Die Entstehung des Dekanates Alzey/Gau-Bickelheim

Das Dekanat Alzey/Gau-Bickelheim ist Teil des Landkreises Alzey-Worms. Wechselvoll ist die Geschichte dieses Landstrichs, der in seiner jüngsten Vergangenheit das standes- und verwaltungspolitische Schicksal der Pfalz teilte:  Vom annektierten französischen Staatsgebiet über das Provisorium der österreichisch-bayrischen Landesadministrationskommission zur Provinz Rheinhessen, dann vom selbständigen Regierungsbezirk bis zum heutigen Status als Teil des rheinland-pfälzischen Regierungsbezirks Rheinhessen-Pfalz.

Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren die Besitzverhältnisse in dem später „Rheinhessen" genannten Gebiet infolge des Feudalherrschaftssystems wir überall in Deutschland verworren. Den größten Anteil hatte die Kurpfalz (92 Orte), den zweitgrößten Kurmainz (40 Orte); der Rest von 58 Gemeinden war in 32 verschiedene weltliche und geistliche Herrschaften zersplittert. 1816 kam u. a. der Kreis Alzey zum Großherzogtum Hessen. Aus dieser Zeit stammt auch die erstmalige Namensgebung „Rheinhessen" für diese Provinz. Bis zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts verlief das Leben in Rheinhessen in geordneten Bahnen. Infolge des fast völligen Fehlens von Adel und Großgrundbesitz und mangels Großindustrie spielten Standesunterschiede keine so wesentliche Rolle wie in anderen Regionen. Wegen des fruchtbaren Bodens konnten auch kleine Landwirte und Winzer existieren. Seit der Verwaltungsreform im Jahre 1968 gibt es keinen selbständigen Regierungsbezirk Rheinhessen mehr. Veränderungen rief vorwiegend die Schaffung von Verbandgemeinden hervor. Hierbei wurden 12 Gemeinden, die von Anfang an zu Rheinhessen gehört hatten, dem Regierungsbezirk Koblenz zugewiesen und zur Verbandsgemeinde Bad Kreuznach zusammengeschlossen, u.a. die heutigen Pfarreien Fürfeld und Frei-Laubersheim. Aus dem pfälzischen Kreis Kirchheimbolanden wurde Mauchenheim dem Landkreis Alzey-Worms angegliedert. Diese Pfarrei gehört zur Diözese Speyer, wird aber von der Pfarrei Alzey-Weinheim mitbetreut.

Detaillierte Informationen zum Landkreis Alzey-Worms finden Sie bei: Kreisverwaltung Alzey-Worms 

50 Orte umfasst das Gebiet der Dekanates Alzey/Gau-Bickelheim

Zum Dekanat zählen heute die Verbandsgemeinden Alzey-Land (24 Orte), Wöllstein (8 Orte) und Wörrstadt (13 Orte), sowie die verbandsfreie Stadt Alzey; ferner noch 4 Orte der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach und Wolfsheim aus der Verbandsgemeinde Sprendlingen. In diesen 50 Gemeinden lebten im Jahr 2000 rund 85.000 Einwohner; nur 22 Kommunen haben über 1.000 Einwohner. Alzey ist die mit Abstand größte Stadt (18.323 Ew.), es folgen Wörrstadt (7.223 Ew.) und Saulheim (6.828 Ew.). Die Einwohnerzahl ist in den vergangenen 15 Jahren um fast 25 % gestiegen. Diese rasante Bevölkerungsentwicklung schlug sich auch in der Katholikenzahl nieder. Gegen den Bistumstrend (-4,2%) stieg die Katholikenzahl in den letzten 10 Jahren (89-99) um 18,8 %. Die Bevölkerungsentwicklung wurde durch die Randlage zu den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar und die Ausweisung neuer Baugebiete begünstigt. Viele rheinhessische Orte entwickeln sich in einer Senke des Hügellandes, ein Charakteristikum dieses Landstriches. Das Dekanat wird durch Landwirtschaft (Wein, Getreide, Rüben) des Alzeyer Hügellandes geprägt. Der Industriebesatz ist im Verhältnis dazu eher gering und konzentriert sich an wenige Standorte. Eine hohe Zahl der Arbeitnehmer sind Pendler zu ihren Arbeitsplätzen in den Ballungszentren. Das Dekanat liegt verkehrsgünstig im Schnittpunkt von A 61 und A 63. Kultureller, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Mittelpunkt ist die Kreisstadt Alzey. An den Dekanatsgrenzen nimmt die Orientierung hin zu den umliegenden größeren Städten: Mainz, Worms und Bad-Kreuznach zu.

Ein neues Dekanat gewinnt Gestalt

Am 1.1.1978 wurde das ehemals selbständige 12 Pfarreien umfassende Dekanat Alzey (die 10 zum heutigen Pfarrverband Alzey gehörenden Pfarreien, sowie Gabsheim und Spiesheim) um 10 des ebenfalls 12 Pfarreien umfassenden Dekanates Gau-Bickelheim und die Kirchengemeinden Hackenheim und Planig aus dem Dekanat Bingen erweitert und unter dem Namen Alzey/Gau-Bickelheim neu errichtet. Die Eingliederung Hackenheims und Planigs wurde am 1.6.1984 wieder rückgängig gemacht und die erneute Eingliederung in das Dekanat Bingen vollzogen