„o-mein-gott.com“ - ein ökumenisches Projekt in Gießen eröffnetAm Mittwoch, den 26. April 2006 wurde im Gemeindezentrum St. Albertus in Gießen das ökumenische Projekt „o-mein-gott.com“ mit einer Auftaktveranstaltung eröffnet. Anwesend waren Projektbeteiligte, PressevertreterInnen sowie die Evangelischen und Katholischen Dekane, Pfr. Frank Thilo Becher und Pfr. Jan Mäurer, aus Gießen. Pfarrer Hermann Heil, begrüßte die Anwesenden und betonte, wie sehr er in freue, dass dieses Projekt in den Räumen der Pfarrei nicht nur eröffnet werde, sondern auch mit der Veranstaltungsreihe „Glaube & Gestalten“ im Rahmen des Projektes vertreten sei. Im Dialog der beiden Dekane wurde das Thema des Projektes ideenreich und wirklichkeitsnah aufgerissen: assoziativ und mit Beispielen und Szenen aus dem „wirklichen Leben“ griffen sie die drei Elemente des Themas „o – mein – gott“ auf. So wurden die verschiedenen Variationen z.B. des „O“, seine vielseitigen damit verbundenen Empfindungen und Bedeutungen herausgestellt. So ist das „mein“ ja nicht nur ein Besitz anzeigendes Fürwort, sondern verweist auch auf das „Du“, ein Gegenüber. „Gott“ zeigt sich auch nicht nur „im lieben Gott, wie wir ihn gerne alle sehen, sondern auch im dunklen Gottesbild“, so Dekan Becher. Während dieses Dialoges der beiden Dekane, der von den Zuhörern mit fast greifbarer Konzentration verfolgt wurde, hatte der Künstler und Mitinitiator des Projektes, Wolfgang Michaeli aus Gießen, zu den drei Thementeilen live drei Bilder gemalt, die die Assoziationen aufgriffen. So erlebten die Zuschauerinnen und Zuschauer ganz nah die Multimedialität des Projektes, wie Andreas Boller vom Katholischen Bildungswerk Oberhessen anschließend erläuterte. Das Projekt sei ein „work in progress“ und lebe davon, dass sich Gemeinden und Initiativen gemeinsam auf den Weg machen, „Gott“ zu thematisieren, ins Gespräch zu bringen, Fragen und Assoziationen zu „provozieren“ und zuzulassen. Dazu finden thematische Malkurse unter dem Titel „Glaube & Gestalten“ in den Kliniken für Psychatrie und Psychotherapie in Gießen, in der Evang. Johannesgemeinde und in St. Albertus statt. Aber auch Kinder malen zum Thema „Gott“ in der Katholischen Kindertagesstätte St. Vinzent. Es wird Gottesdienste zum Thema „o-mein-gott.com“ geben, aber auch einen Glaubenskurs für (Neu-)Einsteiger und Neu-gierige. In Zusammenarbeit mit der Kath. Hochschulgemeinde Gießen (KHG) ist im Herbst eine Filmreihe geplant sowie die jährlichen Soireen in St. Bonifatius ab dem 29. November. Das Projekt wird bis Ostern 2007 laufen und mit einer Ausstellung und Abschlussveranstaltung abschließen, in der möglichst viele Elemente des Projektes noch einmal aufgegriffen und sichtbar werden. Über die Mitglieder der Kirchengemeinden sind es vor allem Menschen, die wenig oder garnicht mit der Kirche verbunden sind, die mit dem Projekt angesprochen werden sollen. Die Frage nach Gott und das Reden von Gott in die Stadt Gießen zu tragen, ist das Ziel. Das Projekt ist originär ökumenisch: Die Fragen nach „Gott“, nach Beziehungen zu „Gott“, nach dem Bild das wir, das jede/r von „Gott“ hat, sind für unsere beiden Kirchen zentral. Angesichts des „Karikaturenstreits“ mit dem Islam stellt sich eine Auseinandersetzung mit der alttestamentarischen Aufforderung „Du sollst dir kein Bildnis machen“ auch innerhalb des Christentums. In weiterer Hinsicht geht es um die interreligiöse Frage, was denn auch andere Religionen meinen, wenn sie von „ihrem“ Gott sprechen und wo wir den uns gemeinsamen „finden“. Nicht zuletzt geht es aber auch um die Frage, was denn Menschen in postsäkularen Gesellschaften wie der unsrigen, in denen sich offensichtlich Religiöses (neu) Bahn bricht , von „Gott“ halten, was sie „glauben“. Es ist die grundsätzlich menschliche Frage nach dem, was mich trägt. Das Projekt ist auch im Internet vertreten und bietet eine Plattform zur Information wie auch in einem offenen Forum die Möglichkeit, sich inhaltlich zu beteiligen: www.o-mein-gott.com . |