Die Pfarrkirche St. Mauritius            in Frei-Laubersheim                

Hl. Mauritius

Unsere Pfarrkirche in Frei-Laubersheim konnte im Jahre 1996 ihr 200jähriges Bestehen feiern. Nach dem 30jährigen Krieg hatte die franzö-sische Besatzung dafür gesorgt, dass die Kirche von beiden Konfessionen als Simultankirche genutzt werden konnte. So kam es, dass die Pfarrkirche in Frei-Laubersheim bis in die späten 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts gemeinsam genutzt wurde. Im April 1966 wurde die Beendigung der gemeinsamen Nutzung der Kirche vertraglich geregelt. Dieser Vertrag(siehe Festschrift 1996, S. 72-73)bestimmte, dass mit der Fertigstellung einer eigenen evangelischen Kirche die gemeinsame Nutzung der Kirche beendet werden sollte. So kommt es, dass die katholischen Christen, die nur rund ein Drittel der Bevölkerung stellen, heute die weitaus größere Kirche mit der sehenswerten und hörenswerten Dreymann Orgel besitzen. Der Innenraum der Kirche ist komplett renoviert und in einem sehr guten Zustand, was von den Außenfassaden leider nicht gesagt werden kann. Der Patron der Kirche, der Heilige Mauritius, ist ganz oben im Hochaltar als fast lebensgroße Figur zu sehen. Im Zentrum des Altares ist die Mutter Gottes mit dem Jesuskind zu sehen, das (passend für einWeinanbaugebiet) nach den Trauben in der Hand der Mutter greift. An ihrer Seite stehen der Hl. Ludwig und seine Mutter Blanca. Diese beiden Figuren wurden Anfang des letzten Jahrhunderts von der Baronin von Erlangen gestiftet, die zeitweise auf dem Schloss Rheingrafenstein wohnte und regelmäßig den Gottesdienst in Frei-Laubersheim besuchte. Das Patronats-fest findet am 22. September statt. Der Heilige soll im 3. Jahrhundert in Ägypten geboren sein. Als Soldat der Thebäischen Legion starb er 302 bei Agaunum  im Wallis – heute St. Maurice. Mit seinen Soldaten wurde er Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian. Zur Abschreckung wurde immer jeder 10. Mann getötet, berichtet die Legende. So kam schließlich auch der letzte Mann ums Leben.

Pfarrkirche St. Mauritius und Gefährten  in Frei-Laubersheim
FL

 

Das Mauritiusheim in Frei-Laubersheim

Das Mauritiusheim in Frei-Laubersheim

Die Pfarrkirche St. Dionysius            in Neu-Bamberg                

Kirche Neu-Bamberg

Die am Rande der Ruine einer mittelalterlichen Burg gelegene Kirche ist schon von Weitem zu sehen, da sie gemeinsam mit der Burgruine den höchsten Punkt des Dorfes bildet. Der Heilige Dionysius gehört zu den 14 Nothelfern. Der Historia Francorum kann ent-nommen werden, dass er gemeinsam mit 6 weiteren Bischöfen um 250 von Papst Fabian den Auftrag erhielt, das Evangelium in Gallien zu verkünden. So kam es, dass er in Lutetia Parisiorum ( dem heutigen Paris) das kirchliche Leben organisierte. Die berühmte Kathedrale Saint-Denis bei Paris erinnert bis heute an sein Wirken. Diese Kirche entstand um 625 über der Grabesstätte des Heiligen. In der Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Decius (250) oder unter Valerian(258) wurde Dionysius gemeinsam mit seinen Begleitern hingerichtet. Die Legende berichtet, er habe nach seiner Enthauptung seinen Kopf bis zu der Stelle getragen, wo sich heute die Kathedrale befindet. Der Heilige wird deshalb nicht selten seinen Kopf in der Hand haltend dargestellt.Eine solche Darstellung aus dem 13. Jh. findet sich im Bamberger Dom. Er gilt als Patron der Schützen, als Helfer bei Kopfschmerzen, Hundebissen und Tollwut. Hl. Duonysius

