Praktische Tipps für die ökologische Friedhofspflege und Grabgestaltung

 

Friedhöfe – „Orte des Lebens“

Friedhöfe sind Stätten der Trauer, der Besinnung und der Hoffnung über den Tod hinaus. Sie sind Orte des Lebens. Vielerorts sind Friedhöfe auch Orte der Erholung und des Gesprächs, gerade für ältere Menschen. 

Friedhöfe als wertvolle Biotope

Friedhöfe erfüllen in zunehmendem Maße noch eine weitere Aufgabe: Sie sind wichtige Rückzugsgebiete für gefährdete Pflanzen und Tiere. Somit ist es im übertragenen Sinn eine Bereicherung, wenn gerade der Friedhof Lebensräume ermöglichen kann und unsere Liebe zur Schöpfung sichtbar macht. Dazu ist es notwendig, den Friedhof naturnah zu gestalten, zu pflegen und natürliche Veränderungen zuzulassen. 

 

Die folgenden Tipps wollen zu solch einem umwelt- und naturbewussten Verhalten bei Grabgestaltung und Friedhofspflege einladen. 

  • Pflanzen Sie bevorzugt heimische Sträucher, sie bieten Insekten und Vögeln  Nahrung und Unterschlupf.
  • Bei der Pflanzung von Bäumen oder Sträuchern ist Laubgehölzen der Vorrang zu geben. Diese bieten Tieren Unterschlupf, Brutplatz und Nahrung (Pollen, Nektar, Blätter, Früchte usw.) und zeigen oft eine schöne Laub-färbung.
  • Das Herbstlaub kann auf den Gräbern liegen bleiben. Es dient als Nahrung für Bodentiere, Versteck und Überwinterungsmöglichkeit und als Schutz für den Boden.
  • Verwenden Sie bei der Bepflanzung und Pflege des Grabes bitte keinen Torf! Durch den Abbau werden Hochmoore zerstört. Außerdem hat Torf keinen Düngewert und versauert den Boden. Als Ersatz bieten sich Kompost und Rindenmulch an, die auch höhere Humusmengen liefern. 
  • Vermeiden Sie eine Düngung mit mineralischem Dünger
  • Verzichten Sie auf Pflanzenschutzmittel.
  • Viele Grabsteine haben einen weiten Transportweg (mit hohem Energie-verbrauch) hinter sich. Es gibt eine große Auswahl heimischer Gesteine
  • Verwenden Sie keine Grablichter mit Kunststoffbehälter (es gibt nachfüllbare Glasbehälter), und achten Sie darauf, dass möglichst wenig Abfälle anfallen. 
  • Verrottbare Abfälle im Friedhofsbereich in den dafür vorgesehenen Behältern sammelnandere Abfälle, die keiner Verwendung zugeführt werden können, sorgfältig trennen und in die entsprechend entsorgen
  • Gestecke und Kränze aus verrottbaren Materialien verwenden.

Es wäre schön, wenn die Schöpfungsvielfalt in Friedhöfen erhalten bleibt. Friedhöfe sind ja nicht Schauräume einer Gärtnerei oder Wohnzimmer, die ständig geputzt werden müssen, sondern ein „Garten des Lebens", der Leben und Tod miteinander verbindet.

Den vollständigen Flyer" Naturschutz auf dem Friedhof - Praktische Tipps für die ökologische Friedhofspflege und Grabgestaltung" im Rahmen des Nachhaltigen Kirchenjahres - mit weiteren Informationen und Tipps - finden Sie hier.

Der Flyer basiert - mit geringfügigen Abänderungen und Anpassungen - auf dem Faltblatt "Nr. 13: "Die Schöpfung bewahren / Naturschutz auf dem Fried-hof / Praktische Tipps für die ökologische Friedhofspflege und Grabgestaltung" 


Wir danken der Diözese Rottenburg - Stuttgart für die freundliche Abdruckgenehmigung.
 

Wir können Orte schaffen helfen, von denen der helle Schein der Hoffnung in die Dunkelheit der Erde fällt.

(Friedrich v. Bodelschwingh)

 

Bilder Friedhof

 

Efeukreuz

 

 

Bilder Friedhof