Gemeindereferentin Doris Becker,
Pfarrei St. Martin Mainz-Finthen:
Perspektive 2010: Wie wird das Bistum Mainz nach der Umsetzung der Umstrukturierung aussehen?
Es werden größere Seelsorgeeinheiten entstehen, d.h. mehrere Pfarrgruppen bzw. Pfarreienverbünde. Dies erfordert eine kooperative und verbindliche Zusammenarbeit aller Hauptamtlichen. Die Ehrenamtlichen wird es motivieren über die Pfarrgrenzen hinaus mit anderen zusammenzuarbeiten.
Worüber werden wir uns freuen, mit Blick auf den Weg bis dahin?
Worüber werden wir klagen, weil etwas nicht mehr ist?
Wir werden uns freuen:
- über mehr Kooperation statt Konkurrenz
- über die Möglichkeit differenzierter arbeiten zu können, d.h. eine/r muss nichts alles machen. Die Kompetenzen und Fähigkeiten der verschiedenen Beteiligten (auch von Hauptamtlichen) werden besser eingesetzt und genutzt.
- bei der Verkündigung der Frohen Botschaft werden die Anliegen und Bedürfnisse der Menschen besser in den Blick genommen.
Die Gemeinden werden klagen:
- dass die Hauptamtlichen nicht nur die Christen der Kerngemeinde (gottes-dienstliche Gemeinde) „betreuen“, sondern sich auch besonders um die sogenannten Fernstehenden kümmern.
- über ein schwindendes personales Beziehungsangebot von Hauptamtlichen, vor allem auch der Priester.
Was steht für Sie jetzt an zu tun oder zu lassen auf das Jahr 2010 hin?
Meine eigene Praxis weiter zu überdenken und zu verändern. Das kann nicht allein geschehen, sondern das muss im und mit dem gesamten Seelsorgeteam geschehen. Wenn wir (auch neue) Wege wagen, ist es wichtig, diese Schritte mit den Gremien zu kommunizieren und viele Ehrenamtliche dazu gewinnen. Die Umstrukturierung (Neustrukturierung) ist eine Chance, dass wir verstärkt die gesellschaftlichen Veränderungen in unser pastorales und seelsorgliches Handeln einbeziehen und dass wir für viele Menschen unserer heutigen Gesellschaft anschlussfähig bleiben bzw. werden.
Für den kirchlichen Alltag bedeutet das: Los-lassen, Mut zur Veränderung, Ausprobieren, Bewahren... vor allem aber auf den Geist Gottes zu vertrauen, der uns führt und unser Handeln begleitet.
