Die Geschichte der katholischen Kirchengemeine St. Joseph in Alzey
Mit der Einführung des protestantischen Glaubens in der Kurpfalz endet 1546 die Geschichte der mittelalterlichen "katholischen" Kirche in Alzey.
Die sich in der Umgebung von Alzey befindlichen Klöster lösen sich bis 1584 auf, die Nikolaikirche (damals St. Nikolaus) erhielt 1564 einen reformierten Pfarrer.
Im Jahre 1703 erteilt Kurfürst Wilhelm von der Pfalz (1690-1716) die Erlaubnis, ein Kapuzinerkloster zwischen Käfiggasse und Hexenturm zu errichten.
Am 18. Juni 1741 wird die Klosterpfarrkirche dem hl. Joseph geweiht.

Alzeyer Kapuzinerkloster um 1800
Von 1836- 1840 erfolgte der Bau der "zweiten" Josephskirche, die 350 Gläubigen Platz bot.
Diese wies im 20. Jahrhundert zunehmend Bauschäden auf, ein Teil des Fundaments hatte sich abgesenkt. Da die Kirche ohnehin zu klein geworden war, entschloss man sich zu Abriss und Bau einer neuen Kirche.
Am 12. Januar 1964 fand der letzte Gottesdienst in der alten Kirche statt.
Der Mainzer Architekt Adalbert Ditt erhielt den Auftrag, die neue, "dritte" und heutige St. Josephskirche zu bauen, die ca. 600 Gläubigen Platz bieten sollte. Von 1965- 1967 dauerte der Bau; die Einweihung erfolgte durch Bischof Volk am 27. März 1967.
Die gerundete Form der Kirche greift das Bild der Arche auf, als ein Schiff (Kirche) auf dem Weg durch die Zeit.
"Die Parabel (als Grundform der neu gestalteten Kirche) ist in ihrer geometrischen Anlage ein passendes Symbol für ein Gotteshaus, da ihre Wände wie geöffnete Arme erscheinen, die die Gläubigen zum Altar ... hinführen."
(A.Ditt)
Besonderheiten
- Maße: ca. 44m lang, 35m breit, der Glockenturm ca. 33m hoch.
- Fünf Glocken, die in ihrem Geläut auf das der Nikolaikirche abgestimmt sind.
- Zehn Hochfenster aus betonverglastem französischem Buntglas.
- Rosette, die in ihren äußeren Bogenfeldern die acht Seligkeiten darstellt.
- Orgel von 1922/23 aus alter Kirche übernommen, wurde 2006 neu gebaut.
- Fisch auf dem Hochaltar - ein urchristliches Symbol für Christus.
- Aspiskreuz mit Corpus aus Kupfer, 3,40m hoch.
- Josephsfenster in der Seitenkapelle mit Abbildung des Petersdomes, des Mainzer Domes, der Nikolaikirche und der Josephskirche selbst.
(Text von Rudolf Blahnik recherchiert)
