30 Jahre „Arbeiten für Andere“
Handarbeitskreis
„Arbeiten für Andere". Unter diesem Motto trafen sich Frauen immer, wenn möglich, jeden Montagnachmittag im katholischen Gemeindehaus und dies inzwischen 30 Jahre lang! Die Stunden der Handarbeit für andere hat nie jemand gezählt, sie sind auch sicher nicht mehr zählbar - „ehrenamtlich" würde man diese Zeit heute wohl wieder bezeichnen dürfen... „Arbeiten für Andere" entwickelte sich in diesen Jahren zur „weltweiten" Hilfe.
Wünsche gingen in Erfüllung - so durch persönliche Beziehungen zu den Behindertenhäusern „Lindenhof" in Schwäbisch Gmünd wie zur „Lebenshilfe" in Mainz. Gestrickte Pullover, Jacken, Schals, Mützen, Handschuhe, Decken usw. erfreuten die Bewohner, gegenseitige Besuche vertieften den Kontakt.Geldspenden an die Fördervereine konnten wichtige Anschaffungen in den Heimen möglich machen. Notleidende Familien in Polen bekamen über viele Jahre Postpakete mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten geschickt.
Ein Heimatbesuch von Schwester Berta Sperrfechter (geb. 1.8.1906 in Obergriesheim und dort aufgewachsen) vom Orden der „Don-Bosco-Schwestern" aus Indien löste eine große Hilfsaktion aus. Geld- und Sachspenden gingen viele Jahre nach Bombay zur Unter-stützung ihres Lebenswerkes. Straßenkindern in dieser Millionenstadt wurde - soweit möglich - Lebenshilfe und Lebenstüchtigkeit zuteil. Dieser Regenbogen der Hoffnung und Hilfe spannte sich für lange Zeit als Schwerpunkt des Handarbeitskreises vom Unterland ins ferne Indien.
Pflege persönlicher Kontakte führte zur Unterstützung von Hilfsaktionen nach Argentinien und Burundi.Doch auch in unserer näheren und weiteren Umgebung waren Bitten um Hilfe zu hören und konnten erfüllt werden: Zum Katholikentag 1984 in München wünschte sich der Caritasverband Stuttgart als konkrete Hilfe zum Thema „Wähle das Leben!" Babyschühchen und -höschen. Die Caritasstelle Heilbronn wurde hauptsächlich für ihre Aufgaben in der Mütterberatung mit Baby- und Kinderkleidung beschenkt. Auf Bitten unserer hiesigen Caritas konnte zwei Menschen mit einem Geldzuschuss die Versorgung mit einer Beinprothese bzw. mit einem Hörgerät ermöglicht werden.
Auch in der katholischen Kirchengemeinde gingen Wünsche - teils heute noch sichtbar - in Erfüllung: Geldspende zur Restaurierung der Monstranz, Handfertigung schöner Kelchtücher, Reinigung und Ausbessern von Sternsingergewändern, Fertigen und Liefern der Sitzkissen für das Chorgestühl sowie einer passenden Gabentischdecke in der Kapelle der Dominikanerkirche.
Für das Festspiel „Das Kräuterweible von Wimpfen" in unserer Stadt gerieten die Strick- und Häkelnadeln des Handarbeitskreises zur Fertigung bäuerlicher Theaterbekleidung in immer schnellere Bewegung...
Um die vielfältigen Spenden und Hilfen geben zu können, haben wir unsere unterschiedlichsten Handarbeiten auf dem „Wimpfener Weihnachtsmarkt" verkauft - 26 Jahre lang...
Nebenbei beteiligten wir uns an verschiedenen „Hobby-Ausstel-lungen" - so im Rathaus Bad Wimpfen, hier im evangelischen Gemeindehaus, in Kirchhausen, in der Heilbronner Kreissparkasse und auf der Landesgartenschau Heilbronn.
Doch ist auch das persönliche Miteinander in den vielen Jahren nicht zu kurz gekommen. Neben der Handarbeit wurde bei Kaffee und Kuchen auch viel gelacht, mancherlei Sorgen und Anliegen wur-den angesprochen, Geburtstage in der Runde gefeiert oder ein kleiner Ausflug unternommen.
30 Jahre sind Anlass in Dankbarkeit derer aus dem Handarbeitskreis zu gedenken, die inzwischen nicht mehr unter uns sind. Dank gilt besonders auch allen, die unserer Arbeit Aufmerksamkeit geschenkt, sie wohlwollend begleitet und auch mit Herz und Hand großzügig gefördert haben!
Inzwischen ist aus dem Handarbeitskreis eine kleine ökumenische Runde geworden (Altersdurchschnitt aktuell über 70 Jahre), die sich weiterhin jeden Montag ab 14.00 Uhr im katholischen Gemeindehaus trifft. Zurzeit werden Wolldecken gestrickt und gehäkelt, die für bedürftige Kinder bestimmt sind.
Ansprechpartnerin ist Frau Lotte Wacker aus Bad Wimpfen, Telefon 485. Ruth Kohl
"Ich freue mich über das 30-jährige Jubiläum unseres Handarbeitskreises und danke auch im Namen der Pfarrgemeinde allen tüchtigen Helferinnen für ihre guten Dienste zugunsten notleidender Menschen." Pfarrer Franziskus Eisenbach