Pastoral-Theologische Impulse
„Eine Pastoral missionarischer Präsenz in säkularen oder postsäkularen Zeiten hat zum Ziel, die Kirche derart zu erneuern, dass sie einerseits das Geheimnis Gottes authentisch und anschaulich vergegenwärtigt und andererseits näher bei den Menschen ist und ihre Kultur mit den Werten des Evangeliums prägt. Ein solche Erneuerung geschieht durch eine neue Inkulturation in die Gegen-wartskultur, die ohne Berührungsängste auf die Menschen zugeht und in ihre Situationen hineingeht: in die Jugendkultur und in die Medien, in die Betriebe und in die scientific community, in die bürgerlichen Milieus und sozialen Bewe-gungen, in lokale Gremien und internationale Foren. Angesichts der vielen Sprach- und Symbolwelten fordert die Zeitgenossenschaft vom Gottesvolk und insbesondere von den in der Pastoral Tätigen, auf die „verschiedenen Sprachen unserer Zeit zu hören, sie zu unterscheiden, zu deuten und im Licht des Got-teswortes zu beurteilen.“ (Gaudium et spes 44).“ (Seite 4/5)
„Eine Pastoral der Präsenz hat zum Ziel „Gott den Vater und seinen menschge-wordenen Sohn präsent und sozusagen sichtbar zu machen, indem sie [die Kir-che] sich selbst unter der Führung des Heiligen Geistes unaufhörlich erneuert und läutert.“ (Gaudium et spes 21). Der Reformprozess muss also theologisch als Erneuerung begriffen werden, die zugleich „läutert“, d.h. das Herzstück des Christentums zum Leuchten bringt und vieles kritisch auf seine Dienlichkeit prüft, was sich im Lauf der Zeit angesammelt hat. Eine Pastoral der Präsenz hat mehrere Dimensionen, die sich aufeinander beziehen und wechselseitig bedingen. Sie durchziehen alle pastoralen Handlungsformen und geben Orientierung für eine Erneuerung. Es handelt sich um fünf Dimensionen, deren erste und wichtigste die Gottesfrage an den Anfang stellt. Zwei weitere Dimensionen betreffen ad intra die Sorge um den Glauben des Subjekts und sein ekklesiales Miteinander, während die beiden letzten Dimensionen ad extra gerichtet sind und die missionarische Kommunikation des Evan-geliums in dieser Zeit ansprechen.
(1)Spirituelles Gespür für das Geheimnis Gottes;
(2)Pastorale Sorge um das Individuum;
(3)Gemeinsamer Aufbau christlicher Sozialformen;
(4)Zeitgemäße Pflege religiöser Kommunikation
(5)Offensive Einübung missionarischer Kompetenz.“ (Seite 8)

Die beiden Zitate entstammen dem Text von
Prof. Dr. Sievernich SJ
„Pastoral der Präsenz, Pastoral-Theologische Impulse zum Reformprozess im Bistum Mainz“.