In unserer Pfarrkirche ist er als Bischof rechts neben dem Altar an der Wand zu sehen mit dem Kopf auf dem Hals nicht in der Hand. Heute lädt uns der Heilige gewiss ein, angesichts der zahlreichen Probleme in Kirche und Gesellschaft den Kopf nicht zu verlieren und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Auch wenn wir nicht rufen wie ehemals die französischen Könige „ Mont-joie Saint-Denis“ um in den Kampf zu ziehen, so sagt uns der heilige Dionysius gewiss: Kopf hoch! Es geht weiter! In diesem Sinne ist er zu Recht einer der 14 Nothelfer.

Die Pfarrkirche                                   St. Josef und St. Ägidius                  in Fürfeld                

 

Pfarrkirche St. Josef / St. Ägidius  in Fürfeld mit Tiefenthal

 

 

 

Hl. Josef

Hl. Josef

 

 

Hl. Ägidius

Hl. Ägidius

Unsere über 200 Jahre alte Kirche in Fürfeld, ein im schlichten Barock ansprechend gestalteter Bau, leistet sich gleich zwei Patronate. Sie ist dem Hl. Josef und dem Hl. Ägidius geweiht. Der Heilige Josef als Bräutigam der Mutter Gottes und zentrale Gestalt der  Weihnachts-geschichte ist gewiss allen Lesern vertraut. Auf Grund seiner Bedeutsamkeit wird er ja gleich an zwei Tagen im Jahr gefeiert: Am 19. März und am 1. Mai. Viele kirchliche Einrichtungen, besonders Pflege- und Kinderheime, tragen seinen Namen. Durch die Jahrhunderte ist Josef zum Sinnbild der freiwilligen und selbstlosen Sorge für andere geworden. So lädt sein Patronat bis heute dazu ein zu vertrauen, dass Gott den Menschen nicht im Stich lässt und uns auf allen Wegen begleitet, weil auch Josef an der Seite Mariens und Jesu geblieben ist, steht er bis heute allen Menschen als Patron bei, die andere begleiten, ob es Schüler, Sterbende oder Werktätige seien. Weniger bekannt ist der Heilige Ägidius. Er lebte im 7. Jahrhundert und starb der Überlieferung nach am 1. September 720 in St. Gilles in Frankreich. In der Regel wird der Einsiedler als Benediktinerabt in Begleitung einer Hirschkuh dargestellt. Der Legende nach lebte der Heilige in einer Höhle. Dort soll er von einer Hirschkuh mit Milch versorgt worden sein. Der Könige versuchte während einer Jagd die Kuh zu erlegen und schoss blind in die Höhle, in der er die Hirschkuh vermutete .Er soll aber nicht den Hirsch sondern den Einsiedler Ägidius mit seinem Pfeil verletzt haben. Als Wiedergut-machung, so sagt es die Überlieferung, ermög-lichte es der König, dass der Heilige in der Provence das Kloster Saint Gilles gründete, das Ägidius als erster Abt dann führte. Bis heute kann sein Grab dort besichtigt werden. Im Mittelalter wurde es zu einem zentralen Wall-fahrtsort, da es auf dem Wege nach Santiago de Compostella lag. Der Heilige zählt zu den 14. Nothelfern. Seine Reliquien befinden sich zu großen Teilen in der Basilika Saint-Sernin in Toulouse.

