Hautnah aus Rom

Im Tagebuch nachlesen, was Teilnehmerinnen in Rom erlebt haben

Die Romwallfahrt ist vorüber, die Mainzer Minis sind müde aber glücklich zurück. Wir haben drei Teilnehmer/innen begleitet. Isabel Gebhardt, eine Messdienerin aus Bürstadt, die zusammen mit ihrer Nachbargemeinde Biblis in der ewigen Stadt war. Die Schülerin ist seit neun Jahren Ministrantin und Pfarrleiterin der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG).

Mit rund 50 Minis aus Mommenheim unterwegs war Manuel Gall. Der 21-jährige ist seit zwölf Jahren Messdiener und studiert in Mainz Theologie auf Diplom. Er war zum ersten Mal in Rom, "dem Zentrum des Christentums".

Die Leitung der Reisegruppe mit rund 1.100 Mainzer Minis unter den 40.000 Ministrant/innen lag bei Diözesanjugendseelsorger Markus W. Konrad. Auch er hat berichtet, was ihn in Rom bewegt hat.

Bilder aus Rom gibt es hier...

Isabel Gebhardt gall_manuel
Konrad, Markus

 

 

 

 

 

 

Selbstbewusster im Glauben (Samstag, 5.8.)

Müde aber glücklich kamen gegen 8 Uhr heute Morgen die meisten Minis nach 16 Stunden Busfahrt über Nacht wieder im Bistum an. Am Mainzer Hauptbahnhof stiegen die Wallfahrer aus dem Dekanat Mainz aus ihren Bussen, wurden von einem SWR-Fernsehteam empfangen und nach ihren Eindrücken gefragt.
Jugendseelsorger Markus W. Konrad zieht ein positives Fazit der Wallfahrt. "Viele sind selbstbewusster im Glauben geworden. Jeder hat auf seine Weise etwas mitgenomen." Er habe mit den Jugendlichen viele intensive Gespräche und Auseinandersetzungen über Glaubensinhalte geführt. Die Stimmung habe sich in der Woche vom Eröffnungsgottesdienst bis zum Schlusstreffen kontinuierlich gesteigert. "Einige haben ein Wachstum im Glauben erfahren", das auch durch die besondere Atmoshäre in Rom gefördert wurde. Jetzt sei erst Mal Erholen und Ausschlafen angesagt...

Auf dem Weg zurück nach Deutschland (Freitag, 4.8.)

Heute machen sich die Mainzer Minis wieder auf den Heimweg. Isabels Gruppe wohnt so weit von der Innenstadt weg, dass sie beschlossen hat, mal auszuschlafen und dann gleich nach Deutschland aufzubrechen. Sie ist mit der Wallfahrt zufrieden. „Nur Kontakt zu Minis aus anderen Ländern hatten wir nicht soviel. Meist waren wir in der Großgruppe unterwegs.“ Ihr Wallfahrt-Tuch hat sie nicht getauscht. Das deutsche Halstuch sei einfach am Schönsten. Für die KjG-Pfarrleiterin aus Bürstadt steht fest: „Mir hat es sehr gut gefallen, trotz des ganzen Chaos in Rom. Ich würde wieder mitfahren.“

Diakon Thomas Gensler, BDKJ/BJA-Referent für Ministrantenarbeit, der die Fahrt organisiert hatte, freute sich über den Schlussgottesdienst in San Leone, der Titularkirche von Kardinal Lehmann. „Der hat mich wirklich tief bewegt“, sagt er. Man spüre, dass etwas vom Motto der Wallfahrt – „Der Geist macht lebendig“ – bei den Ministrantinnen und Ministranten angekommen sei.

Isabel freut sich auf deutschen Regen (Donnerstag, 3.8.)

Für Isabel Gebardt aus Bürstadt begann der Donnerstag mit Besichtigungen der vielen römischen Sehenswürdigkeiten. Doch alle leider unter der großen römischen Hitze. Nachmittags ist Isabel mit ihren Freundinnen und Freunden zum Shopping unterwegs. „Wir schauen aber immer nur kurz, zum Klamottenkaufen ist es einfach zu heiß“, stöhnt sie.

Die Gruppe genießt die Atmosphäre in der Stadt. Rom ist so groß, dass an vielen Stellen selbst 40.000 Minis nicht auffallen. „Hier kann zwar kaum einer Englisch oder Deutsch, aber es klappt irgendwie mit Händen und Füßen. Ich frage auf Englisch und die antworten im schnellen Italienisch...“

Als sie hört, dass es in Deutschland geregnet hat, freut sie sich auf zu Hause. „Endlich mal wieder im eigenen Bett schlafen.“ Vor ihrer Romreise war sie ja bereits eine Woche in Brebbia. Donnerstagabend geht sie zum Abschlussgottesdienst in die Kirche von Kardinal Lehmann und hofft, dass es nicht so voll und chaotisch wie bei der Eröffnung.

