Pressebericht der Odenwälder Zeitung vom 02.11.2010
Kinder werden "lesefit" gemacht / Neuerscheinungen sind jetzt ausleihfertig
Vermittelt wird, dass Lesen Freude macht
FÜRTH. Rund 100 Vorschulkinder aus den Kindergärten aller Fürther Ortsteile werden derzeit wieder in der Fürther Bücherscheune auf den Besuch einer Bücherei vorbereitet. „Fit für eine Bibliothek - BibFit" heißt folgerichtig die Aktion. An vier Vormittagen, aufgeteilt in fünf Gruppen, werden die Kinder mit ihren Erzieherinnen von insgesamt neun Mitarbeitern der Bücherei empfangen und betreut.
Am Ende der Aktion, an den beiden Abschlusstagen, werden in Anwesenheit von Bürgermeister Volker Oehlenschläger und Pfarrer Dieter Wessel die Zertifikate feierlich überreicht. Aber auch so ist der Terminkalender der ehrenamtlichen Helfer im Büchereiteam mit Richard Lannert voll: Am Sonntag, 7. November, ist „Buchsonntag". Die Kollekte in den katholischen Kirchen ist an diesem Tag für die Büchereien und die Leseförderung bestimmt. Für diesen Tag hat das Helferteam die Neuerwerbungen ausleihfertig gemacht.
Mehr als 80 neue Bücher werden den Bücherscheune-Nutzern angeboten. Darunter sind zahlreiche Koch- und Backbücher und natürlich wieder Schmöker für die „dunklen Abende": „Das Antlitz der Erde" von Ulrike Schweikert; „Die Pfeiler des Glaubens" von Ildefonso Falcones; und aus dem Genre „Fantastisches" gibt es die Bände von Brent Weeks „Der Weg in die Schatten" und „Am Rande der Schatten". Außerdem wird der neue Schaf-Thriller von Leonie Swann „Gavon" zur Ausleihe geboten.
Für die Kinder stehen neue Abenteuer-Bücher von Thilo, „Neues von der Hexe Lilly", zur Auswahl. Die Ausleihzeit am 7. November in der Bücherscheune an der Erbacher Straße zwischen Schwester-Theresia-Kindergarten und Pfarrheim ist wie jeden Sonntag von 10.45 bis 12.15 Uhr.
Üblicherweise stellt an diesem Sonntag, dem Buchsonntag, Christiane Riegger im Rahmen eines Literaturabends eine Auswahl der Neuerscheinungen aus der Frankfurter Buchmesse vor. Weil sich dieser Tag mit der zweiten Auflage des Martinsmarkts über schneidet, ist der Abend mit Christiane Riegger auf den 14. November, Beginn wie üblich um 17 Uhr, terminiert. mk
Pressebericht der Odenwälder Zeitung vom 20.05.1996 zur Eröffnung
Über 4000 Werke stehen jetzt allen Interessenten offen
Gestern wurde die Bücherscheune ihrer Bestimmung als öffentliche Bibliothek übergeben / Zahlreiche Gratulanten
Fürth. (ES) „Ich werde auch immer rechtzeitig die Tür auf schließen," versprach Büchereileiter Franz-Josef Keil, als er am Sonntag morgen den Schlüssel für die neue Bücherei, die Bücherscheune, aus den Händen des Architekten Günter Rau-the übernahm. Zuvor hatte Pfarrer Dieter Wessei die Bücherei mit einem Segensspruch eingeweiht und zahlreiche Gratulanten hatten der Bücherscheune alles Gute für die Zukunft gewünscht und auch manches Geschenk überreicht.
Pfarrer Wessel war es auch, der in seiner Ansprache als erster den Mitarbeitern der Bücherei und allen, die zum Gelingen des Baus beigetragen hatten, dankte. Besonders dankte er der Gemeinde Fürth, die sich sowohl bei der Möblierung als auch am Bestandsaufbau finanziell beteiligt hatte und weiter beteiligen wird.
Wie wichtig die Bücherscheune, eine öffentliche Bücherei in Trägerschaft der katholischen Pfarrgemeinde, für die ganze Gemeinde ist, das wurde schnell klar: Es waren Vertreter aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens der Gemeinde gekommen.
Bürgermeister Gregor Dörsam betonte, daß er sich persönlich freue, daß Fürth nun eine öffentliche Bücherei habe. Die Gemeinde selbst hätte das gerade unter den derzeitigen finanziellen Bedingungen gar nicht schaffen können. Möglich sei das alles hauptsächlich durch den Idealismus und die Liebe, die die Mitarbeiter der Bücherei einbringen. Zwar habe es in den Gemeindegremien heftige Diskussionen gegeben, doch schließlich sei mit großer Einmütigkeit der Beschluß gefaßt worden, die Bücherscheune zu unterstützen. Als Beitrag für die Abteilung „Heimat" hatte der Bürgermeister das Fürther Heimatbuch und die Ortschronik mitgebracht.
Horst Patenge, der Leiter der Büchereifachstelle in Mainz hatte einige Bücher von Autoren aus der Region als Festgabe dabei. Trotz aller Unkenrufe, die das Buch immer wieder totsagten, das hob Patenge extra hervor, stiege die Zahl der verkauften und die der in Büchereien entliehenen Bücher stetig an. Doch gleichzeitig sei zu beobachten, daß nicht alle Menschen gleichermaßen beteiligt sind.