Der Eingang der Fürfelder Pfarrkirche

Der Eingang der Fürfelder Pfarrkirche

Altarraum der Fürfelder Pfarrkirche

Altarraum der Fürfelder Pfarrkirche

 
Beichtstühle und Empore in der Fürfelder Pfarrkirche

Beichtstühle und Empore in der Fürfelder Pfarrkirche

 

 

Der Heilige Michael in Fürfeld

 

(Gemeinschaftstag am 18.2..12 028.jpg; 25 kB)
(Gemeinschaftstag am 18.2..12 029.jpg; 34 kB)
(Gemeinschaftstag am 18.2..12 030.jpg; 30 kB)

 

Die Pfarrkirche Hl. Kreuz                  in Wonsheim                

Pfarrkirche Hl. Kreuz  in Wonsheim mit Stein-Bockenheim

Die jüngste unserer Kirchen ist die Filialkirche Hl. Kreuz in Wonsheim. Ihr Grundstein wurde am 11. September 1966 gelegt. Damals war Hermann Leon Pfarrer von Fürfeld und Hermann Volk Bischof von Mainz. Die Kirche liegt gewissermaßen zwischen Wonsheim und Stein-Bockenheim, da sie am Ortsrand von Wonsheim direkt an der Landstraße nach Stein-Bockenheim gebaut wurde. Der Patronatstag ist der 14. September, das Fest Kreuzerhöhung.Dieses Fest hat seinen Ursprung in Jerusalem. Dort wurde bereits im 4. Jahrhundert der 13. September als der Tag der Auffindung des Kreuzes gefeiert. Nach der Einweihung der Konstantinischen Basilika 335 wurde dem Volk am 14. September das Kreuzesholz zur Verehrung gezeigt. Heute lädt das Fest ein, sich bewusst mit dem Geheimnis der Erlösung durch die göttliche Liebe und das Kreuz zu beschäftigen und dieser zuzustimmen. Die Annahme des Kreuzes - eine extreme Herausforderung für eine Kirche des 20. Jahrhunderts – das zwei Weltkriege und viel Elend in die Welt gebracht hat. Doch gerade Menschen, die das Kreuz des Krieges getragen und durch diesen ihre Heimat verloren hatten, sollte die kleine Kirche ein Stück Heimat bieten. Drei der vier Glocken im Turm erinnern bis heute an die Herkunft einiger Katholiken und das Schicksal der Vertreibung und Flucht von Millionen. Sie stammen nämlich aus dem rumänischen Arbora in der Bukuwina. Dort hingen die Glocken bis November 1940 in der katholischen Kirche der deutsch-katholischen Bevölkerung. Frau Hilde Morgenthaler, ihr Bruder Ferdinand Gebert und ihr Cousin Franz Schmitt holten die Glocken aus Frankreich, wo sie in Elsaß-Lothringen gelandet waren. So laden die Glocken heute in Wonsheim zum Gebet und mahnen die Gläubigen, den Frieden für alle Völker zu wahren.

 Aussenansicht dr Wonsheimer Pfarrkirche

Aussenansicht dr Wonsheimer Pfarrkirche

 Was ist ein Stück Heimat wert?
oder
Die wundersame Reise der Glocken der Heilig-Kreuz-Kirche zu Wonsheim

