Diözesan-MinistrantInnentag 2004

Neymeyr: Messdiener sein ist wichtige Form der Weltgestaltung

Über 2.000 Kinder und Jugendliche beim Diözesan-Ministrantentag in Mainz

Mainz. „Euer Dienst als Messdiener ist eine wichtige Form der Weltgestaltung.“ Das sagte der Mainzer Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr am Sonntag, 19. September, in seiner Predigt beim Gottesdienst des fünften Diözesan-Ministrantentages im Mainzer Dom. „Durch Euren Dienst am Altar haltet Ihr die Welt offen für Gott, denn die Liturgie bewahrt uns davor, nur noch an das zu glauben, was wir sehen.“

Im Gottesdienst wurden die Seligpreisungen (Bergpredigt, Matthäus 5,3-12) in szenischem Spiel durch eine Theatergruppe dargestellt.

Im Gottesdienst wurden die Seligpreisungen (Bergpredigt, Matthäus 5,3-12) in szenischem Spiel durch eine Theatergruppe dargestellt.

Bild im Originalformat anzeigen Original

Ein schön gestalteter Gottesdienst lasse „etwas von der verborgenen Gegenwwart Gottes spüren“, denn er spreche den ganzen Menschen an. Neymeyr, der auch Jugenddezernent des Bistums ist, beendete seine Predigt mit dem Satz: „Ihr seid keine Minis, Ihr seid Maxis.“ „Mini“ ist die geläufige Abkürzung für Ministrant oder Ministrantin. Der Tag stand unter dem Motto „Komm, bau mit an Gottes Welt!“ Zum Diözesan-Ministrantentag waren über 2.000 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Bistum nach Mainz gekommen.

Messdienerinnen und Messdiener seien eine wichtige Säule des Gemeindelebens. „Ihr helft mit, dass die Gemeinde vor Ort lebt.“ Als Einzelne mache man oft die Erfahung, dass man die Welt nur in ganz kleinem Umfang mitgestalten könne, „wenn aber Viele mitmachen, kann sich Beachtliches verändern“. Neymeyr erinnerte an das große Engagement der Messdiener für die Sternsingeraktion. Während das Spendenaufkommen für viele Hilfswerke zurükgegangen sei, habe die Sternsingeraktion einen Zuwachs verbuchen können. Auch durch die BDKJ-Sozialaktion „72 Stunden – ohne Kompromiss“ vom 7. bis 10. Oktober werde deutlich, dass Kinder und Jugendliche gerne bereit seien, die Welt mitzugestalten. Insgesamt beteiligten sich über 1.250 Gruppen aus dem Südwesten Deutschlands an der Aktion, allein 130 aus dem Bistum Mainz.

Konzelebranten des Gottesdienstes waren der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, Domdekan Heinz Heckwolf und Diözesan-Jugendseelsorger Markus Konrad. Außerdem gestaltete Diakon Thomas Gensler, Referent für Ministrantinnen und Ministranten im Bistum Mainz, den Gottesdienst mit.

 
  Hide Thumbs Erstes Vorheriges Pause Nächstes Letztes
Slideshow Geschwindigkeit: 5 Sekunden
 
$images.get(0).subtitle
 

 

Grußwort von Kardinal Lehmann

Generalvikar Giebelmann verlas zu Beginn des Gottesdienstes ein Grußwort des Mainzer Bischofs, Kardinal Karl Lehmann, zum Ministrantentag. Darin heißt es: „Über 10.000 Ministranten tun im Bistum Mainz ihren Dienst, darunter viele Mädchen. Das ist gut so, und ich freue mich, dass heute selbstverständlich Jungen und Mädchen gemeinsam am Altar stehen. Ohne Euch wären viele Gottesdienste nicht so feierlich. Ihr tragt dazu bei, dass die Liturgie der Eucharistiefeier - aber auch der anderen Gottesdienste - für die Gottesdienstbesucher zu einem Erlebnis wird, das tiefer geht und mehr anspricht, als wir vielleicht auf den ersten Blick vermuten.“

Um das Motto 'Wir bauen mit an Gottes Welt' zu verdeutlichen, bauten die Minis Holzhäuser und trugen sie durch die Stadt zum Domplatz.

Um das Motto "Wir bauen mit an Gottes Welt" zu verdeutlichen, bauten die Minis Holzhäuser und trugen sie durch die Stadt zum Domplatz.