Vielmehr polarisiere sich der Zugang zum Lesen immer mehr; ein Drittel der Bevölkerung lese viel, ein weiteres Drittel hingegen gar nicht. Der Analphabetismus sei auf dem Vormarsch. „Eigenschaften, die wir in unserer Gesellschaft für wichtig erachteten: Unterscheiden, Beurteilen, Bewerten, Voraussetzungen für die Freiheit und Demokratiefähigkeit gründen sich im wesentlichen auf die Sprachfähigkeit und damit auf die Lesefähigkeit eines Menschen."
Deshalb, so fuhr er fort, beschränkten Diktaturen zuerst die freie Presse und den freien Zugang zu Büchern. Gerade die großen christlichen Kirchen fördern viele kleine öffentliche Bibliotheken und meh- rere Tausend hessische Bürgerinnen und Bürger engagieren sich, wie die Fürther Büchereimitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dafür ehrenamtlich. Patenge überbrachte die Glückwünsche der Bistumsleitung und vergaß auch nicht Elisabeth Berg, die in Rimbach mit großem Einsatz die Bücherei aufgebaut hatte und auch ein Motor in der Büchereiarbeit des Dekanates war, besonders hervorzuheben.
Trotz ihrer 80 Jahre hatte sie es sich nicht nehmen lassen, bei der Eröffnung der Bücherei in Fürth, wo sie seit einigen Jahren im Altersheim lebt, dabeizusein. Angelika Rapp, die Sprecherin des Dekanatsarbeitskreises der katholischen öffentlichen Büchereien erinnerte daran, was eine Bücherei alles sein kann: Zuallererst ein Ort der Begegnung von jung und alt, aller Rassen und Religionen, eine Nahtstelle zur Kultur unserer Zeit, eine zentrale Stelle in der Gemeinde, wo alle Medien für alle verfügbar sein sollen.
Bücher böten Hilfe in Lebenskrisen, seien Partner in der Jugendarbeit, helfen bei der Vorbereitung von Festen in der Familie und in Gruppen, Bücher seien unterhaltsam und eine Möglichkeit zu sinnvoller Freizeitgestaltung.
Die ehemalige Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Margret Heim, blickte zurück in die nahe Vergangenheit der Bücherei. 50 Jahre lang hatte Anna Kilian die Bücherei geführt und danach hatten ihre Schwester Lisa Helfrich und deren Schwiegertochter Hildegard sieben Jahre lang so lange die Bücherei am Leben erhalten, bis in Franz-Josef Keil ein Nachfolger gefunden wurde, der seine ganze Kraft einbringt, den Bestand weiter auszubauen und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Sein Konzept hatte sowohl beim Pfarrgemeinderat und dann auch in der Gemeindevertretung Zustimmung gefunden und so konnte der Vertrag zwischen Pfarrgemeinde und politischer Gemeinde geschlossen werden. Nicht oft genug könne man betonen, daß die gesamte Arbeit in der Bücherei ehrenamtlich geleistet wird. Mit Freude überreichte Margret Heim Franz-Josef Keil und Frau Wie-gand die Urkunden über die erfolgreiche Teilnahme am Ausbildungsprogramm der kirchlichen Büchereiarbeit.
Doris Schäfer, die Leiterin des katholischen Kindergartens, hatte für den neuen Nachbarn ein Bild für die Kinderecke dabei. Friedrich Wilhelm Brendel überbrachte die Grüße der evangelischen Kirchengemeinde und der Fürther Vereine. Als Direktor der Sparkasse freut er sich, auch weiterhin die Bücherei unterstützen zu können, da er das Buch für einen wesentlichen Wissensvermittler hält.
Schließlich war es an Franz-Josef Keil, dem neuen Hausherrn, seine Bücherei vorzustellen. Mittlerweile habe man 4000 Bücher und andere Medien in den Regalen stehen und der Bestand wachse ständig weiter. Er versprach, daß er alles tun werde, um aktuelle Information anzubieten. Daß er das nicht alieine tut, sondern insgesamt mit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, hob er deutlich hervor. Frau Schütz galt sein besonderer Dank. Allen könne er heute nicht namentlich danken, seine Liste wäre sehr lang, aber er versprach, diese Liste bald in der Bücherei aufzuhängen, damit alle sehen können, wer bisher zum Gelingen dieses Werks beigetragen hat.
Bericht im Starkenburger Echo vom 26.09.2007 zum Umbau 2007
Mehr Raum für vielfältige Aktivitäten
Büchereifest: Nach dem Umbau verfügt die Fürther Bücherscheune über mehr Platz für unterschiedliche Aktivitäten. Bei einem Empfang mit anschließendem Rundgang wurden interessierten Gästen die neuen Räume vorgestellt.
Nach dem Umbau verfügt das Team der Bücherscheune in Fürth jetzt über mehr Raum für die vielfältigen Aktivitäten. Bei einem Büchereifest wurde das Ergebnis der Erweiterungsmaßnahme der Öffentlichkeit vorgestellt. Das 23-köpfige Bücherei-Team um Richard Lannert und Mechthild Stephan freute sich, dazu den Hausherrn, Pfarrer Dieter Wessel und den Fürther Bürgermeister Gottfried Schneider mit zahlreichen Mitgliedern der Gemeindevertretung begrüßen zu dürfen. Unter den Gästen waren auch Vertreter der katholischen Vereine und Gremien. Ein besonderes Willkommen galt den Erzieherinnen der sechs Kindergärten in Fürth und den Ortsteilen. Den Kindern dieser Einrichtungen gehört das besondere Engagement des Teams. Ermöglicht wurde der Umbau durch die Zuwendungen der Pfarrei Sankt Johannes der Täufer, der Gemeinde Fürth, der Fachstelle für Büchereiarbeit der Diözese Mainz und einem geringen Anteil an eigenen Mitteln.




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