Einen neuen Aufbruch wagen ...

... so, liebe Mitchristen, lautet das Leitmotiv des 98. Deutschen Katholikentags vom 16.-20. Mai in Mannheim.

Christen brechen auf mit der Hoffnung, dass Gott unsere Wege in neue innerliche oder äußere Regionen begleitet. Aufbrüche vollziehen sich nicht immer laut, auffällig und von außen erkennbar. Nicht selten bricht man innerlich auf und fängt man neu an, ohne dass es gleich sichtbar wird. Beispiele gibt es genug:

  • Ich überlege mir, wie ich in Zukunft mit einem Problem umgehen will - und das kann zur Klärung beitragen.
  • Ich überdenke meine Einstellung zu meinem Partner, zu Freunden, Kollegen und anderen Menschen oder zu meiner Umgebung - und eine neue Form von Beziehungen kann entstehen.

Wir alle wissen, wie lange manchmal Entscheidungen reifen müssen, bis man sich schließlich tatsächlich in Bewegung setzt. Aufbrüche beginnen meist nicht laut und mit einem Paukenschlag, sondern meist in aller Stille mit einem Hineinhören in sich selber.
Und nicht selten vernehmen dabei Menschen, die sich ein Herz zum Aufbruch fassen, auch den Ruf Gottes so wie
 

  • Abraham, den Gott herausruft, aus allem, was ihm vertraut ist,
  • Mose, der die Israeliten aus der Sklaverei Ägyptens herausführt,
  • die Heiligen Drei Könige, die sich auf den langen Weg zum neugeborenen Jesus machen.

Wir Christen sind überzeugt, dass Gott uns sagen will und sagen wird, was der richtige Weg für uns ist - nicht immer gleich offensichtlich, plakativ, mit leicht verständlichen Worten, sondern oft auch verborgen durch andere Menschen, durch persönliche Begegnungen und Erfahrungen. Wir müssen also auf unser Inneres, unser Herz, unsere Seele hören, um Gottes Plan mit uns zu erfahren.
Orte der Ruhe, die ich mir in meinem Lebensalltag gönne, und Momente der Stille, in denen ich in mich hinein hören und in denen ich Mut für den nächsten Schritt fassen kann, können hierbei sehr hilfreich sein, um einen neuen Aufbruch zu wagen.

Bei allem Reiz eingefahrene Bahnen zu verlassen, ist es eine Herausforderung sich auf Unbekanntes einzulassen, Leben wieder neu zu wagen. Hierzu bedarf es oft auch des Mutes sich aus Resignationen zu befreien oder befreien zu lassen. Seit der Pfingsterfahrung der Jünger wissen wir, dass Gottes Geist uns hierbei bestärken kann, dass dieser Heilige Geist „Aufbrüche" fördert und begleitet und „mit frischem Wind" neu begeistert „Feuer und Flamme" für die Sache Jesu zu sein.
Dies wünsche ich auch den Jugendlichen, die am Vorabend des Pfingsttages in unserer Pfarrgruppe gefirmt werden.

Auch für mich selber wird es eine persönliche, ganz konkrete Umsetzung des Mottos „Einen neuen Aufbruch wagen ..." geben:
Nach 15jähriger Tätigkeit als Gemeindereferent zunächst in der ‚Pfarrgemeinde St. Bartholomäus' und dann für alle Gemeinden der ‚Pfarrgruppe Biblis' werde ich im Sommer eine neue Stelle in der ‚Pfarrgruppe Kirchen in der Oberstadt' in Mainz antreten und mich daher in der Vorabendmesse am 2. Juni und anschließend beim „Feierabend" von Ihnen und Euch verabschieden. Mit dem „Gebet um einen guten Abschied" von Almut Haneberg möchte ich meine Gedanken und guten Wünsche für alle, die ich hier begleiten konnte und die mich begleitet haben, zusammenfassen:

Schreibe mir, Gott, ins Herz die Menschen, mit denen ich Leben geteilt und Begegnung erlebt, mit denen ich lachen und weinen, sprechen und streiten konnte, die mit mir fröhlich gefeiert haben und schwere Wege mitgegangen sind.
Schreibe mir, Gott, ins Herz, alles, was war und was ist, und lass mich gehen in eine Zukunft, die du segnest. Amen.

Auch Ihnen / Euch allen Gottes Segen für eine gute Zukunft!

Jürgen Seekatz, Gemeindereferent


 

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(externer Link, © Dt. Liturgisches Institut)