Papst Benedikt grüßt die Mainzer Minis persönlich (Mittwoch, 2.8.)

Heute Vormittag war der Höhepunkt der Miniwallfahrt, die Audienz mit Papst Benedikt XVI. Besonderes Glück hatte Jugendseelsorger Markus W. Konrad, der kurz mit Papst Benedikt persönlich sprach. Nach der Audienz mit rund 40.000 jungen Menschen auf dem Petersplatz schritt Benedikt noch einige Tribünenreihen ab und blieb vor dem Mainzer Jugendseelsorger stehen. „Viele herzliche Grüße von den Ministranten aus dem Bistum Mainz, wir sind mit 1.100 Messdienern hier“; sagte Markus Konrad. Papst Benedikt freute sich und grüßte zurück: „Richten Sie allen Teilnehmern meine Grüße aus.“

Bei der Audienz lobte der Papst in seiner auf deutsch gehaltenen Ansprache das Engagement der jungen Leute. Durch ihren Dienst am Altar legten sie ein Zeugnis für Christus ab.

Ein Mensch wie du und ich - trotzdem etwas Besonders

In der Menschenmenge auf dem Petersplatz standen Manuel Gall und Isabel Gebhardt. „Die Stimmung war sehr gut, es gab ein langes Vorprogramm mit Liedern, Gebeten und Erzählungen von einzelnen Minis“, berichtet Manuel. Als der Papst auf den Platz fuhr, stieg die Stimmung zum Höhepunkt. „Bene – detto, Bene - detto“, schallte es über den Platz. Die Ansprache hat Manuel gut gefallen und ihn in seinem Messdienersein bestärkt. Nur war ihm die Audienz von einer knappen Stunden eindeutig zu kurz, auch wenn er nicht wie viele andere sehr früh aufstehen musste, um gegen 9 Uhr auf dem proppevollen Petersplatz zu sein. „Papst Benedikt ist ein Mensch wie du und ich - trotzdem etwas besonderes.“ Es sei einfach schön, hier eine lebendige Kirche zu erleben.
Obwohl Isabel relativ spät auf den Platz kam, hatte sie zufällig einen Platz, an dem Papst mit seinem Wagen vorbeifuhr.

Nach der Audienz war eine große Erholungspause am Ufer des Tiber angesagt. Nachmittags ging es mit Besichtungen und Führungen weiter, abends steht die berühmte spanische Treppe auf dem Programm. Auch am Donnerstag wollen sich Manuel und seine Freunde einzelne Sehenswürdigkeiten wie die Katakomben anschauen. Abends besuchen sie einen Gottesdienst in Kardinal Lehmanns Kirche.

Kühle Katakomben und laute Bayern (Dienstag, 1.8.)

Ein Tag im Zeichen der römischen Hitze. Für Isabel Gebhardt aus Bürstadt beginnt der Tag sehr früh mit einem (sehr) kleinen Frühstück. Auf die 80 Minis aus Südhessen wartet ein abgepacktes Croissant, etwas Zwieback und eine einstündige Busfahrt mit ihrem Doppeldecker in die Stadt. „Die Hitze macht uns total fertig, es sind gefühlte 60 Grad“, leidet Isabel wie viele andere. Ernährt wird sich von Pizzastücken und MCDonalds zwischendurch.

Gegen Abend fand ein internationaler Gottesdienst mit Kardinal Schönborn und rund 70.000 Menschen statt. Isabel ist mit ihrer Gruppe ganz hinten und hat nicht viel gesehen oder gehört. Die Stimmung war gut, vor allem nach dem Gottesdienst. Die Minis veranstalten ein Wettsingen, voran die bayerischen: „Ohne Bayern, gäb´s hier nix zu feiern“, oder „Der Papst der kommt aus Bayern, so wie wir“.

Wenn wir Mittwoch bei der Papstaudienz genauso weit hinten sind, können wir uns das fast sparen, überlegt Isabel. Benedikt XVI. hat sie beim Weltjugendtag letztes Jahr schon gesehen. Wichtig ist ihr die Gemeinschaft mit den Minis aus ganz Europa.

Der Hitze entkommen ist die Gruppe von Markus Konrad. Sie hat die Katakomben besucht, was Kühle und Dunkelheit garantiert. Spannend war der Besuch an den Orten, wo sich die ersten Christen trafen, um ihren römischen Verfolgern zu entwischen. Zu besichtigen gibt es Fresken aus dem 3. Jahrhundert und einen unterirdischer Friedhof. Bei einem Picknick im Park haben sich die 30 Ministranten anschließend langsam wieder an das Leben in der Hitze gewöhnt.

