
Zur Geschichte der Orden
Von Anfang an standen solche asketischen Lebensideale bei den christlichen Gemeinden und vielen einzelnen Christen hoch im Kurs. Diese Ideale sorgten in der Geschichte immer wieder für neue Aufbrüche, wenn das Leben der Kirche insgesamt zu satt und reich, selbstzufrieden und machtbezogen zu werden drohte.
Die Anfänge des christlichen Mönchtums reichen zurück bis in das 3. Jahrhundert, als sich mit dem heiligen Antonius die ersten Christen als Einsiedler in die Wüste von Ägypten zurückzuziehen begannen. Bald entwickelten sich daraus Mönchsgemeinden, die gemeinsamen Lebensregeln folgten. Auch Frauen spielten in der Entstehung des Ordenslebens schon früh eine große Rolle, z.B. die Witwe Marcella im 4. Jahrhundert in Rom.
Im Abendland ist die Geschichte des Ordenslebens eng mit bekannten Persönlichkeiten wie dem heiligen Augustinus oder dem heiligen Martin, seit dem 6. Jahrhundert dann besonders mit dem Orden des heiligen Benedikt verbunden.
Im Mittelalter kamen viele neue Orden hinzu, z.B. die Franziskaner nach dem Vorbild des heiligen Franziskus (12./13. Jahrhundert), die Karmeliter (13. Jahrhundert, hervorgegangen aus einer Eremitengemeinschaft im Karmel-Gebirge des Heiligen Landes) oder die Dominikaner (13. Jahrhundert).
In der Neuzeit (16. Jahrhundert) bereichertenz.B. die Jesuiten sowie die „Englischen Fräulein" Maria Wards die Familie der Orden; die neuentdeckten Erdteile wurden zur besonderen Herausforderung für die christliche Verkündigung.
Im 19. Jahrhundert mit seinen sozialen Spannungen waren es dann vor allem sozial ausgerichtete Ordensgemeinschaften bzw. Kongregationen, die neu gegründet wurden.
