
"Kloster auf Zeit"

Was "Kloster auf Zeit" konkret bedeutet, hängt stark von den verschiedenen Ordensgemeinschaften und den einzelnen Klöstern ab. Es gibt Orden, die mitten im Leben tätig sind (soziale Aufgaben, Seelsorge in der Stadt, Schulen etc.) und darum ein relativ offenes Haus haben, und Orden, die sich ganz dem meditativen Leben widmen und darum sehr zurückgezogen leben. Es gibt große Klöster mit vielen Ordensleuten und großzügig angelegten Gebäuden und Gästehäusern, die darum relativ viele Gäste aufnehmen können, und Ordensgemeinschaften, die personell und räumlich nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Aufnahme von Gästen haben.
Generell kann man aber sagen, daß ein Aufenthalt unter dem Stichwort "Kloster auf Zeit" bedeutet, daß der Gast über längere Zeit fast ganz in das Leben einer Ordensgemeinschaft mit hineingenommen wird. Vom Gast wird darum verlangt, daß er sich ohne Probleme in den alltäglichen Tagesrhythmus einfügt (sehr frühes Aufstehen, in einigen Orden viele Zeiten des Gebetes und der Stille an jedem Tag, Übernahme von anfallenden Arbeiten) und die Ordensgemeinschaft möglichst nicht belastet. "Kloster auf Zeit" setzt also in den meisten Fällen voraus, daß ein Gast schon recht gut mit Formen geistlichen Lebens vertraut ist, in sich selbst gefestigt ist, sich gut in eine Gemeinschaft einfügen kann und keine besondere Aufmerksamkeit für sich fordert. In nicht wenigen Klöstern richtet sich das Angebot "Kloster auf Zeit" speziell an junge Menschen, die überlegen, ob sie nicht einem Orden beitreten möchten und vorher prüfen wollen, ob sie mit dem Klosterleben zurechtkommen. "Kloster auf Zeit" ist also nicht mit einem erholsamen und billigen "Urlaub" zu verwechseln!
Wer eher daran interessiert ist, einmal unverbindlich etwas "Klosteratmosphäre" zu schnuppern und eine besinnliche Pause im Alltagsstreß einzulegen, ist im allgemeinen besser im Gästehaus eines Klosters als Einzelgast oder als Teilnehmer von Besinnungstagen oder dergleichen aufgehoben.