Kardinal Lehmann am 29.11.2004 zum Thema
„Lebendige Gemeinden...in erneuerten pastoralen Einheiten“
Neustrukturierung als weltkirchliche Aufgabe

Es ist erstaunlich, wie zur Zeit in vielen Ländern Europas eine Diskussion und Neuordnung der pastoralen Strukturen erfolgt. Manchmal scheint es wie eine Art von Mode zu sein. Aber bei näherem Zusehen erfüllen wir dabei Aufgaben von einer größeren Tiefe und auch von einer weittragenden Bedeutung.

So ist es auch nicht überraschend, aber doch auch weitgehend übersehen worden, dass auch auf weltkirchlicher Ebene Aufforderungen bestehen, unsere bisherigen pastoralen Strukturen zu überprüfen. Dabei geht es nicht um eine Schmälerung der Bedeutung der Pfarrei.

Papst Paul VI. hat in einer Ansprache an den römischen Klerus schon vor mehr als 40 Jahren (24. Juni 1963) mit aller Deutlichkeit gesagt: „Wir sind einfach davon überzeugt, dass diese altüberkommene und geschätzte Struktur der Pfarrei eine unverzichtbare und höchst aktuelle Sendung hat; ihr kommt es zu, die erste Gemeinschaft des christlichen Volkes zu bilden; sie versammelt das Volk und führt es in die liturgische Feier ein; sie beschützt und belebt den Glauben in den Menschen unserer Zeit; sie bietet ihnen den Unterricht über die heilbringende Lehre Christi; sie verwirklicht in der Haltung und in der Tat die demütige Liebe in den guten und brüderlichen Werken.“

Dabei erfolgt immer wieder ein Hinweis, dass „die Pfarrei nicht in erster Linie aus einer Struktur, aus einem Gebiet oder aus einem Gebäude (besteht), viel mehr ist sie ‚die Familie Gottes, als von einem Geist durchdrungene Gemeinde von Brüdern (und Schwestern)’, sie ist ‚das Haus der Pfarrfamilie, brüderlich und gastfreundlich’, die ‚Gemeinschaft der Gläubigen’. Letztlich gründet die Pfarrei in einer theologischen Gegebenheit, weil sie eucharistische Gemeinschaft ist.“

(Leseprobe aus dem Grundsatzreferat)            weiter lesen ...

 

 

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Übersicht der Themen:

I. Neustrukturierung als weltkirchliche Aufgabe

II. Kooperative Pastoral als Grundkonzept im Bistum Mainz

III. Der heutige Kontext der neuen Frage nach pastoralen Einheiten

IV. Katholiken anderer Muttersprache

V. Die Bedeutung erweiterter Lebensräume und ihre Grenzen

VI. Neue Grundmodelle: Pfarrgruppe und Pfarreienverbund

VII. Eigene Elemente in der Erörterung unserer Pfarrstrukturen

VIII. Nutzen und Last der kirchlichen Gebäude

IX. Chance und Mut zur Erneuerung

X. Die nächsten Schritte in einem Netz umfassender Prioritäten