Weihbischof Dr. Werner Guballa

Perspektive 2010: Wie wird das Bistum Mainz nach der Umsetzung der Umstrukturierung aussehen?

Es wird bis zum Jahre 2010 deutlich geworden sein, wie wir auf die demographischen und sozialen Veränderungen in den Regionen unseres Bistums antworten. Die Aufgabe, den Glauben vor Ort zu verkünden, das Leben der Gläubigen zu unterstützen durch lebensfähige Gemeinden wird der Tatsache Rechnung tragen, dass in manchen Diasporagebieten unseres Bistums Gemeinden mittlerweile sehr klein geworden sind. Die kleine Gemeinschaft vor Ort wird nicht nur unter sich bleiben können. Sie verlangt nach Verbindung und einem größeren Verbund. Von Belastendem, das zu groß geworden ist - etwa Gebäuden – wird sie sich trennen wollen. In anderen Regionen des Bistums sind Gemeinden stark gewachsen, bedingt durch die Verkehrsanbindung im Rhein-Main-Gebiet und durch Arbeitsplätze, die sich vor Ort befinden. Der Gemeinde vor Ort wird zu helfen sein, dass sie ihr Leben darauf einzustellen vermag. Dies vor allem mit Hilfe einer auf die neue Situation angepasste Pastoral. Diese wird durch größere Verbindlichkeit in der Kooperation geprägt sein. Der Prozess „Damit Gemeinde lebt“, der durch den derzeit laufenden Prozess fortgeführt wird, kannte als Kernsatz unseres Bischofs für den Prozessweg: „Die kooperative Pastoral ist ein verpflichtendes Prinzip der Seelsorge“. Es wird spürbar sein, dass in den neu gebildeten pastoralen Räumen die Hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Kooperation ebenso verpflichtet sind, wie die Ehrenamtlichen in ihren Räten.

Worüber werden wir uns freuen, mit Blick auf den Weg bis dahin?
Worüber werden wir klagen, weil etwas nicht mehr ist?

Wir werden uns freuen über die Chancen, die in einem Prozess liegen, in dem der Bischof und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Leitung des Bistums in enger Tuchfühlung mit den Verantwortlichen vor Ort stehen, um gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass das Reich Gottes vor Ort Gestalt gewinnt und dies vor allem auch immer mit Blick auf die theologischen, spirituellen und organisatorischen und wirtschaftlichen Leitideen dieses Prozesses. Es wird schmerzhaft sein, wenn wir Vertrautes aufgeben müssen, weil das Personal und/oder das Geld fehlen.

Was steht für Sie jetzt an zu tun oder zu lassen auf das Jahr 2010 hin?

Ich achte bei den anstehenden Personalentscheidungen darauf, Vorschläge zu unterbreiten, die die sich abzeichnenden Veränderungen in der Pastoral und die sich neu bildenden Strukturen im Blick haben.

Mit dem Institut für Geistliche Begleitung, mit den Recollektio-Begleiterinnen und Begleitern möchten wir die geistliche Dimension eines solchen Prozesses zu unterstützen.

Die Ordensleute bleiben ein wichtiger geistlicher Schatz in unserem Bistum. Wir können von den Erfahrungen mancher Gemeinschaften, die bereits analoge Wege des Zusammenführens und der Kooperation gegangen sind und weiter gehen, lernen. Wir verdanken ihnen die aktive geistliche Unterstützung durch ihr Gebet, durch ihre Gastfreundschaft und durch ihre Offenheit für Menschen, die auf der Suche sind, sowie durch das Mitwirken in der Seelsorge. Die Informationen der Ordensgemeinschaften und ihre Einbindung geschehen durch den neuen Ordensreferenten und durch die Kontakte, die ich als Bischofsvikar für die Orden mit ihnen habe.

Auch die Säkularinstitute gehen auf ihre Weise den Weg mit und werden in einem Diözesantreffen überlegen, wie der für viele Menschen oft unbekannte geistliche Weg in einem Säkularinstitut besser erschlossen werden kann.

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