Mit öffentlichen Bussen wagen sie den Weg zum Petersdom, das letzte Stück gestaltet die Gruppe geistlich. Sie beten und singen zum Thema „der heilige Geist in meinem Leben.“ Im Gegensatz zu Isabel sieht Markus sehr gut: Als Pfarrer hat er einen Platz auf einer Tribüne neben dem Altar. „Der Petersplatz lebt von jungen Menschen. Eine junge Kirche.“

Ankommen, Einchecken und Eröffnen (Montag, 31.7.)

Unsere Mainzer Minis sind nach über 16 Stunden Busfahrt über Nacht am Sonntag gut in Rom angekommen und haben in ihren Hotels eingecheckt. Wallfahrtsstimmung kam schon an den Raststätten auf als, sie andere Busse trafen, die auch auf dem Weg nach Rom waren. „Alle haben mittlerweile ein Bett“, berichtet Diözesanjugendseelsorger Markus W. Konrad. „Wir mussten einige Gruppen, Zimmer und Betten spontan umdisponieren.“ Die größeren und kleineren Gästehäuser und Hotels seien sehr unterschiedlich und über die ganze Stadt verteilt. „Italienischer Standard“, scherzt Markus Konrad.

Ohne DVD-oder Videounterhaltung hat Manuell Gall und seine Gruppe die Reise hinter sich gebracht. Mit den Jugendlichen zwischen 13 und 23 Jahren aus Mommenheim, Lörzweiler und Gau-Bischofsheim schläft er im Gästehaus der Padri Teatiner Navona am Piazzo Vidoni zwischen Campo de Fiori und Piazza Navona. 20 Minuten Fußmarsch vom Vatikan entfernt wohnen hier 170 junge Rheinhessen.

Rom ein einziges (heißes) Museum

Am Sonntagabend waren (fast) alle Minis im Mainzer Eröffnungsgottesdienst in der Basilika di S. Andrea della Valle mit Weihbischof Neymeyr. Hier wurden wir alle begrüßt, berichten die Teilnehmer/innen. „Wir haben richtig gut Stimmung gemacht. Super war die Gruppe Flapp aus Mörfelden-Walldorf.“ Es sei leicht, neue Leute kennen zu lernen. Neben vielen Neuen gibt es auch „Wiederholer“, die schon 2001 mit in Rom waren.
„Wir waren total geschlaucht“, erzählt Manuel Gall und verrät, dass einige nach den Reisestrapazen im Gottesdienst auch mal kurz eingenickt seien. Er ist zum ersten Mal in Rom und von der Stadt total begeistert. „Ganz Rom ist ein einziges Museum.“ Besonders beeindruckt hat ihn das Pantheon.

Stadtrundfahrt mit Polizei-Eskorte zur angeblichen Papstaudienz

Am Montag steht für die Gruppen eine Stadtrundfahrt auf dem Programm, anschließend besichtigen sie den Petersdom. Eine Rundfahrt der besonderen Art erlebte die Mini-Gruppe aus Langen. Durch einen harmlosen Busanfall aufgehalten, drohte die vereinbarte Stadtführung zu platzen. Rettung kam von einem unkomplizierten und offentsichtlich gut katholischen Polizeichef. Er wies seine Kollegen an, den Bus mit Blaulicht zu eskortieren, um schneller durch den dichten Stadtverkehr zu kommen. "Wenn jemand fragt, ihr seit auf dem Weg zu einer Papstaudienz."

Manuel Gall war mit seiner Gruppe bei den Steiler Missionaren. In deren Gärten erholt er sich von den 35 Grad Hitze. Montagabend lockt das kostenlose Open-Air von Brian Adams und Billy Joel am Kolosseum. Die Gruppe von Jugendseelsorger Markus W. Konrad geht Dienstagmorgen in die Vatikanischen Gärten.

Aufgezeichnet von Oliver Schopp (E-Mail)

Nachrichten

24.05.2012

Ein ausgezeichneter Kick für die nächste 72-Stunden-Aktion

Verleihung des Aggiornamento-Preises an die 72-Stunden-Aktion des BDKJ

22.05.2012

Jugendverbände bleiben aktiv beim Schutz des Kindeswohls

Jugendring sieht in Aktionsplan des Landes Bestätigung des Bundeskinderschutzgesetzes und eigener Präventionsmaßnahmen

16.05.2012

Sackmob: „Wir sind nicht Eure Lastenträger“

Mit einem Flashmob demonstriert die katholische Jugend auf dem Katholikentag gegen die einseitige Belastung der jungen Generation.