Glocken sind ein wichtiger Bestandteil der Kirchenmusik. Lange bevor es mechanische Uhren zur Zeitmessung gab, läuteten Glocken zur Regelung des Tagesablaufs (Früh-, Mittags-, Abend-, Nachtläuten) - und zum Gebet. Was die Orgelmusik im Inneren der Kirche, das sind Glocken im Äußeren. Sie erinnern daran, dass die Naturabläufe, in die unser Tagwerk einge-bettet ist, nicht von uns selbst, sondern vom lieben Gott geschenkt und kosmisch geordnet sind. Glocken ermuntern uns zum Innehalten und Vergegenwärtigen der Allmacht Gottes. Im früheren mittelalterlichen (ptolomäischen) Weltbild nahm man an, dass die Erde im Mittelpunkt steht und die Planeten in Umlauf-bahnen, die sich in verschiedenen Geschwindig-keiten aneinander reiben, angeordnet sind und Musik zu Ehren Gottes erzeugen. Diese „Sphärenharmonie“ im All wird durch die Harmonie des Glockenspiels in den menschlichen Alltag herübergeholt. Glockengeläute dient als Kirchenmusik auch der Verherrlichung der kosmischen und natürlichen Ordnung und damit der Schöpfung Gottes. Es ruft diese mit den Gläubigen in das Innere der Kirche, wo die Orgel Stimme und Herz für die unmittelbare Gegenwart Gottes in der Eucharistie öffnet. Von daher sind auch Glocken einer Kirche immer von besonderer Bedeutung. Mit den drei Glocken in der Heilig-Kreuz-Kirche hat es nun eine seltsame, mit ihrer Wanderung ja geradezu alttestamentliche Bewandtnis. Sie geben Zeugnis für Glaubenskraft und Gottes Wirken.Drei davon stammen nämlich aus Arbora, einer Stadt in der Bukowina in Rumänien. Dort hingen die Glocken bis zum November /Dezember 1940 in der kath. Kirche der deutsch-katholischen Bevölkerung. Die Glocken waren 1903 von den Eheleuten Josef und Paulina Gröss in Arbora No 313 gestiftet und von Peter Hilzer, K.u.K. – Hof Glocken-Gießer in der Wiener Neustadt 1903 (Inschrift auf den Glocken) hergestellt worden. Aufgrund von Hitlers Aufruf „Heim ins Reich!“ wurde 1940 bei der Auswanderung der deutschsprachigen Bevölkerung versprochen, dass sie in Deutsch-land in leerstehenden Dörfern angesiedelt werden, „in denen die Kühe schon auf das Melken warten.“ Es wurde die bescheidene Mitnahme von Gepäck erlaubt. Mitglieder der Familien Gebert und Tomaschewski, die im Kirchenvorstand der deutsch-katholischen Gemeinde waren, nahmen die Glocken aus ihrer Heimat in Kisten mit. Diese Kisten wurden mit dem Zug über Ungarn, Österreich in ein Lager im Sudetenland gebracht. Dort lagen die Glocken während des Aufenthaltes von über zweieinhalb Jahren, in denen sich die Familien in einem Lager mit anderen fremden Famlien aufhalten mussten, weiter verpackt in den Kisten. 1943 siedelten – nachdem unter den National-sozialisten die Bauern aus Elsaß-Lothringen vertrieben worden waren – die Familien Gebert und Tomschewski in die dort frei gewordenen Höfe über. Die verpackten Glocken wurden dabei immer noch nicht in Betrieb genommen. Im September 1944 erfolgte die Flucht der Familien vor der Westfront bei Nacht und Nebel mit Pferd und Wagen aus Elsaß-Lothringen. Die Glocken konnten nicht mitgenommen werden. Ein Teil der Familie Gebert ließ sich in Rheinhessen nieder, ein Teil der Familie