Bibelmeditation zu Mt 13, 47

„Weiter ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen.“

Meditation mit Gedanken unseres Bischofs Karl Kardinal Lehmann aus seinem Referat „Die Seelsorge in den neuen pastoralen Einheiten“, gehalten bei der Diözesanversammlung des Bistums Mainz am 26.11.2005.

Die neue Form unserer Zusammenarbeit beschreiben wir immer wieder gern mit dem Wortfeld „Netz“ und „Netzwerk“. Es ist heute ein vertrautes Bild, zu dem viele über die Computerwelt einen Zugang haben. Netzwerk steht für kurze und schnelle Wege. Netzwerk steht für Effizienz.

Netzwerk ist ein Schlüsselbegriff heutiger Sozialarbeit und steht für vielfältige wechselseitige Implikationen.

Das Netz ist auch ein biblisches Bild. Im Neuem Testament wird das Netz zu einem Bild für das Reich Gottes. Bei Matthäus heißt es im Blick auf die Apostel, die nicht nur Fischer waren, sondern auch Menschenfischer werden sollten, dass das Himmelreich einem Netz gleicht. Es ist ein Bild der Verheißung: Alle sollen die liebende Zusage Gottes erfahren dürfen. Niemand soll einfach eingefangen, viele aber aufgefangen werden!

Die pastoralen Einheiten sollen wirklich so etwas wie ein pastorales Netzwerk sein und immer wieder werden.

Wir wollen alle Gemeinden verknüpfen. Sie sollen ihre Stärken in das Ganze hineingeben. In ihren Schwächen sollen sie durch die anderen gehalten werden. Die institutionellen Elemente sollen uns bei der Bildung stabiler Bindungen helfen. Die Hauptberuflichen können so etwas wie Knotenpunkte darstellen. In ihnen bündeln sich viele andere Beziehungsstränge und Verknüpfungen. Aber sie sind dies nicht allein. Alle, die Verantwortung tragen und sich ehrenamtlich engagieren, sind unersetzlicher Teil dieses Netzwerkes. Wo einzelne Teile des Netzwerkes löchrig werden und den Zusammenhalt aufgeben, droht das Netz zu zerreißen. Die Chance eines Netzwerkes liegt gerade darin, dass es unauffällig, aber wirksam alle miteinander verbindet. Ein solches Netz ist auch Einladung an andere, daran anzuknüpfen und darin Halt zu finden.

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