weitgehend durch Feuer und Löschwasser zerstört wurde.
Durch die schnelle und unbürokratische Hilfe vieler Menschen konnte rasch eine Übergangslösung in der Grundschule Bingerbrück organisiert werden und niemand dachte anfangs daran, dass die Büdesheimer Kindergartenkinder insgesamt eineinhalb Jahre mit dem Bus nach Bingerbrück fahren würden. Aber genau so lange dauerte es, bis das Kindergebäude in der Berlinstraße von Grund auf wieder aufgebaut, saniert und modernisiert war und die Arbeit wieder aufgenommen werden konnte.

Eine weitere Veränderung ergab sich Anfang der neunziger Jahre, als die geburtenstarken Jahrgänge kamen und es im Einzugsgebiet Bingen, trotz Erweiterung und Neubaumaßnahmen nicht genügend Kindergartenplätze gab. In Rheinland-Pfalz gab es aber schon damals einen Rechtsanspruch für jedes dreijährige Kind auf einen Kindergartenplatz in zumutbarer Entfernung. Die Stadt plante deshalb den Bau eines neuen Kindergartens im Stadtteil Sponsheim und unsere Pfarrgemeinde erklärte sich bereit, übergangsweise (bis zur Fertigstellung des Neubaus in Sponsheim) eine fünfte Gruppe in unserem Kindergarten zu eröffnen. So besuchten zwischen 1995 und 1997 25 Kinder die neue fünfte Gruppe, die auf den Namen “Bärenhöhle” getauft wurde. Im Rahmen der erweiterten Betriebserlaubnis (auf 125 Kindergartenplätze) wurde auch die Anzahl der Ganztagesplätze auf nun 35 erhöht. Nachdem der neue Kindergarten in Sponsheim 1997 seinen Betrieb aufnahm verkleinerte sich unser Kindergarten wieder auf die ursprünglichen 100 Plätze, lediglich die erhöhte Anzahl von Ganztagesplätzen wurde aufgrund der großen Nachfrage beibehalten.

Nun stehen wir mit unserem Kindergarten 2004 wieder einmal an einem Punkt der Veränderung. Seit Anfang diesen Jahres befinden wir uns bei laufendem Betrieb im Umbau. Die Küche, Lagerräume, Sanitärräume ... entsprachen schon seit längerer Zeit nicht mehr den strengen gesetzlichen Auflagen und müssen nun umgebaut, saniert und zum Teil auch neu ausgestattet werden. Auch innen und außen wird der Kindergarten gründlich saniert und wir freuen uns schon jetzt auf den Tag der endgültigen Fertigstellung, wenn unser Haus für kleine und große Menschen in neuem Glanz erstrahlen wird.