Tomaschewski im Saarland. Bei wiederholten Besuchen des Grabes ihres Opas, der in Elsaß-Lothringen beerdigt worden war, forschte Hilde Morgenthaler, geb. Gebert mit ihrem Cousin Franz Schmidt aus Stein-Bockenheim nach dem Verbleib der Glocken. Man wurde fündig. Eine Glocke hing in Anhaltshoffen, jetzt Ajoncourt, auf einem Schulturm, die anderen beiden hingen in einer Kirche in Fossingen, die schwere Glocke dort im Kreuzgang. Die Glocken blieben immer in Erinnerung und im Gespräch. 1966 wurde die Heilig-Kreuz-Kirche in Wonsheim gebaut, und es stand nur die eine Glocke zur Verfügung, welche in der alten Kirche im Rathaus zur Messe gerufen hatte. Hilde Morgenthaler, geb. Gebert nahm Kontakt mit dem zuständigen Pfarrer Leon aus Fürfeld auf und fragte, ob man neue Glocken anschaffen werde. Sie bekam aufgrund fehlender Geldmittel eine abschlägige Antwort. Da machte sie den Pfarrer auf ihre „Heimatglocken“ auf-merksam. Pfarrer Leon antwortete ihr etwas lakonisch: „Dann geh hin und hol sie.“ Dies ließ sich Frau Morgenthaler nicht zweimal sagen. Es waren jedoch eine Reihe von bürokratischen Hürden zu meistern. Zunächst mussten die entsprechenden Gemeinden in Elsaß-Lothringen angeschrieben und gebeten werden, die inzwischen in Dienst genommenen Glocken wieder herzugeben. Man muss sich dieses Anliegen bei den immer noch frischen Wunden, welche die Vertreibung der elsässisch-lothringischen Bauern im 2. Weltkrieg hervor-gerufen hatten und den inzwischen bekannt-gewordenen Greueltaten des Naziregimes vergegenwärtigen, um zu verstehen, welche Entscheidungen der französiche Gemeinderat mit der Übergabe der Glocken an Deutsche damals traf (vgl. abgedruckten Beschluss). Gottesglaube ist machtvoll über alle Grenzen. Weiter mussten Behörden in Elsaß-Lothringen angeschrieben werden, um von diesen die Erlaubnis zur Überführung der Glocken zu erhalten. In einer gemeinsamen Aktion mit Pfarrer Leon konnte Frau Morgenthaler ein kleines Wunder bewirken. Die Erlaubnis wurde erteilt. Weiter erteilte das für die Gemeinde zuständige Bistum Metz die Erlaubnis zur Ausfuhr der Glocken. Ein Antrag beim Zoll zur kostenlosen Einfuhr der Glocken wurde ebenfalls gestellt und positiv bewilligt. Nun fuhren Frau Hilde Morgenthaler, geb. Gebert, ihr Bruder Ferdinand Gebert und ihr Cousin Franz Schmidt mit zwei Wagen nach Elsaß-Lothringen, um die Glocken abzuholen. Als sie auf dem Rückweg beim Zoll ankamen, wurde Frau Morgenthaler von einem französichen Zollbeamten heraus-gewunken. Dieser Zollbeamte wollte – trotz vorhandener Papiere zur freien Passage – wissen, welchen Wert diese Fracht habe, um entsprechende Ausfuhrgebühren zu berechnen. Er erhielt von Frau Morgenthaler die Antwort: „Was ist ein Stück Heimat wert?“ - Der Zöllner ließ sie ohne weiteren Kommentar und Umstand über die Grenze. Franz Schmitt brachte die drei Glocken mit der alten Glocke aus dem Wonsheimer Rathaus zur Glockengießerei Fa. F.W.Schilling nach Heidelberg, wo die Glocken restauriert und aufeinander abgestimmt wurden, damit sie zur Ehre Gottes zusammen klingen konnten. So erfüllen die drei Glocken aus Arbora in Wonsheim ihren Gottesdienst.
(Karl Brehmer)

