Wo die Benediktiner lebten und beteten
Klosterfest in St. Peter
Als mit Pater Paulus der letzte Benediktiner das Kloster im Wimpfener Tal verließ, glaubten viele Menschen an ein Aus. Dass dem nicht so ist, zeigte jetzt das Klosterfest. Als Glücksfall bezeichnen die Katholiken, dass mit Pfarrer Dr. Franziskus Eisenbach ein Priester nach Bad Wimpfen kam, der sowohl der katholischen Kirchengemeinde der Bergstadt, als auch im Benediktinerkloster mit der St. Peter Kirche im Tal neue Impulse verleiht und starkes Interesse an den Tag legt, eine lebendige Glaubensgemeinschaft zu festigen.
Das zeigte sich beim Klosterfest unter anderem an der Zahl freiwilliger Helferinnen und Helfer. Franziskus Eisenbach: „Darüber freue ich mich ganz besonders, das sind sehr positive Signale", betonte der Geistliche, der am 30. Juli sein 40-jähriges Priesterjubiläum feiert. Beim Klosterfest war auch zu spüren, zahlreiche Menschen fühlen sich zu dem Kloster mit seinem nahezu spirituellen Ambiente hingezogen und erinnern sich noch gerne daran, als die aus ihrer Heimat vertriebenen Mönche aus dem schlesischen Grüssau dort wirkten und an die feierlichen Gottesdienste mit ihnen. Ein sehens- und hörenswertes Programm stellten die Organisatoren für die zwei Tage zusammen.
Leider regnete es am Samstag und dennoch fanden sich Gäste ein. Sich bei Regenwetter im Kirchenraum das exzellente Orgelspiel von Peter Schreiber anzuhören, war die passende Antwort auf die Regenschauer draußen.
Der Sonntag entschädigte die vielen Helfer und Besucher mit prächtigem Wetter. Zu einem Kloster gehörte stets auch ein Kloster- oder Kräutergarten. Als die Obereisesheimerin Ingrid Hagner das verlassene Areal des Klostergartens sah, kam ihr die Idee, den Garten in einen Kräutergarten umzuwandeln. Die ausgebildete Kräuterfrau bekam von Franziskus Eisenbach keinen Korb, als sie ihren Wunsch vortrug: im Gegenteil. Zum Klosterfest präsentierte sie den ersten Abschnitt. Zahlreiche Besucher führte sie vorbei an duftenden Pflanzen wie Salbei, Thymian, Zitronenmelisse und auch an fast ausgestorbenen Pflanzen wie Frauenmantel und Gundermann. Die Besucher wurde mit Speisen und Getränken versorgt.
Auch die neuen Gäste im Tal, die Malteser, machten mit. So mancher ergatterte ein Flohmarkt-Schnäppchen, und bei Hausführungen bestand die Gelegenheit, das Kloster sachkundig erklärt zu bekommen. Im Kreuzgang informierten Tafeln über die Klostergeschichte. Gute Musikgruppen sorgten für Unterhaltung und zu regelmäßigen Zeiten bat Franziskus Eisenbach auch zu einer Vesper oder Eucharistiefeier in die St. Peter Kirche. Gerade diese Wechsel zwischen sakralen Momenten mit Ruhe und Andacht in der Kirche und profanen Ereignissen des Klosterfestes ließen das Klosterfest zu einem ganz besonderen Ereignis werden.
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