Lehmann weist darauf hin, dass es in der heutigen Zeit „nicht immer einfach ist, als junger Mensch zu seinem Glauben und zumal zum Ministrantendienst zu stehen. Manche werden vielleicht in der Schule schief angesehen, weil sie am Sonntag zur Kirche gehen und als Messdienerin und Messdiener aktiv am Gottesdienst teilnehmen.“ Der Ministrantentag solle eine Gelegenheit bieten, „sich mit anderen Ministranten auszutauschen, ihnen zu begegnen und dabei zu spüren: Wir sind nicht allein. Es ist gut, dass es uns gibt.“ Er wünsche allen Messdienern, „dass Ihr immer wieder erfahrt, wie schön es ist, als Ministrantin oder Ministrant am Altar zu stehen“, schreibt Lehmann zum Abschluss. Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz musste er an der Einführung des neuen Würzburger Bischofs Friedhelm Hofmann teilnehmen.

Messdienergruppen aus dem gesamten Bistum waren zum fünften Diözesan-Ministrantentag nach Mainz gekommen.

„Ich hoffe, das Treffen der Ministrantinnen und Ministranten macht Mut und gibt Kraft für die Zukunft sowie neuen Schwung für Eure Aufgabe als Messdienerinnen und Messdiener in den Gemeinden“, schreibt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck in seinem Grußwort. Und weiter: „Für viele von Euch ist der Dienst am Altar das erste Ehrenamt, die erste Tätigkeit, die Ihr selbstlos zur Ehre Gottes und für Andere ausübt. Und bei vielen ehemaligen Ministrantinnen und Ministranten ist dieses ehrenamtliche Mitwirken in unserer Gesellschaft Selbstverständlichkeit geworden. Ich würde mich freuen, wenn dies auch bei Euch so wäre. Denn unser Staat lebt vom Mitwirken aller.“

Beim 'Markt der Möglichkeiten' rund um den Dom gab es viel Interessantes zu erkunden.

Beim "Markt der Möglichkeiten" rund um den Dom gab es viel Interessantes zu erkunden.

Bild im Originalformat anzeigen Original

„Viele junge Menschen entschließen sich, als Ministrantin oder Ministrant eine Aufgabe zu übernehmen und so dem Christentum eine Zukunft zu geben“, schreibt der hessische Ministerpräsident Roland Koch an die Teilnehmer des Diözesan-Ministrantentages. Wer als Ministrant tätig ist, „lebt die Religion und tut damit viel für die Menschen. Gleichzeitig tut sie oder er aber auch etwas für sich selbst, denn die Erfahrungen, die sie oder er macht, können sehr wertvoll sein.“ Auch der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel brachte in einem Grußwort für das Teilnehmerheft seine Verbundenheit mit den Ministranten zum Ausdruck: „Die Erfahrung der Gemeinschaft im Dienst am Altar und der Austausch darüber wird für die Ministrantinnen und Ministranten sicher ein prägendes Erlebnis, das eng mit dem Namen unserer Stadt verbunden bleibt“, schreibt er. Noch gut habe er die „Dynamik und Fröhlichkeit“ des letzten Ministrantentages im Jahr 2000 in Erinnerung.

Nach einem Mittagessen durch den Malteser Hilfesdienst gab es am Nachmittag einen Markt der Möglichkeiten mit über 50 Angeboten in der Stadt. Es gab kreative Angebote wie „Buttons selbermachen“ oder die Möglichkeit zum Besuch von Druckladen oder Dombauhütte, Spiel- und Sportangebote, wie eine Hüpfburg und den „Bungee-Run“, gemeinsames Musizieren und zahlreiche Informationsstände katholischer Verbände. Zum Abschluss des Tages feierten die Teilnehmer zusammen mit Weihbischof Neymeyr eine „Mini-Vesper“.

Tobias Blum
Bischöfliche Pressestelle Mainz

 

Nachrichten

24.05.2012

Ein ausgezeichneter Kick für die nächste 72-Stunden-Aktion

Verleihung des Aggiornamento-Preises an die 72-Stunden-Aktion des BDKJ

22.05.2012

Jugendverbände bleiben aktiv beim Schutz des Kindeswohls

Jugendring sieht in Aktionsplan des Landes Bestätigung des Bundeskinderschutzgesetzes und eigener Präventionsmaßnahmen

16.05.2012

Sackmob: „Wir sind nicht Eure Lastenträger“

Mit einem Flashmob demonstriert die katholische Jugend auf dem Katholikentag gegen die einseitige Belastung der jungen Generation.