St.Martin -Siefersheim     

 

Hl. Martin

Hl. Martin

Pfarrkirche St. Martin   in Siefersheim

Pfarrkirche St. Martin
in Siefersheim

Den sicherlich bekanntesten Heiligen als Patron hat unsere Kirche in Siefersheim. Auch diese Kirche ist etwas älter als 100 Jahre und hat einen neuen Innenanstrich erhalten.
 Das Bild des Heiligen Martin ist direkt über dem Eingang der Kirche zu sehen. Es zeigt die berühmte Mantelteilung. Martin lebte vor über 1600 Jahren und ist auch der Patron des Domes in Mainz. Geboren wurde er 316 oder 317 in Ungarn. Gegen den Willen seines Vaters beendete er seine militärische Laufbahn und wurde Mönch und später auch Bischof. Als solcher machte er sich für die Armen und Kleinen stark und starb im hohen Alter von 80 Jahren im Jahre 397. In seinen fast 30 Jahren als Bischof führte Martin viele Missionsreisen in Gallien durch und bekämpfte den Arianismus. In Ligugé bei Poitiers hatte Martin eine Einsiedelei gegründet, aus der sich das erste Kloster Galliens ent-wickelte. Selbst als Bischof lebte Martin wie ein Mönch im Kloster Marmoutier. So hilfreich das zahlreiche Brauchtum um den Martinstag ist, dürfen wir den Heiligen nicht auf die Szene des Mantelteilens reduzieren. Es ist kein Gedenktag für Kinder. Vielmehr zeigt der heilige Martin das Profil des erwachsenen , selbstbewussten Christen, dessen Mittelpunkt Gott selbst ist. Aus einer tiefen Christus-beziehung erwächst beim Heiligen Martin die Kraft, auf materiellen Wohlstand zu verzichten und sich ganz für die Sendung der Kirche in Anspruch nehmen zu lassen. Ein Weg – über den wir immer wieder nachdenken, wenn wir den Heiligen feiern.

Die Pfarrkirche St. Remigius              in Wöllstein         

- Unsere größte Pfarrkirche -

Pfarrkirche St. Remigius   in Wöllstein  mit Eckelsheim und Gumbsheim

Der Hl. Remigius in Reims

Der Hl. Remigius in Reims

Taufstein in der Wöllsteiner Pfarrkirche

Taufstein in der Wöllsteiner Pfarrkirche

In Wöllstein befindet sich die größte unserer Kirchen . Sie feiert im kommenden Jahr-2008- ihr 100jähriges Bestehen. Seit der Refor-mation bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die heutige evangelische Kirche von allen christlichen Religionsgemeinschaften simultan genutzt. Da die gemeinsame Nutzung der Kirche immer wieder mit Spannungen verbunden war, wurde in den Jahren 1906 bis 1908 die heutige katholische Kirche gebaut, welche dann wie die bisherige Simultankirche dem Hl. Remigius geweiht wurde. Dieser wurde um 436 bei Laon in Frankreich geboren. Er starb am 13. Januar 553 in Reims. Bis heute ist er auch der Patron der Stadt Reims und der gleichnamigen Diözese. Bereits im Alter von 22 Jahren war Remigius Bischof von Reims geworden. Er sorgte für die Ausbreitung des Christentums in Gallien und bekämpfte die Arianer. Ein besonderes Verhältnis hatte er mit dem Frankenkönig Chlodwig und dessen Frau Clothilde. Seine Ehefrau und der Bischof erreichten es, dass sich der heidnische König 496 taufen ließ. Dargestellt wird der Heilige meist mit einer Taube und der „Sainte Ampoule“
Die Legende berichtet, die Taube habe ihm darin während der Taufe das Chrisam gebracht, um Chlodwig salben zu können. Das Fläschchen wurde über Jahrhunderte bei der Salbung
der Könige verwandt. Die Gebeine des Heiligen wurden 1049 am 1. Oktober in das Mausoleum in der Basilika St. Remi bei Reims gebracht. Häufig ist dies auch der Festtag des Heiligen. Der Oktober galt früher als Remeismonat. Der 1. Oktober war ein Frist-und Zahltag und ist auch in Wöllstein der Tag des Patronatsfestes. Innerhalb der Pfarrgruppe ist Wöllstein der größte Ort. Aber auch hier sind von den rund 4500 Einwohner lediglich 1461 katholisch. Weniger als 25% Katholiken finden sich in den Ortsteilen der Pfarrgruppe ohne kath. Kirche: Eckelsheim, Gumbsheim, Stein-Bockenheim und Tiefenthal. So schwankt die Anzahl der Katholiken innerhalb der Pfarrgruppe zwischen 38% und 12 %.

 

 Kirchenruinen im Pfarrgebiet

(Maya -Der letzte Ministrant 011.jpg; 46 kB)
(Maya -Der letzte Ministrant 014.jpg; 58 kB)
Im Wald bei Frei-Laubersheim