Firmpastoral 2010
Zwischenbericht zum Stand der Umsetzung der Pastoralen Richtlinie Nr. 15 - Grundsätze zur Firmpastoral
In Einzelgesprächen mit allen Dekanen, teilweise unter Beteiligung der Dekanatsreferenten, wurde im Jahr 2009 erhoben, in wie weit die Grundsätze zur Firmpastoral bereits umgesetzt sind und wo noch Handlungs- oder Unterstützungsbedarf besteht. Der von unserem Bischof Karl Kardinal Lehmann angestoßene Prozess befindet sich aus heutiger Sicht auf einem guten Weg. Im Einzelnen zeigt sich folgendes Bild:
1. Erwachsenenfirmung
In 11 Dekanaten fand in den Jahren 2008/2009 bereits ein Firmkurs für Erwachsene statt. Vier weitere Dekanate haben sich für einen Glaubenskurs entschieden, der auch für erwachsene Firmbewerber offen steht, von seiner Ausrichtung aber mehr das Katholisch werden in den Blick nimmt.
Bis auf das Dekanat Darmstadt mit einem eigenen Kursmodell, ist in den anderen 14 Dekanaten eine konzeptionelle Orientierung am „Speyerer Glaubenskurs" erkennbar. Der zeitliche Umfang erstreckt sich in der Regel über sechs Abendveranstaltungen.
Kooperation und Vernetzung werden sehr konkret und können als gelungen bezeichnet werden. Ganz unterschiedliche Mitarbeiter/innen arbeiten unter einer klaren Leitung gut und effektiv zusammen. Dies geschieht freiwillig auf der Basis dekanatsbezogener Absprachen.
In fünf Dekanaten wird es auf Dekanatsebene keine Firmkurse für Erwachsene geben, weil derzeit hierfür kein Bedarf besteht oder die personellen Ressourcen dies nicht zulassen.
Insgesamt lässt sich sagen, die Anzahl der Erwachsenenfirmungen hat deutlich zugenommen.
2. Firmkonzept (in der pastoralen Einheit) und
Firmalter (im Dekanat)
Das Firmalter liegt in allen Dekanaten bei 14 bis 16 Jahren. Sieben Dekanate haben sich darüber hinaus auch auf das 8. und 9. Schuljahr, beziehungsweise auf das 10. Schuljahr festgelegt.
Die Festlegung auf ein Schuljahr kann neuen Kooperationsformen mit Schulen und dem Kath. Religionsunterricht eröffnen. Im Dekanat Gießen wird z.B. die Firmkursbewerbung auch über die Schulen und den Kath. Religionsunterricht versucht.
Ein gemeinsames Firmkonzept ist bei weit mehr als der Hälfte aller Pfarrgruppen und Pfarreienverbünde realisiert.
In allen Dekanaten zeigt sich, wenn es von der Zahl der Firmbewerber Sinn macht, findet jährlich eine Firmvorbereitung statt, ansonsten wird alle zwei Jahre ein Firmkurs angeboten.
In zwei Dekanaten wird ausdrücklich auf gute Erfahrungen bei der Einbeziehung von Firm-Co-Piloten hingewiesen. Dies sind bereits gefirmte Jugendliche aus den Vorjahren, die bereit sind, gemeinsam mit erwachsenen Firmkatecheten eine Firmgruppe zu leiten.
3. Vernetzung mit Schulen und Religionslehrern
Die Realisierung der Vernetzung mit Schulen und Religionslehrern erweist sich in fast allen Dekanaten als extrem schwierig. Die Vielzahl der beteiligten Schulen macht große Schwierigkeiten. Bis auf wenige Ausnahmen, so zum Beispiel im Dekanat Mainz Süd, im Dekanat Wetterau-Ost und im Dekanat Gießen, gibt es keinen konkreten Ansatzpunkt zur Vernetzung, der über die reine Informationsweitergabe hinausgeht. Es fehlt die Vorstellung von einer Art Zielfoto, das den Zustand darstellt und beschreibt, wie gelungene Vernetzungen aussehen könnten.
Dort, wo Pfarrer und hauptamtlich pastorale Mitarbeiter/innen selbst am Religionsunterricht beteiligt sind, gelingt der Kontakt zu den jugendlichen Firmbewerbern und die Vernetzung mit den Schulen wesentlich intensiver.
Von wirklich positiven Beispielen und Erfahrungen berichten nur ganz wenige Dekanate. Im Dekanat Gießen wird exemplarisch versucht, Jugendliche über die Schulen und den Kath. Religionsunterricht für die Anmeldung zum Firmkurs zu erreichen.
Die Beauftragten für den Religionsunterricht sind oftmals der Dreh -und Angelpunkt für weitere Überlegungen im Dekanat.
4. Dekanatsjugendgottesdienst für Neugefirmte mit Begleitprogramm
Die Durchführung und Planung von Dekanatsjugendgottesdiensten für Neugefirmte ist auf einem guten Weg. In sechzehn Dekanaten wurden die Dekanatsjugendgottesdienste bereits durchgeführt. In vier Dekanaten können aus unterschiedlichen Gründen zur Zeit keine Dekanatsjungendgottesdienste geplant und angeboten werden. Dies ist zum Teil auf die personelle Situation und die räumlichen Entfernungen im Dekanat zurück zu führen.
Überall dort, wo Dekanatsjugendgottesdienste stattfinden ist die Kooperation und Vernetzung zwischen den Beteiligten ausgeprägt vorhanden.
5. Kooperation und Vernetzung
Neben der Zusammenarbeit in der Pfarrgruppe und/oder im Pfarreienverbund haben sich die regionalen Katechetentag als Forum zum gegenseitigen Austausch und zur Vernetzung bewährt. Verantwortlich für die Planung und Durchführung ist der jeweilige Dekan in enger Zusammenarbeit mit einem Team von Mitarbeiter/Innen aus dem Dekanat (z.B Dekanatsreferent/in , Mitarbeiter/in aus der Kath. Jugendzentrale, Dekanatsjugendreferent/in, u.a.).
Schon heute zeichnen sich Kooperationen zwischen einzelnen Dekanaten ab. So werden z.B die Dekanate Gießen und Alsfeld gemeinsam einen regionalen Katechetentag im August 2010 durchführen.
6. Fazit zum Schwerpunktthema Firmpastoral
Die Schwerpunktsetzung durch unseren Bischof Karl Kardinal Lehmann hat zu einer Bündelung der Kräfte beigetragen. Kooperation und Vernetzung werden durch die Konzentration auf ein Thema hin sehr konkret und für die jeweilige pastorale Praxis relevant. Durch die Zusammenarbeit vieler stellen sich erste Synergieeffekte ein. Schwierigkeiten werden aber auch klar erkennbar und können dadurch besser angegangen und bearbeitet werden.
Für die konstruktive Mitarbeit so vieler haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen über die Zeitspanne von nun mehr über zwei Jahren, sei an dieser Stelle allen Beteiligten ganz herzlich gedankt.
Weiterhin steht das Projektteam Firmpastoral für Beratung und Unterstützung zur Verfügung.
Ansprechpartner im Dezernat Seelsorge ist:
Rainer Stephan
Referat Gemeindekatechese und Projektleitung
Fon: 06131-253241, Fax: 06131-253558
Email: firmpastoralbistum-mainz.de
