Gottesdienste aus dem Netz
Das Internet bietet zahlreiche, oft kostenlose Angebote und Hilfen für die Vorbereitung der Liturgie
Von Michael Kinnen

Ein Beispiel: Das Glaubensportal des Bistums Mainz: www.bistum-mainz.de/glaubensportal.
© Bistum Mainz / Internetredaktion
Liedtexte, Gebete, Fürbitten und sogar die Lesung des Tages: Man muss nur wissen, wo man suchen muss. Dann ist das Internet eine wahre Fundgrube zur Gottesdienstvorbereitung.
Der „Klassiker" für die Gottesdienstvorbereitung ist - neben dem Deutschen Bibelwerk mit seinen Publikationen - vor allem der „Sonntagsschott". Das Buch gibt es nun schon seit einiger Zeit online. Die Erzabtei Beuron hat auf ihrer Internetseite im Unterkapitel „Schott" nach Kalender geordnet die Texte der Lesungen und der Tagesgebete für jeweils etwa sechs Wochen im Voraus eingestellt.
Eine private Initiative mit Sitz in Straßburg bietet in modernster Technik das „Evangelium Tag für Tag" - als sogenannte „App", die das Handy täglich mit den Lesungstexten „füttert".
Ein Online-Aussprache-Trainer für Lektoren
Für alle Fragen rund um die Liturgie ist das Deutsche Liturgische Institut in Trier zuständig. Vor allem die Unterseite zur Wortgottesfeier ist dort interessant. Vorbereitungskreise finden viele nützliche Informationen und unter dem Kapitel „Leseordnung" die biblischen Texte für die Gottesdienste. Wer sich dabei als Lektor unsicher ist, wie bestimmte Begriffe ausgesprochen werden, kann sich unter einem Link auf ein Angebot des Bistums Hildesheim die Texte im Internet vorlesen lassen und so Betonung und Aussprache überprüfen. Dieses Angebot hat auch sonst für Ehrenamtliche eine reiche Fundgrube. Nach Zielgruppen geordnet - etwa für Erwachsene, Jugendliche, Lektoren - und nach Themen ist hier eine Schnellsuche möglich.
Wer sich mit dem Hintergrund der biblischen Lesungen vertraut machen will - ob als Gottesdienstbesucher im Voraus oder als Vorbereitungskreis, findet bei perikopen.de exegetische Auslegungen für alle drei Lesejahre. Theologen haben sich für das Münchener Institut zur Förderung der Glaubenslehre mit den Schrifttexten befasst. Die Seite richtet sich daher eher an eine theologisch vorgebildete Zielgruppe. Hier ist auch der griechische Urtext der Lesungen zu finden.
Wer dagegen lieber eine fertige Lesepredigt haben möchte, wird vor allem auf evangelischen Seiten fündig, wo diese Art der Predigt weiter verbreitet ist. Von katholischer Seite bietet das Bistum Würzburg mit dem Suchwort „Lesepredigt" fertige Texte zum Herunterladen, Ausdrucken und Vortragen an.
Ökologische Themen finden sich auf der Internetseite „nachhaltig-predigen", die zudem ökumenisch ausgerichtet alle Sonn- und Feiertage der drei Lesejahre in den Blick nimmt. Herausgeber ist die Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit Bistümern und Landeskirchen der Region.
Neue Anregungen zu den Schrifttexten des Tages bietet auch das Internetportal der katholischen Kirche mit der Rubrik „Kalenderblatt". Auch das Bistum Mainz hat eine Rubrik „Texte zum Tag". Zudem bietet das Bistum ein eigenes „Glaubensportal" mit theologischen und seelsorgerlichen Unterseiten zu wichtigen Begriffen und Fragen des Glaubens.
Liedvorschläge gibt es auf Bistumsseiten
Auf den Seiten des Bistums Trier findet der Nutzer mit dem Suchwort „Fürbitten" für den folgenden Sonntag Vorschläge. Seit 2011 ist dieses Angebot durch entsprechende Liedvorschläge erweitert. Die bietet auch das Liturgiereferat des Bistums Mainz und das Bistum Augsburg mit seinem Amt für Kirchenmusik.
In der Vielzahl der täglich wachsenden Seiten kann man allerdings leicht den Überblick verlieren. Wem das Dickicht des Netzes zu chaotisch erscheint, der kann sich auch nach wie vor offline informieren: nämlich wöchentlich in seiner Kirchenzeitung auf Seite 5. Dort findet er die Lesungstexte und das Sonntagsevangelium. Zusätzlich gibt es dazu weitere Anregungen aus journalistischer, spiritueller und theologisch-wissenschaftlicher Sicht.
Dieser Beitrag ist in der Nr. 4 vom 23. Januar 2011 abgedruckt.